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  • Meine Buchtipps 

    Neben den absolut lesenswerten Büchern, aus denen ich kräftig zitiert habe, lege ich dem wagemutigen Leser vor allem die folgenden ans Herz:

    • Das Foucaultsche Pendel
    • Das Kartengeheimnis
    • Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär
    • Die Pest
    • Fermats letzter Satz
    • Generation Golf
    • Längengrad
    • Mein Leben
    • Mythenwald
    • Q
    • Und immer wieder die Zeit
    • Wie die Iren die Zivilisation retteten

    Für Krimifreude
    • Arne Dahl
    • Elisbeth George
    • Donna Leon
    • Håkan Nesser
    • Henning Mankell
    • Ulrich Ritzel

     

    Das Foucaultsche Pendel Das Foucaultsche Pendel
     
    von Umberto Eco
    erschienen bei DTV, München
     
    Drei Verlagslektoren, die beruflich ständig über okkulte Wissenschaften, Geheimbünde und kosmische Komplotte lesen müssen, stoßen auf ein äußerst rätselhaftes Dokument aus dem 14. Jahrhundert. Darin ist von alle 120 Jahre wiederkehrenden Zusammenkünften der "36 Unbekannten", der Nachfahren der mysteriösen Tempelritter, die Rede. Die drei Spötter stürzen sich in das Labyrinth der Geheimlehren. Spielerisch erdenken sie eine gigantische Verschwörung. Aber dann merken sie, daß jemand ihre Phantasien ernst nimmt. Und der schreckt offenbar auch vor Mord nicht zurück...
    Verlagstext
     
    Jeder Leser findet hier sein Elixier und seine Droge...Ein atemberaubendes Spiel mit dem Raum und der Zeit.
    Le Monde
     
    Nach seinem Welterfolg mit "Der Name der Rose" hat man bei diesem Buch das Gefühl, der Autor spiele mit den Leseerwartungen seiner Fangemeinde - und er spielt gut. Am Ende die Macht der Einbildungskraft.
     
    Das Kartengeheimnis Das Kartengeheimnis
     
    von Jostein Gaarder
    erschienen bei DTV, München
     
    Anita hat sich vor Jahren nach Athen abgesetzt, "um sich selbst zu finden". Jetzt machen sich Vater und Sohn auf den Weg, um sie zu suchen. Kaum aber erreichen sie die Alpen, gelangen sie auf mysteriöse Weise in den Besitz dieses winzigen magischen Büchleins mit der irrwitzigen Geschichte von der magischen Insel. Und damit nicht genug - je länger sie unterwegs sind, um so klarer zeichnet sich ab, daß die Ereignisse auf der Insel ganz eng mit ihrem eigenen Leben verknüpft sind. Die Geschichte einer dreifachen Reise: einer realen nach Griechenland, einer phantastischen auf die magische Insel und einer gedanklichen in die Philosophie.
    Verlagstext
     
    Dieser Rausch hat zwei Vorzüge: Erstens ist er für Leser von 12 bis 100 Jahren geeignet. Wesentlicher aber noch scheint der zweite Punkt zu sein: Das Ergebnis dieser Art von Trunkenheit ist ein Zugewinn an praktikablem Wissen.
    Süddeutsche Zeitung
     
    Ähnlich wie in "Sofies Welt" schreibt Jostein Gaarder wieder eine philosophische Kindergeschichte, die aber auch Erwachsene in ihren Bann schlägt. Wohltuend verzichtet Gaarder diesmal aber auf lehrreiche Texte und lässt angewandte Philosophie eine hinreißende Geschichte erzählen.
     
    Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär
     
    von Walter Moers
    erschienen im Eichborn Verlag, Frankfurt/Main
     
    Ein Blaubär, wie ihn keiner kennt, entführt die Leser in eine Welt, in der die Phantasien und der Humor abenteuerlich außer Kontrolle geraten sind: den Kontinent Zamonien, wo die Intelligenz eine übertragbare Krankheit ist und die Sandstürme viereckig sind, wo hinter jeder Idylle eine tödliche Gefahr lauert und all jene Wesen hausen, die aus dem alltäglichen Leben verbannt sind. In 13½ Lebensabschnitten kämpft sich der Held durch ein märchenhaftes Reich, in dem alles möglich ist - nur nicht Langweile.
    Verlagstext
     
    Moers' Einfallsreichtum kennt keine Grenzen.
    Frankfurter Allgemeine Zeitung
     
    Abenteuerlich, voll von unglaublichen Erfindungen, Entdeckungen, Gefahren, Prüfungen, Heldentaten, Katastrophen, spannend ohne Ende, weise und gelehrt, gemein und grausam, aber auch rührend, empfindsam und zum Heulen lieb. Ein Kinderbuch für Erwachsene, skurril, ironisch, gut ... und erst der Anfang! Den mittlerweile gibt es noch drei weitere Bücher aus Zamonien (besonders empfehlenswert davon ist "Die Stadt der Träumenden Bücher").
     
    Die Pest Die Pest
     
    von Albert Camus
    erschienen bei Rowohlt, Reinbek
     
    Die Stadt Oran wird von rätselhaften Ereignissen heimgesucht. Die Ratten kommen aus den Kanälen und verenden auf den Straßen. Kurze Zeit später sterben die Menschen an einem heimtückischen Fieber: Die Pest wütet in der Stadt. Oran wird hermetisch abgeriegelt. Ein Entkommen ist nicht möglich.
    Verlagstext
     
    Camus irrt sich nicht in seinem Roman. Das Drama sind nicht die, die durch die Hintertür zum Friedhof entwischten - und für die die Angst vor der Pest endlich vorbei war- , sondern die Lebenden, die in ihren stickigen Schlafzimmern Blut schwitzten, ohne der belagerten Stadt entfliehen zu können.
    Gabriel García Márquez
     
    Zugegeben, am Anfang musste ich mich ganz schön überwinden, dieses Buch zu lesen - steht doch Camus für 'harte Brocken'. Um so größer war die Überraschung über die Qualität des Buches. Also nicht einschüchtern lassen und Mut beweisen. Man wird belohnt!
     
    Fermats letzter Satz Fermats letzter Satz
     
    von Simon Singh
    erschienen bei DTV, München
     
    Der Satz des Pythagoras: a² + b² =c² steht im Zentrum des Rätsels, um das es hier geht. Diese "Urformel" gilt immer und überall, aber nur in der Zweier-Potenz, mit keiner anderen ganzen Zahl. In den Notizen des französischen Mathematikers Pierre Fermat, der im 17. Jahrhundert lebte, gibt es einen Hinweis, dass er den Beweis für dieses Phänomen gefunden hat. Doch der Beweis selbst ist verschollen. 350 Jahre lang versuchten nun die Mathematiker der nachfolgenden Generationen, diesen Beweis zu führen. Keinem wollte es gelingen, manche trieb das Problem sogar in den Selbstmord. Schließlich wurde ein Preis für die Lösung des Rätsels ausgesetzt. Nun gelang dem britischen Mathematiker Andrew Wiles 1995 der Durchbruch. Simon Singh wiederum gelang es, diese auf den ersten Blick abgelegene Geschichte so zu erzählen, dass niemand und auch kein Mathematikhasser sich ihrer Faszination entziehen kann.
    Verlagstext
     
    Dieses Buch ist ein Wunder.
    Süddeutsche Zeitung
     
    Die Geschichte um die Lösung von Fermats letztem Satz ist eigentlich eine kleine Geschichte der Mathematik; wunderbar und spannend von Singh geschrieben. Das Buch ist auch für Nicht-Mathematiker sehr verständlich und unterhaltsam (natürlich sollte man schon ein wenig Interesse auf diesem Gebiet zeigen) und bietet für besonders interessierte Leser einen Anhang, in welchem Singh einige mathematische Beweise Schritt für Schritt erläutert. Für Mathematikinteressierte ist dieses Buch einfach Pflicht!!!
     
    Generation Golf Generation Golf
     
    von Florian Illies
    erschienen im Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/Main
     
    Herrjeh, die Achtziger. Junior-Hefte, Nino de Angelos "Jenseits von Eden", der Sieg von VHS über Video 2000, die nervös piepsende Windrose am Ende der Tagesschau. Der FAZ-Nachwuchsfeuilletonist Florian Illies, 28, plaudert aus dem Scout-Schulranzen über die Urszenen seiner Menschwerdung als Stilkritiker. Und siehe da: Es wurde eine üppige Enzyklopädie der Marken und Moden der letzten 30 Jahre.
    Nikolaus Stemmer für amazon
     
    Illies ist ein Erinnerungsjunkie und Geschichtsverdreher.
    Die Welt
     
    Illies erweckt mit seinem Buch Kindheitserinnerungen - zumindst von mir. Dass er dabei noch versucht, unsere (und auch seine eigene) Generation tiefenpsychologisch zu deuten, gibt dem Buch so manche Länge. Sein Ziel zu provozieren, hat er aber sicherlich erreicht, ruft sein Buch doch sehr konträre Meinungen hervor - was den Verkaufserfolg nicht gerade mindert. Mir hat das Lesen aber zumindest viel Freude bereitet, da man ständig ausrufen konnte: "Ja, genau so war das in meiner Kindheit!". Und über die lacht man ja am Liebsten...
     
    Längengrad Längengrad
     
    von Dava Sobel
    erschienen bei btb, München
     
    Dieses Buch erzählt de Geschichte des unbekannten schottischen Uhrmachers John Harrison, dem es im 18. Jahrhundert gelang, die Schiffahrt durch die Lösungen des Längengrad-Problems auf neuen Kurs zu bringen. Trotz alles Intrigen seiner Rivalen setzte sich Harrissons geniale Erfindung letztlich durch. Es war ein Sieg von David über Goliath: Die großen Astronomen jener Zeit - Galilei, Newton, Halley - suchten die Lösung des damals schwierigsten nautischen Problems in den Gestrirnen...
    Verlagstext
     
    Ein großer Wurf, den man in einem Rutsch verschlingt. Brillant und meisterhaft von der ersten bis zur letzten Zeile.
    Die Welt
     
    Es ist schon erstaunlich, mit welch einfachen Ideen große Rätsel gelöst werden können. Diese Tatsache wird eindrucksvoll durch Dava Sobel am Beispiel des Längengrad-Problems verdeutlicht. Dabei konzentriert sie sich rein auf die Sachlage und schreibt keinen historischen Roman über die Zeit, als Segelschiffe große Navigationsprobleme hatten und der Warenverkehr keineswegs nur durch Piraten mit großen Unsicherheiten verbunden war.
    Besonderer Tipp: Dieses Buch gibt es auch in einer sehr schönen gebundenen Ausgabe mit zahlreichen kommentierenden Ilustrationen, die im Taschenbuch fehlen.
     
    Mein Leben Mein Leben
     
    von Marcel Reich-Ranicki
    erschienen bei DTV, München
     
    Lange Zeit hatte Marcel Reich-Ranicki die Niederschrift seiner Autobiographie vor sich hergeschoben. Dennoch wurde er von Freunden und Bekannten ermutigt und gedrängt, von Verlegern mit Geld gelockt. Sechs Jahre schrieb er an seinen Erinnerungen. Jetzt, im Alter von 79 Jahren, hat er sie vorgelegt.
    Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, wobei der Schwerpunkt auf der Zeit vor 1958 liegt. Die ersten beiden Abschnitte zeigen die Entwicklung und die Leidenszeit des Schülers und jungen Mannes, die in höchstem Maße von den Ereignissen der Zeitgeschichte geprägt ist. Es sind dies die Kindheit in Polen, die Jugend im nationalsozialistischen Berlin und schließlich die eindringlich und zugleich in einem ruhigen Tonfall geschilderten Zustände im Warschauer Getto. Nach dem Neuanfang im kommunistischen Polen erfolgt dann die Zäsur: Ende der Fünfziger zieht es Reich-Ranicki in die Bundesrepublik.
    Dieses Datum markiert einen Einschnitt im Leben des Kritikers und zugleich in dessen Erzählen. Hat er bis dahin seine Persönlichkeitsbildung als humanistisch geprägter Schüler und junger Mann in der immer barbarischer werdenden äußeren Welt ausführlich dargestellt, so erzählt er die folgenden Jahrzehnte nur noch in Episoden. Zwar kommt manches - z. B. seine Zeit bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung - etwas zu kurz, gleichwohl können andere Abschnitte dafür entschädigen: Die Begegnungen mit Mitgliedern der Familie Mann, sein Porträt Wolfgang Koeppens oder die jahrelange und letztlich doch gebrochene Freundschaft zu Joachim Fest werden unterhaltsam wie sensibel geschildert. "Mein Leben" ist ein Buch über das Gezeichnetsein durch die Schrecken des Dritten Reiches und über persönliche Enttäuschungen. Es ist aber auch ein Buch über glückliche Augenblicke, sowie über die Liebe, und zwar die zu seiner Frau und - natürlich zur Literatur.
    Alexander Simon für amazon
     
    Es ergreift durch die tonlose Stille des Entsetzens, durch subtile Andeutung, polemisches Verschweigen, durch Lakonik und Zärtlichkeit...Nur herzlose Leser werden sich diesem Drama in Prosa entziehen können.
    Der Spiegel
     
    Ich bin wahrlich kein Freund von Biographien und ich musste mich deshalb auch bei diesem Buch überwinden, mit dem Lesen anzufangen. Dann aber konnte ich es nicht mehr weglegen. Nicht umsonst ein Dauerbrenner in den Bestsellerlisten und von der Kritik umjubelt. Seine Fairness ist für mich herausragend.
     
    Mythenwald Mythenwald
     
    von Robert Holdstock
    in Deutschland leider nicht mehr verlegt
     
    Als Stephan Huxley aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrt, um den Spuren seines Vaters nachzugehen, führt ihn sein Weg nach Ryhope Wood. Dieser kleine Wald im Süden Englands ist der Überrest jenes Urwalds, der einst weite Teile Britanniens bedeckte, und er hat eine seltsame Faszination. Denn in diesem Wald erwacht die Vergangenheit zum Leben. Und im gleichen Maße, in dem Stephan seine eigene Vergangenheit zu bewältigen versucht, wird er hineingezogen in die kollektiven Phantasien zahlloser Generationen, die im Mythenwald greifbare Gestalt annehmen.
    Verlagstext
     
    Eines der seltsamsten, schönsten und unwiderstehlichsten Fantasy-Werke, das ich je gelesen habe. Ein Wunder von einem Buch.
    Keith Roberts
     
    Dieses Fantasybuch ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Es zeigt, dass Fantasy nicht immer gleichzusetzen ist mit "Conan der Barbar" und Konsorten. Dieses Fantasywerk (heutzutage würde man eher 'mystery' sagen) besticht durch seine Grundidee, dass sich in einem Stück Urwald die Sagengestalten all unserer Vorfahren manifestieren können und der Wald somit einen ungeheuren Reiz auf die ins Geheimnis eingeweihten Menschen ausübt, da sie sich dort immer wieder neu entdecken können. Für mich ist es eine Schande, dass dieses Buch nicht mehr in Deutschland verlegt wird, zumal es neben vielen weiteren Preisen auch mit dem "World Fantasy Award" ausgezeichnet wurde. In England jedenfalls erreicht dieses Werk immer noch sehr gute Verkaufszahlen - und das auch nicht grundlos.
     
    Q Q
     
    von Luther Blisset
    erschienen bei Piper, Zürich
     
    Raffiniert umspannt dieses Kultbuch vierzig Jahre des 16. Jahrhunderts, die die Welt veränderten. Deutschland ist im Umbruch, Luther und die Wiedertäufer, päpstliche Spione und aufständische Bauern kämpfen um die Macht. Vor diesem Hintergrund stehen sich zwei erbitterte Feinde gegenüber: ein Theologiestudent, Anführer der Häretiker, und sein unsichtbarer Feind Q, der Mann ohne Gesicht, der Statthalter des Papstes, der Verräter ohne Namen. Seine Mission ist es, den Geist der Revolte auszulöchen. Doch die Rebellen kämpfen mit unschlagbarer Waffe: der Macht des Wortes.
    Verlagstext
     
    Und es macht einfach Spaß zu lesen. Huren, Geschäfte, verbotene Bücher und päpstliche Intrigen, heißt es an einer Stelle, was sonst verleiht dem Leben Würze?
    Literaten
     
    Luther Blisset - das sind vier junge Autoren aus Bologna. Wie ihr Held verstecken sie sich hinter ein Pseudonym. Und das hatten sie gar nicht nötig. Denn ihr Roman über die Reformation, über Ketzer und päpstliche Spione ist einer der besten historischen Romane die ich gelesen habe - und ich habe schon viele gelesen. Die ersten hundert Seiten muss man sich zwar durch Zeit- und Perspektivensprünge kämpfen, aber dafür wird man belohnt!
     
    Und immer wieder die Zeit Und immer wieder die Zeit - Einstein's Dreams
     
    von Alan Lightman
    erschienen im Heyne Verlag, München
     
    Im Jahre 1905 sitzt der junge Patentexperte Einstein an seinem Schreibtisch im Berner Patentamt. Seine revoloutionäre Abhandlung zur speziellen Relativitätstheorie ist so gut wie beendet, und Einstein schließt die Augen und träumt...von neuen, unerhörten Wirklichkeiten, in denen die Zeit nicht mehr gleichmäßig fließt, sondern stockt oder springt, sich umkehrt oder verschwindet.
    Lightmans brillanter Roman über die Relativitätstheorie und die Visionen des jungen Einsteins ist ein poetisches Pendant zu Stephen Hawkings. Eine kurze Geschichte der Zeit.
    Verlagstext
     
    Gestig herausfordernd, anrührend, komisch und wundervoll geschrieben.
    Salman Rushdie
     
    Für alle, die gerne anspruchsvolle Gedankenspielereien mögen, ist diese Buch ein Muß! Mit leicht verständlichem Stil, entführt Lightman seine Leser in die irrwitzigsten möglichen Daseinsformen der Zeit. Zeitlos genial!! Belletristik im wahrsten Sinne des Wortes.
     
    Wie die Iren die Zivilisation retteten Wie die Iren die Zivilisation retteten
     
    von Thomas Cahill
    erschienen bei btb, München
     
    Noch heute verdankt Irland seinen Ruf als Insel der Heiligen und Gelehrten einer wenig bekannten Tatsache: Vom Fall Roms bis zum Aufstieg des mittelalterlichen Europa waren Lehre, Wissenschaft und Kultur beinahe vollständig vom europäischen Kontinent verschwunden. Einzig die irischen Mönche bewahrten liebevoll und sorgsam die geschriebenen Schätze aus den alten Zeiten.
    Verlagstext
     
    Eine unverschämt gewinnende, unangestrengt gelehrt, äußerst erfrischende Geschichte der Ursprünge der irischen Seele und ihrer riesigen Verdienstes um die westliche Kultur.
    Thomas Keneally
     
    Mit einem typisch hintergründigen Humor gelingt es Cahill eindrucksvoll zu zeigen, wie irische Mönche und Kopisten dem ganz dunklen Mittelalter wieder Kultur und Geist brachten. Nicht nur für Irlandliebhaber, auch wenn die ein oder andere Spitze gegenüber England nicht fehlen darf.
     
      Für Krimifreunde:
     
    Wer jetzt das Gefühl hat, ich würde nur so anstrengende Bücher lesen, den muss ich nun eines besseren belehren. Denn natürlich lese ich auch 'profanere' Literatur. Doch auch hier gibt es Qualitätsunterschiede; positive Beispiele möchte ich gleich herausheben. Da ich die wenigsten von guter Fantasyliteratur begeistern kann (was mir immer wieder ein Rätsel ist - doch ist Fantasy leider ein Genre, das völlig vorurteilsüberladen ist), versuche ich es auch erst gar nicht. Wer trotzdem für diese Richtung Tipps haben will, soll sich nur bei mir melden. Demnach kommt nun ein anderes Steckenpferd von mir zu tragen, die Kriminalliteratur. Vier sehr gute Reihen, die ich wärmstens empfehlen kann:
     
     
    Inspektor Paul Hjelm Inspektor Paul Hjelm
     
    von Arne Dahl
    erschienen bei Piper, Zürich
     
    Ich kenne einige Leute, denen gefällt Arne Dahl nicht. Er schreibt zwar spannende Krimis, die allerdings mit viel Ironie und sprachlichem Witz gewürzt sind - und so entsteht wohl bei manchen Lesern der Eindruck, Arne Dahl nähme sein Buch nicht wirklich ernst. Dem ist aber ganz sicher nicht so! Nur anstatt einer permanent depressiven Stimmung, wie sie heutzutage in der Krimiliteratur so schön schick ist, setzt Arne Dahl eher auf ironischen Humor und einer durchaus positiven Grundstimmung. Mit Gesellschaftskritik wird dabei aber nicht gespart! Und so wird nicht nur fleißig (und auch brutal) gemordet und im Team ermittelt, sondern es wird auch gelebt.
     
    Inspector Lynley Inspector Lynley
     
    von Elisbeth George
    erschienen im Goldmann Verlag, München
     
    Elisabeth George schreibt ihre Krimis in schöner alter englischen Tradition - und das, obwohl sie Amerikanerin ist. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass ihre Geschichten um Inspektor Lynley und Havers in England spielen - und dies oftmals in den Kreisen der sogenannten besseren Gesellschaft. Sehr typisch für George, deren Bücher immer dicker zu werden scheinen, ist ihr ständiger Wechsel der Betrachtungsebene. Dadurch wird die Situation aus vielerlei Augen dargestellt und bis aufs Genauste analysiert. Dass dabei gesellschaftliche Probleme angesprochen werden, machen ihre Geschichten um so glaubwürdiger.
     
    Commissario Brunetti Commissario Brunetti
     
    von Donna Leon
    erschienen bei Diogenes Verlag, Zürich
     
    Donna Leon wird oft Schwarzweißmalerei vorgeworfen, und man kann sie nicht immer von diesem Vorwurf freisprechen. Bösartig wie man ist könnte man sagen: sie ist nun einmal Amerikanerin. Ich persönlich habe das Ganze aber nie als wirklich störend empfunden. Denn was Commissario Brunetti vielen seiner Literaturkollegen voraus hat ist die Tatsache, dass er eine homogene Familie besitzt. Er ist nicht der von Liebesbeziehungen gebeutelte Polizist, der einem immer wieder begegnet. Demnach besitzen Leons Bücher auch einen ganz eigenen Reiz. Die Geschichte um das aufzulösende Verbrechen tritt manchmal zwar all zu sehr in den Hintergrund, man wird aber immer durch die Menschlichkeit von Brunetti und die Beschreibung seiner alltäglichen Probleme bei Laune gehalten. Langweilig sind die Bücher jedenfalls nie. Allerdings muss man bekennen, dass die letzten Fälle qualitativ leider ziemlich nachgelassen haben.
     
    Inspektor Van Veeteren Inspektor van Veeteren
     
    von Håkan Nesser
    erschienen bei btb, München
     
    Håkan Nesser schreibt unwahrscheinlich gradlinig - eine Eigenart vieler schwedische Krimiautoren. Ihn und seinen Inspektor Van Veeteren mit Mankell und Kommissar Wallander zu vergleichen, drängt sich zwar auf, doch sollte man beide nicht in einen Topf werfen. Im Gegensatz zu Mankell schreibt Nesser des öfteren aus der Sicht von Van Veeterens Kollegen, um ihn dadurch genauer zu charakterisieren. Auch fehlt eine familiäre Rahmenhandlung, da sich der Roman fast ausschließlich nur auf die Aufklärung des Kriminalfalls konzentriert.
     
    Kurt Wallander Kommissar Wallander
     
    von Henning Mankell
    erschienen bei DTV, München
     
    Mankells Bücher sind nicht einfach zu lesen. Er beschreibt die grausamen Fälle oft sehr genau, was nicht unbedingt etwas für zartbesaitete Gemüter ist. Sympathisch ist aber, dass diese Grausamkeiten seine Hauptfiguren auch nicht unberührt lassen. Ohnehin schätze ich Mankells Realismus (zumindest glaube ich, dass so die Realität ist). Er beschreibt ein aktuelles Gesellschaftsbild und beschönigt auch nicht die eigentliche Polizeiarbeit mit vielen Besprechungen und erfolglosen Ermittlungen. Wallander braucht oft Monate um einen Fall aufzuklären, weil wochenlang keine neue Erkenntnisse auftreten und erst der Zufall weiterhelfen muss. Auch werden die einzelnen Charaktere sehr gut beleuchtet - mit all ihren ganz eigenen Fehlern und Macken.
    Was Mankell noch auszeichnet ist seine Stilflexibilität. Die Bücher folgen nicht einem bestimmten Muster, sondern erzählen bspw. einmal nur aus der Sicht Wallanders, ein anderes Mal weiß der Leser gleich zu Beginn, wer der Gesuchte ist. Man hat also sicherlich nicht das Gefühl, dass man Massenware lesen würde. Wenn man dann noch weiß, wie sauber Mankell seine Fälle recherchiert, erschrickt man doch, dass die beschriebenen Verbrechen oft reale Ereignisse als Grundlage haben.
    Was mich an dieser Reihe aber stört, sind die nicht der eigentlichen Reihenfolge entsprechenden Erscheinungen der Bücher. Warum der Verlag nicht Wallanders ersten Fall auch als erstes Buch der Reihe herausgebracht hat, ist mir ein Rätsel - zumal es oft genug Anspielungen auf zurückliegende Fälle gibt.
     
     Kommissar Berndorf Kommissar Berndorf
     
    von Ulrich Ritzel
    erschienen bei btb, München
     
    Und nun endlich auch mal ein deutscher Autor: Ulrich Ritzel ist zwar nicht mehr der allerjüngste (Jahrgang 1940), aber vielleicht schreibt er deshalb so gut. Nach 35 Jahren Journalismus hat er zumindest genug Erfahrung, wie man für ein gutes Buch recherchieren muss. Zum Glück zeigt er das auch eindrucksvoll. Hier werden deutsche Geschichte, typisch deutscher Klüngel und deutsches Denken hervorraged literarisch umgesetzt - und spannend ist es auch noch. Und sein Kommissar Berndorf ist nicht nur kantig, nachdenklich, leicht melancholisch und literarisch gebildet, sondern mittlerweile auch schon im Ruhestand ... was allerdings nicht heißen mag, dass er keine Fälle mehr löst!