
Des Richters Ring
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Man sagt, ein kluger Mann ich sei, habe studiert Medizin und Juristerei. Bin nun oberster Herr im Gericht. Aber weil man von Luft nicht Leben kann verkauft ich meine Richtersicht - sterben musst manch armer Mann. |
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Silberner Reif, so rein, so klar, sag mir, ist es wirklich wahr, dass meine Liebe mich betrog? Sie falsche Eide hat geleistet? Wissentlich ins Gesicht mir log und zum Ehebruch sich erdreistet? |
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Was mein Gewissen dazu sagt? Gibt es einen, der hier klagt? Bin doch auch nur Gottes armer Knecht! Neulich musst so 'n junges Ding verbrennen als Hex, dem Pfarr was recht, und dafür bekam ich diesen Ring. |
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Ich erflehe deine Zauberkraft, dass kein Zweifel weiter in mir haft. Werde schwarz wie ihr Gemüt, verliere deinen hellen Schein. Bin um die Wahrheit nur bemüht, will einmal ein gerechter Rächer sein. |
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Soll ich dem Ring meinem Weibe geben? Sie lieb ich doch mehr als mein Leben. Nein, er ist zu kostbares Od! Soll auch einen Zauber in sich tragen. Doch ich glaub nich dran, dass in Not, man sich die Wahrheit kann erfragen. |
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Schwarz bist du nun geworden, das heißt, ich werd sie morden. Genug haben meine Ängste mich gehetzt. Auch muss ich meine guten Ruf bewahren. Sie, die mir Hörner aufgesetzt, soll zum gehörnten Gotte fahren. |
Du Narr, du ließest dich verblenden,
das Schicksal lässt sich nicht mehr wenden.
Sahst mich als Schmuck, als Kleinod bloß.
So einen Wirt habe ich Teufel nur gesucht.
Deine Frau, die Treue, bist du nun los
und durch ihren Tod hast du dich selbst verflucht!