Es gibt zwar nicht wirklich viel zu erzählen, aber trotzdem: zur Person!
Am 12.Juni
1977 kam ich, es ziemlich eilig habend, um 10:23 Uhr in Mainz
zur Welt. Wer den Hundertjährigen
Kalender auswendig kann, wird sofort wissen, dass es ein Sonntag
war - wer nun wiederum (wie ich) katholisch ist, der wird sich
nun vorstellen können, wie in der Bischofsstadt Mainz die
Glocken geläutet haben müssen. Der Ort des Geschehens
war übrigens das Klinikum der Johannes-Gutenberg-Universität.
Allerdings war ich nicht sehr lange in Mainz ansässig,
denn schon nach 4 Tagen wurde ich ins hessische Exil nach Wiesbaden
verfrachtet, wo ich das erste Vierteljahrhundert meines Lebens wohnte. Dieser Tatsache verdanke
ich es, dass ich einen wunderbaren Wendehals abgeben kann, wenn
ich immer in begründeter Weise über die andere Stadt
als "eepsche Seit" herziehen kann. Eine glückliche
Fügung des Schicksals für einen im Sternzeichen Zwilling
Geborenen.
Nach
einigen glücklichen Zeiten, in denen ich meinem größeren
Bruder Markus
all seine selbst gebastelten LEGO-Sachen
kaputt gemacht hatte (die Bezeichnung "kaputt machen"
hat mich schon als Kind immer gestört; "in eine andere
Daseinsform überführen" hätte ich wohl bevorzugt,
allerdings konnte ich das damals verbal nicht überzeugend
rüber bringen), kam ich auch bald in den Kindergarten der
Dreifaltigkeitsgemeinde. Nach Jahren des Kämpfens um das
grüne KettCar und einem supertollen Abschiedsspaghettiessen
mit anschließender nächtlicher Schnitzeljagd (ja ja,
der Abend ist mir wirklich gut im Gedächtnis geblieben -
merkt man das?), kam ich 1982 in die Grundschule. Einem hessischen
Schulexperiment angehörig, in eine mit zweijähriger
Eingangsstufe. Meiner Meinung nach eines der wenigen Schul-Experimente,
das positive Folgen hat und zumindest mich überzeugt.
1987
verließ ich diesen Hort der Kindheit und wechselte auf das
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium.
Dort fand ich mich zwar nicht wirklich in einem weiteren Schul-Experiment
wieder, aber in einer sehr kleinen Klasse von 13 Schülern,
die das Wagnis eingingen, mit Französisch als Fremdsprache
zu beginnen. Ob das nun gut oder schlecht war, möchte ich
bei meinen mittlerweile nur noch rudimentär vorhandenen Sprachkenntnisse
nicht beurteilen müssen. Geschadet hat es aber auf alle Fälle
nicht und die kleine Klassenstärke war sicherlich ein großer
Vorteil. Da dies aber auf die Dauer so nicht weitergehen konnte,
wurden wir alsbald mit einer anderen Klasse zusammengelegt. Gelernt habe ich vor
allem, wie man mit Milchtüten Fußball spielt - na ja, und eben noch ein wenig
mehr im eigentlichen Unterricht.
Meine Mittelstufenzeit endete 1993 und ich war wahrlich nicht
unglücklich, diese Schule verlassen und auf das
Carl-von-Ossietzky-Oberstufengymnasium
wechseln zu können. In dieser sehr freien Atmosphäre
einer reinen Oberstufe mit einem Schulleiter, der seine Schüler
ernst nahm, machte ich 1996 dort mein Abitur. Für die Statistiker:
meine Leistungskurse waren Mathematik und Chemie, das dritte Prüfungsfach
Geschichte und in Musik bin ich dann ins Mündliche gegangen. Schon damals steckte wohl ein kleiner
Ingenieur in mir: mit minimalem Aufwand Maximales erreichen. Eine
Vielzahl meiner Pausen (und auch so mancher Schulstunde) verbrachte
ich übrigens in unserer Lernmittelbücherei, zu deren
Dienst ich mich verpflichtet hatte. Der Kühlschrank, ein
Computer voller lustiger Spiele, der kleine CD-Player, regelmäßige
Stückchen frisch vom Bäcker sowie der regelmäßige
Kontakt mit der kompletten Schülerschaft waren die absoluten
Vorteile dieses "Jobs". Außerdem hatte man immer
eine gute Entschuldigung, wenn man mal nicht unbedingt in die
nächsten Kurs wollte. Ich verstehe immer noch nicht,
warum mich manche wegen dieser Arbeit in der Bücherei bemitleidet
haben...
Nach
dem Abitur wartete der Zivildienst auf mich. Eigentlich müsste
ich schreiben, ich wartete auf ihn! Denn erst nach zwei Zurückstellungen
wegen ehemals gebrochener Knochen und dem dann ganz plötzlichen
Bescheid (kurz nachdem ich die Verweigerung geschrieben hatte!)
konnte ich damit im Januar 1997 anfangen. Zwischendurch machte
ich ein Berufspraktikum in einem Ingenieurbüro und arbeitete
für drei Monate in einer Kalenderfabrik. Im November 1996
kam dann jedenfalls der Musterungs-Bescheid und wenige Tage danach
teilte man mir mit, dass meine ursprüngliche schon zugesagte
Zivildienststelle in der Bauabteilung unseres städtischen Krankenhauses
gestrichen wurde. Allerdings hatte ich Glück im Unglück
und wurde nicht von der Wehrverwaltung als Jugendherbergsvater
in den Vogelsberg geschickt (so etwas ähnliches wurde mir
"angedroht"), sondern bekam einen noch freien Platz
im Fahrdienst des ASB
Ortsverbands Wiesbaden. Meine Aufgabe war es, nicht nur alte
Menschen täglich ins Altersheim zu fahren und nachmittags
wieder abzuholen, sondern ich durfte klassischerweise auch Tiefkühlkost
verteilen. Die ein oder andere Nacht schlug ich mir in der Notfallzentrale
des Hausnotrufes um die Ohren, um - wie immer kurz vor Schichtwechsel
- nochmals mit dem Auto raus zu müssen. Kurzum: ich lernte
einiges fürs Leben, was bekanntlich inoffziell auch der Sinn des Zivildienstes
war.
Das
Studium
des Bauingenieurwesens begann ich mehr oder weniger direkt
nach meinem "Dienst am Vaterland". Von März 1998
bis Juli 2002 studierte ich an der FH Wiesbaden und darf mich nun
Diplom-Ingenieur (FH) schimpfen. Nebenbei war ich noch verantwortlicher
Tutor für den Internetauftritt des Fachbereichs - darüber
kam ich auch erstmals in die Verlegenheit, mit HTML umgehen zu
müssen. Die Ergebnisse sind ersichtlich... Zusätzlich haben sich noch
einige Freundschaften fürs Leben gebildet, was wesentlich wichtiger ist als
diese HTML-Kenntnisse.
Die weitere Zukunft war dann auch
recht schnell gesichert.
Denn schon vor meiner Abgabe der Diplomarbeit hatte ich meinen
Arbeitsvertrag unterschrieben. Durch das gewisse Maß an
Vitamin B gepaart mit
meinem nun erworbenem Fachwissen bin ich im Darmstädter
Planungsbüro von Mörner + Jünger gelandet.
Dort arbeitete ich fast neun Jahre lang - hauptsächlich im Bereich Verkehrsplanung/Verkehrstechnik.
Zu Beginn meiner Tätigkeit dort bin ich auch nach Darmstadt gezogen
und habe mich dann doch recht schnell in dieser etwas lebendigeren
Stadt eingelebt - obwohl das Fahrradfahren in Wiesbaden irgendwie
sicherer war. Darmstadt mag auf den ersten Blick eher hässlich sein. Aber wenn
man sich mal auf die Stadt eingelassen hat, dann gibt es auch sehr schöne Ecken
zu entdecken - die Nähe zur Bergstraße und dem Odenwald sind da sicherlich
nicht schädlich.
Privat habe ich jedenfalls in Darmstadt auch mein Glück gefunden - mit Folgen zur (zumindest eingebildeten)
Sicherung unserer Rente.
So ist es auch eine glückliche Fügung, dass mein jetziger
Arbeitgeber - das Planungsbüro R+T - ebenfalls in Darmstadt ansässig ist. So
kann ich also weiterhin mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren - nun allerdings mit
einem vorherigen Abstecher zum Kindergarten. So ändern sich eben die Zeiten...
Das ist also mein Werdegang. Was ich bisher noch nicht erwähnt
habe, steht bestimmt irgendwo versteckt an anderer Stelle - oder
ich behalte es lieber für mich.