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    In meiner aktiven Zeit in der Jungenschaft Grenzlandfahrer war ich nicht nur auf unzähligen Lagern, Festen, Singetreffs, Kirchentagen und kleineren Fahrten, sondern eben auch auf drei Großfahrten. Letztere nennen sich so, weil man für längere Zeit (am besten weit) weg von zu Hause ist. Nichts gegen die wöchentlichen Gruppenstunden, doch solche Fahrten sind ganz sicher das Salz in der Suppe. Hier hat man nicht nur die Möglichkeit, fremde Kulturen und Sprachen zu erleben (wenn man diese Sprachen doch schon erfolglos in der Schule versucht zu lernen, dann will man jedenfalls erleben, zu was man eigentlich in der Lage sein sollte), sondern sich auch im Kochen, Wäsche waschen, Sachen reparieren, usw. zu erproben. Von dem gemeinsamen Spaß dabei ganz zu schweigen. Folgende Ziele hatten wir: Bretagne, Provence und Irland.

     

    Bretagne - Sommer 1990

    Route: mit dem Fahrrad an der Küste entlang von Rennes nach Brest

    mit mir dabei: Daniel, Holger, Till, Patrick und Rolf

    Spuren im Sand

    Man kann nicht sagen, dass meine erste Fahrt gleich auch im Nachhinein die schönste war - in die Versuchung, das zu erzählen, kommt man aber ganz sicher. Diese zwei Wochen in der Bretagne waren nämlich im wahrsten Sinne des Wortes unvergesslich. Wir hatten nicht nur Glück mit dem Wetter, wir sind auch von größeren Malheuren verschont geblieben (wenn wir den vor der Gendarmarie flammenschlagenden Spirituskocher einmal vergessen) und konnten so in aller Ruhe die Schönheit der Landschaft auf uns wirken lassen.

    Sprung in die Freiheit

    leider nicht unsere Behausung in den 2 Wochen

    kurz bevor der Nebel kam

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    Provence - Frühjahr 1992

    Route: mit dem Fahrrad von Montpellier nach Montélimar

    mit mir dabei: Daniel, Holger, Till und Patrick

    Rundumsicht bei tollem Wetter

    Richtig clever haben wir uns damals nicht angestellt. So lasen wir erst, nachdem wir schon drei Tage unterwegs waren, im Reiseführer, dass es im Frühjahr in der Provence einen ganz speziellen Wind (den Namen habe ich vergessen) gibt, der tagelang zum Meer weht - und wir hatten uns schon über den ständigen Gegenwind gewundert. Das Wetter war absolut so, wie man es sich in Deutschland vom April erwartet. Zum Glück war es nur die ersten Tage regnerisch-kalt und wurde dann immer wärmer und sonniger. Unser eigentliches Ziel der Reise mussten wir von Valence auf Montélimar vorverlegen, da bei Patricks Fahrrad die Gangschaltung ihren Geist aufgab. Ohnehin mussten wir feststellen, dass nicht alle Fahrräder den Strapazen einer solchen Fahrt gewachsen waren. Ein Grund mehr, warum ich Wanderfahrten bevorzuge.

    Blick auf die Pont du Gard

    Blick von der Pont du Gard

    hier waren wir aber nicht mit dem Fahrrad

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    Irland - Sommer 1993

    Route: zu Fuß von Donegal nach Bloody Foreland und dann zurück nach Dublin getrampt

    mit mir dabei: Daniel, Holger, Till und Julia

    Kotenidylle

    Das Motto dieser Fahrt hieß: "no day without sun - but no day without rain". Dieses Motto ging leider auch auf, allerdings dummerweise ein wenig ungleichgewichtig. Die Sonne kam nämlich selten länger als eine Stunde durch die Wolken hindurch. Alle Iren (so man sie denn verstanden hat) versicherten uns, dass dies der schlechteste Sommer seit Jahren sei. Ich denke schon, dass sie das Ernst meinten, fluchten sie doch auch den ganzen Tag, da der Torf nicht trocknen konnte. Jedenfalls hielt uns das Wetter nicht davon ab, die ersten zwei Wochen durch den Norden der Rebublik zu wandern. Erst als sich die Imprägnierung der Zeltbahnen verabschiedete, sind wir zum Trampen übergangen und haben dann unsere Schlafstätten in Stadthallen, Scheunen und Pfarrersgaragen gehabt. Ein weiteres Motto der Fahrt darf ich nicht vernachlässigen. Es war nämlich die Abschlussfahrt der Horte "Wildgänse", die sich dann altersbedingt aufgelöst hat, was für mich den Anfang vom Ende in der Jungenschaft Grenzlandfahrer symbolisierte.

    eine wohlverdiente Rast

    vor des Pfarrers Garage

    Meine ehemalige Horte

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