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    Es hat zwar etwas vom "Karriereende", wenn man seine ganzen Stationen aufzählt, doch ganz so weit ist es bei mir doch noch nicht. Aber man wird älter...;)

     

    TuS Eintracht Wiesbaden

    Zeitungsartikel vom Wiesbadener KurierMeine längste und mit Abstand auch erfolgreichste Zeit hatte ich aber die komplette Jugend durchlaufend beim TuS Eintracht Wiesbaden. Bei diesem Traditionsverein, dessen erste Herrenmannschaft damals noch um den Aufstieg in die 1. Liga spielte, begann ich also diesen Sport 1991 in der C-Jugend. Vorher spielte ich nur ein wenig Handball in der Schule und habe stattdessen intensiv Judo betrieben. Gleich meine erste komplette Saison endete recht erfolgreich mit dem Gewinn der Südwestdeutschen Meisterschaft und einem vierten Platz bei der Deutschen Meisterschaft.
    Zeitungsartikel vom Wiesbadener Kurier                  Zeitungsartikel vom Wiesbadener Tageblatt

    'Autogrammphoto' der AuswahlDurch diese Erfolge war es auch irgendwie zwangsläufig, dass die Mannschaft in diversen Jugendauswahlen gespielt hat. Komischerweise war es gerade die unterste Auswahl, die am meisten Spaß gebracht hat. Mit der Kreisauswahl fuhr man immer in den Osterferien in ein Trainingslager nach Spanien, wobei nicht nur das Handballspielen trainiert wurde. Dadurch, dass später Manfred Freisler (ein ehemaliger Weltmeister der BRD-Mannschaft von 1978) die Kreisauswahl trainierte, hatte das Training dort auch noch wesentlich an Qualität gewonnen und man ist nicht nur wegen des Zusammentreffens mit Spielern aus anderen Vereinen dorthin gegangen.

    Zurück zur Eintracht: In der B-Jugend konnten wir wegen einigen Verletzten die vorherigen Erfolge leider nicht wiederholen und wir wurden "nur" Hessenvizemeister. Im ersten A-Jugend-Jahr verpassten wir dann dummerweise auch noch den Einzug in die höchste Spielklasse, doch machten wir aus dieser "Not" das Bestmöglichste. Da wir damals in der nun zu spielenden Bezirksklasse keinen wirklichen Gegner hatten (klingt sehr arrogant, war aber so - bis auf eine Ausnahme natürlich, dem TuS Dotzheim, aus dessen Mannschaft heute ein Spieler in Handballkreisen in aller Munde ist: Jan Immel), meldete der Verein uns auch noch parallel als zweite Herrenmannschaft. Als diese schafften wir dann auch prompt den Aufstieg aus der Kreisklasse in die Bezirksklasse und lernten dabei wesentlich mehr, als wir das in einem weiteren Jahr Oberliga hätten tun können.

    Das Gelernte konnten wir im nächsten Jahr (und meinem letzten bei der Eintracht) gut gebrauchen. Nach dem Gewinn der Hessenmeisterschaft ging es im Play-Off-Modus immer weiter und weiter bis zum krönenden Abschluss, dem Finale der Deutschen Meisterschaft. Das schönste Spiel dieser Erfolgsserie war wohl das zweite Halbfinalspiel in Erlangen. Dort haben wir zwar nicht einmal geführt, kamen aber doch weiter. Ähnlich wie im Fußball-Europacup zählten nämlich bei einem Unentschieden¹ aus zwei Spielen die auswärts mehr geworfenen Tore - und da standen wir mit zwei im Vorteil. Der endgültige Triumph im Finale blieb uns dann aber verwehrt. Nach einem überraschend hohen Heimspielerfolg gegen den großen Favoriten SC Magdeburg (mit einer herausragenden Jugendförderung durch ein eigenes Handballinternat, war dieser Verein in allen vier Finalen der männlichen sowie weiblichen A- und B-Jugend vertreten), konnten wir diesen Vorsprung im Rückspiel nicht über die Zeit retten. So dramatisch es auch klingen mag, es hat am Ende nur am Glück gefehlt. Hätten wir den letzten Angriff 20 Sekunden vor Schluß erfolgreich abgeschlossen, dann wäre die Meisterschaft gewonnen gewesen. So fingen wir noch einen Konter und der Triumph war dahin. Nichtsdestotrotz war es ein Riesenerfolg und Erlebnis, das erreicht zu haben. Zumal wir keine Mannschaft mit überragenden Einzelspielern waren, sondern nur durch mannschaftliche Geschlossenheit, Kampfkraft und bloßem Siegeswillen so weit kamen.

    Zeitungsbild vom Wiesbadener Kurier

    Zeitungsbild vom Wiesbadener Kurier

    Mannschaftsbild nach verlorenem Finale

    Empfang im Rathaus

    Den Verein habe ich dann nach diesem "Karrierehöhepunkt" verlassen, da ich meine Zukunft nicht im Handball sah. Erstens fehlt mir definitiv die Klasse und das Talent, weit oben mitzuspielen, und zweitens dankt es mir mein Körper (habe ich auch so schon genug mit den Nachwirkungen von etlichen Verletzungen zu kämpfen). Mit meinem Wechsel - der mir durch eine geforderte Ablösesumme reichlich erschwert wurde - verabschiedete ich mich also von meinem Lieblingsverein und fahre seitdem in ruhigeren Gewässern.

     

    TG Schierstein

    Zeitungsbild vom Wiesbadener TageblattNach meiner Zeit bei der Eintracht habe ich drei Jahre bei der TG Schierstein gespielt. Richtig unzufrieden war ich dort nicht, bin aber damals gewechselt, weil ich einfach noch was Neues erleben wollte und sich der Zeitpunkt durch einige andere Veränderungen im Verein dazu gerade angeboten hat. Sportlich gesehen waren die Jahre in Schierstein nicht einfach, da dort gerade ein Generationenumbruch stattfand. Diesen Wandel hat der Verein mittlerweile erfolgreich vollziehen können und steht demnach momentan recht gut da.

     

    TV Igstadt

    Zeitungsbild vom Wiesbadener TageblattIch bin ja eigentlich dorthin gewechselt, weil ich beim Handball - frei von jeglichem Ehrgeiz - nur noch meinen Spaß haben will. Diese Chance sah ich beim TV Igstadt, da dort schon drei gute Freunde ihre Zelte aufgeschlagen hatten und ich auch mal mit denen zusammen spielen wollte. Dummerweise hatte ich in den drei Jahren nur streckenweise meinen Spaß, was auch an der schlechten sportlichen Situation lag. Die Stimmung ist einfach besser, wenn man an der Tabellenspitze und nicht an deren Ende steht.

     

    TG 1875 Darmstadt

    Nach meinem Umzug nach Darmstadt verließ ich den TV Igstadt und habe dann bei der TG 1875 Darmstadt mittrainiert. Da ich an den Wochenenden aber meistens nicht in Darmstadt war, wollte ich allerdings auch nicht mehr als lediglich trainieren und, wenn Not am Mann ist, aushelfen - also eine Art Stand-By-Spieler sein. Das hat dann am Anfang auch ganz gut geklappt, war aber auf Dauer ziemlich unbefriedigend. Denn es macht wenig Spaß nur zu trainieren ohne dann zu spielen. Zum Glück fand ich dann den Uni-Sport, wo es eigentlich genau anders herum ist (also nur spielen und nicht trainieren). Deswegen verließ ich die TG und hilt mich eine Zeitlang beim Uni-Sport fit.

     

    SG Arheilgen

    alles fest im BlickNachdem ich auch wieder an den Wochenenden mehr oder weniger konstant in Darmstadt anzutreffen war, wollte ich auch wieder "aktiv" spielen und habe mir einen neuen Verein im Bezirk gesucht. Da ich aber doch schon die Knochen spürte und ich mir auch die Freiehit gönnen wollte, mal an einem Wochenende auszusetzen, habe ich mich bewusst lediglich für eine zweite Mannschaft entschieden und bei der SG Arheilgen angeheuert. Die Zeit dort hat auch alle meine Erwartungen erfüllt. Wir haben im sicheren Mittelfeld stehend einige Spiele verdient verloren aber überraschend oft auch die jeweiligen Tabellenführer besiegt - und dabei oftmals auch ziemlichen Spaß im Spiel und Training gehabt. Nur gegen Ende machte sich bei mir eine gewisse Unzufriedenheit breit, da ich keine echte Weiterentwicklung der Mannschaft erkannte und mich auch das ständige Gegurke durch Darmstadt nervte.

     

     

    ¹ Für alle Oberpingeligen *zwinker* (siehe Gästebuch-Eintrag Nummer 48):
    Damit ist jetzt nicht gemeint, dass wir zweimal Unentschieden gespielt haben. Vielmehr haben wir das erste Spiel mit 16:15 gewonnen, dafür aber das Rückspiel mit 17:18 verloren. Doch mit dieser Niederlange konnten wir aus bekannten Gründen leben!