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  • Zitate von William Shakespeare 

    Dulden muß der Mensch sein Scheiden aus der Welt, wie seine Ankunft: Reif sein ist alles!

    Auch wenn es nicht danach aussieht, aber ich habe mich wirklich zurückgehalten. Doch lasse ich nun endgültig lieber Shakespeare sprechen - allerdings nicht in seiner Muttersprache, sondern hauptsächlich in der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel. Ich zitiere aus:

    • Hamlet
    • Othello
    • Romeo und Julia
    • König Lear
    • Macbeth
    • Viel Lärm um nichts
    • Richard II
    • Richard III
    • Heinrich IV
    • Julius Cäsar
    • Der Sturm
    • Ein Sommernachtstraum
    • Der Kaufmann von Venedig

     

    Hamlet Hamlet
     
    Hamlet:
     
    Mehr als befreundet, weniger als Freund.
     
    Schwachheit, dein Nam´ ist Weib!
     
    Wirtschaft, Horatio! Wirtschaft! Das Gebackne vom Leichenschmaus gab kalte Hochzeitschüsseln.
     
    Gebt allem einen Sinn, doch keine Zunge.
     
    Denn an sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu!
     
    Wetter! denkt ihr, daß ich leichter zu spielen bin als eine Flöte? Nennt mich, was für ein Instrument ihr wollt, ihr könnt mich zwar verstimmen, aber nicht auf mir spielen.
     
    Nennt es nicht Liebe! Denn in Eurem Alter ist der Tumult im Blute zahm.
     
     
    Claudius, der König:
     
    Er ist beliebt bei der verworrnen Menge, die mit dem Aug´, nicht mit dem Urteil wählt.
     
     
    Gertrud, die Königin:
     
    Sei du gewiß, wenn Worte Atem sind und Atem Leben ist, hab ich kein Leben, das auszuatmen, was du mir gesagt.
     
     
    Polonius:
     
    Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge, noch einem Ungebührlichen die Tat.
     
    Mit der Andacht Mienen und frommen Wesen überzucken wir den Teufel selbst.
     
     
    Othello Othello
     
    Othello:
     
    Wenn der Bestohlne nicht vermißt den Raub, sagt ihr´s ihm nicht, so ist er nicht bestohlen.
     
    Nein, mein Herz ist zu Stein geworden; ich schlage daran, und die Hand schmerzt mich.
     
     
    Desdomona:
     
    Ich bin nicht fröhlich, doch verhüll ich gern den innern Zustand durch erborgten Schein.
     
     
    Cassio:
     
    O du unsichtbarer Geist des Weins, wenn du noch keinen Namen hast, an dem man dich kennt: so heiße Teufel!
     
     
    Jago:
     
    Denn ich bin nichts, wenn ich nicht lästern darf.
     
    In uns selber liegt´s, ob wir so sind oder anders. Unser Körper ist ein Garten und unser Wille der Gärtner.
     
    Gut Gewissen heißt dort nicht: unterlaß! nein: halt geheim!
     
    Dies ist die Nacht, die mich vernichtet oder glücklich macht.
     
     
    Romeo und Julia Romeo und Julia
     
    Romeo:
     
    Gut, ich begleite dich. Nicht um des Schauspiels Freuden: an meiner Göttin Glanz will ich allein mich weiden.
     
    Liebt´ ich wohl je? Nein, schwör es ab, Gesicht! Du sahst bis jetzt noch wahre Schönheit nicht.
     
    Nenn mich Geliebter, und du taufst mich neu.
     
    Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt.
     
    Nur fürcht ich, weil mich Nacht umgibt, dies alles sei nur Traum, zu schmeichelnd süß, um wirklich zu bestehn.
     
     
    Julia:
     
    Gern will ich sehn, ob Sehen Neigung zeugt.
     
    Ich sah zu früh, den ich zu spät erkannt.
     
    Doch Alte tun, als lebten sie nicht mehr, träg, unbehilf und wie Blei so schwer.
     
     
    Lorenzo:
     
    Einfältig, lieber Sohn! Nicht Silben fein gestochen! Wer Rätsel beichtet, wird in Rätsel losgesprochen.
     
    Liegt junger Männer Liebe denn in den Augen nur, nicht in des Herzens Triebe?
     
     
    Apotheker:
     
    Nur meine Armut, nicht mein Wille weicht.
     
     
    König Lear König Lear
     
    König Lear:
     
    Ich bin ein Mann, an dem mehr gesündigt, als er sündigte.
     
     
    Regan:
     
    Aus Spöttern werden oft Propheten.
     
     
    Kent:
     
    Meinst Du, daß Pflicht zu reden scheut, weil Macht zum Schmeicheln sinkt?
     
     
    Edmund:
     
    Eine herrliche Ausflucht für den Liederlichen, seine hitzige Natur den Sternen zur Last zu legen.
     
    Die Jungen steigen, wenn die Alten fallen.
     
     
    Narr:
     
    Ich bin jetzt mehr als du. Ich bin ein Narr, du bist nichts.
     
    Du hättest nicht alt werden sollen, eh´ du klug geworden bist.
     
     
    Macbeth Macbeth
     
    Macbeth:
     
    Wär´s abgetan, so wie´s getan ist, dann wär´s gut, man tät es eilig.
     
     
    Lady Macbeth:
     
    Groß möchtst du sein, bist ohne Ehrgeiz nicht; doch fehlt die Bosheit, die ihn begleiten muß. Was recht du möchtest, das möchtst du redlich; möchtst falsch nicht spielen und unrecht doch gewinnen.
     
     
    Macduff:
     
    Mag alles so geschehn, daß wir nicht sagen: bequemer war der alte Rock zu tragen.
     
     
    Hexe:
     
    Ha! mir juckt der Daumen schon, sicher naht ein Sündensohn!
     
     
    Viel Lärm um nichts Viel Lärm um nichts
     
    Don Pedro:
     
    Es zeigen sich in der Tat mitunter Funken an ihm, welche wie Witz aussehn.
     
    Was für ein artiges Ding ein Mann ist, wenn er in Wams und Hosen herumläuft und seinen Verstand zu Hause läßt!
     
     
    Leonato:
     
    Menschen, sie raten, trösten, heilen nur den Schmerz, den sie nicht selber fühlen. Trifft er sie, dann wird zur wilden Wut derselbe Trost, der eben noch Arznei dem Gram verschrieb.
     
    Ich bitt Dich schweig. Ich bin nur Fleisch und Blut. Denn noch bis jetzt gab´s keinen Philosophen, der mit Geduld das Zahnweh konnt´ ertragen.
     
     
    Claudio:
     
    Freundschaft hält Stand in allen Dingen, nur in der Liebe Dienst und Werbung nicht.
     
    Schweigen ist der beste Herold der Freude. Ich wäre nur wenig glücklich, wenn ich sagen könnte, wie sehr ich´s bin.
     
    Gebt eurem Freunde nicht die faule Frucht.
     
     
    Beatrice:
     
    Glücklich sind, die erfahren, was man an ihnen aussetzt, und sich danach bessern können.
     
     
    Benedict:
     
    Es ist nicht so und war nicht so, und wolle Gott nur nicht, daß es auch so werde!
     
    Und darum macht nur keine Glossen wegen dessen, was ich ehmals dagegen gesagt habe; denn der Mensch ist ein schwindliches Geschöpf, und damit ist´s gut.
     
     
    Richard II Richard II
     
    Richard:
     
    Ich spürte lieber Eure Lieb´ im Herzen als Euer Höflichtun in meinem Aug´.
     
     
    Gaunt:
     
    Was süß schmeckt, wird oft bitter beim Verdaun.
     
     
    Northumberland:
     
    Ei, sprich dich aus, und spreche der nie wieder, der dir zum Schaden deine Worte nachspricht.
     
     
    Richard III Richard III
     
    König Richard - vormals Gloster:
     
    So geht's, wenn Weiber einen Mann regieren.
     
    Sieh, wie der Ring umfasset deinen Finger, so schließt dein Busen ein mein armes Herz; trag beide, denn sie sind beide dein.
     
    Ich war ein Langschläfer; doch ich hoffe, mein Absein hat kein groß Geschäft versäumt, das meine Gegenwart beschlossen hätte.
     
    Komm, denn ich lernte, bängliches Erwägen sei schläfrigen Verzuges blei'rner Diener.
     
    Seht, was geschehn, steht jetzo nicht zu ändern. Der Mensch geht manchmal unbedacht zu Werk, was ihm die Folge Zeit läßt bereun.
     
    Ei nun, was gilt das mir mehr als dem Richmond? Denn derselbe Himmel, der mir sich wölkt, sieht trüb herab auf ihn.
     
     
    Richmond:
     
    Hoffnung ist schnell und fliegt mit Schwalben schwingen; aus Kön'gen machen sie Götter, Kön'ge aus Geringen.
     
     
    Elisabeth:
     
    O du in Flüchen wohl Erfahrne, weile und lehre mich, zu fluchen meinen Feinden!
     
     
    Buckingham:
     
    Tut mädchenhaft, sagt immer nein, und nehmt.
     
    Der hoh' Allsehende, mit dem ich Spiel trieb, wandt' auf mein Haupt mein heuchelndes Gebet und gab im Ernst mir, was ich bat im Scherz.
     
     
    Stanley:
     
    Für Treu' stünd' ihnen besser wohl ihr Haupt, als manchen, die sie anklagt, ihr Hut.
     
     
    Geist:
     
    Träum weiter, träum von Tod und von Verderben: du sollst verzweifeln und verzweifelnd sterben.
     
     
    Heinrich IV Heinrich IV
     
    König Heinrich:
     
    O Schlaf! o holder Schlaf! Du Pfleger der Natur, wie schreckt' ich dich, daß du nicht mehr zudrücken willst die Augen und meine Sinne tauchen in Vergessen.
     
    O blöder Jüngling! Die Größe, die du suchst, wird dich erdrücken.
     
     
    Northumberland:
     
    Du zitterst, und die Blässe deiner Wange sagt deine Botschaft besser als dein Mund.
     
    Ihr raubt mir allen Mut, indem ihr alte Fehler neu bejammert. Doch ich muß gehen und die Gefahr da treffen, sonst sucht sie andrer Orten mich und findet mich schlechter noch gerüstet.
     
     
    Falstaff:
     
    Ich weiß kein Mittel gegen diese Auszehrung des Geldbeutels; Borgen zieht es bloß in die Länge, aber die Krankheit ist unheilbar.
     
     
    Gerücht:
     
    Die Ohren auf! Denn wer von euch verstopft des Hörens Tor, wenn laut Gerüchte spricht?
     
     
    Julius Cäsar Julius Cäsar
     
    Julius Cäsar:
     
    Der Feige stirbt schon vielmal, eh´ er stirbt, die Tapfern kosten einmal nur den Tod.
     
     
    Brutus:
     
    Wir wissen, daß wir sterben werden; Frist und Zeitgewinn nur ist der Menschen Trachten.
     
    Die tiefe Nacht hat das Gespräch beschlichen, und die Natur muß frönen dem Bedürfnis, das mit ein wenig Ruh´wir täuschen wollen.
     
     
    Der Sturm Der Sturm
     
    Prospero:
     
    Zieh deiner Augen Fransen-Vorhang auf und sag, was siehst du dort?
     
     
    Gonzalo:
     
    Der Wahrheit, die Ihr sagt, fehlt etwas Milde und die gelegne Zeit: Ihr reibt den Schaden, statt Pflaster aufzulegen.
     
     
    Stephano:
     
    Bei dieser Faust, ich gebe meiner Barmherzigkeit den Abschied und mache einen Backfisch aus dir.
     
     
    Caliban:
     
    Schlag ihn nur tüchtig! Nach ´nem kleinen Weilchen schlag ich ihn auch.
     
     
    Ein Sommernachtstraum Ein Sommernachtstraum
     
    Theseus:
     
    Doch die gepflügte Ros´ ist irdischer beglückt, als die, am unberührten Dorne welkend, wächst, lebt und stirbt in heil´ger Einsamkeit.
     
     
    Puck:
     
    Und so weit bin ich froh, daß so sich´s fügt, weil diese Balgerei mich sehr vergnügt.
     
     
    Der Kaufmann von Venedig Der Kaufmann von Venedig
     
    Antonio:
     
    Mir gilt die Welt nur wie die Welt, Graziamo: ein Schauplatz, wo man eine Rolle spielt, und mein´ ist traurig.
     
     
    Bassanio:
     
    Könnt´ ich zum Fehler eine Lüge fügen, so würd´ ich´s leugnen.
     
     
    Porzia:
     
    Wäre tun so leicht, als wissen, was gut zu tun ist, so wären Kapellen Kirchen geworden und armer Leute Hütten Fürstenpaläste. Der ist ein guter Prediger, der seine eignen Ermahnungen befolgt: ich kann leichter zwanzig lehren, was gut zu tun ist, als einer von den zwanzig sein und meine eignen Lehren befolgen.
     
    Gott schuf ihn, also laßt ihn für einen Menschen gelten.
     
     
    Jessica:
     
    Ach, wie gehässig ist es nicht von mir, daß ich des Vaters Kind zu sein mich schäme. Doch, bin ich seines Blutes Tochter schon, bin ich´s nicht seines Herzens.
     
     
    Nerissa:
     
    Die alte Sag´ ist keine Ketzerei, daß Frein und Hängen eine Schickung sei.
     
     
    Lanzelot:
     
    Adieu! - Tränen müssen meine Zunge vertreten.

    Hier sollte nun ein kleiner Lebenslauf von Shakespeare stehen. Doch wer war der Autor, der Shakespeare genannt wird, wirklich? Seit Jahrhunderten wird darüber gestritten, ob der ungehobelte und geldgierige Schauspieler William Shakespeare aus Stratford-on-Avon tatsächlich der Autor solch geistig wertvoller Dramen war, oder eben doch nur Mittelsmann für eine andere Person, die sich aus gesellschaftspolitischen Gründen nicht zu erkennen geben konnte. Ich möchte darüber gar kein Urteil abgeben. Erstens mindert die ungeklärte Urheberschaft nicht den Wert von Shakespeares Werken (und darauf kommt es doch wirklich nur an) und zweitens ist das romantisch verklärte Bild eines schreibenden Schauspielers zu schön, um es groß in Frage zu stellen.