Diaballik von Philippe Lefrancois – erschienen im Giseh Verlag
Schon wieder empfehle ich ein älteres Spiel – und in diesem Fall sogar ein Spiel, welches es leider nicht mehr über den Einzelhandel zu beziehen gibt. Aber wenn es euch auf einem (virtuellen) Flohmarkt in die Hände gelangt, dann gilt es zuzugreifen!
Bedauerlicherweise erhielt das Spiel damals nicht die Aufmerksamkeit, die es verdient gehabt hätte – was aber wohl auch an der gewählten Aufmachung lag. Diese ist sehr hochwertig, edel und damit somit nicht gerade preiswert ... und zudem viel zu abstrakt! Im Kern ist es nämlich kein denklastiger abstrakter Hirnverzwirbler, wie es die Aufmachung vermuten lässt. Nein, im Prinzip ist es eine Brettspiel-Umsetzung aus dem Mannschaftssport: Jede Mannschaft versucht über Freilaufen und Passen einen eigenen Spiel-Ball an der gegnerischen Startlinie abzulegen (wie z.B. beim Ultimate Frisbee, Rugby oder auch beim American Football). Unbedarfte Spieler haben sich aufgrund des Äußeren vielleicht nicht an das Spiel gewagt und das Stammpublikum abstrakter Strategiespiele empfanden das Spiel vielleicht als zu seicht. Ich habe jedenfalls immer Probleme gehabt, dieses Spiel "an den Mann zu bekommen".
Auch aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, das Spiel durch eine Neugestaltung dem angedachten Zielpublikum (= meinem Sohn) näherzubringen. Angeregt durch die Umsetzung der entsprechenden Smartphone-App bzw. bei Boîte à Jeux, habe ich den Spielplan auf ein Handballspielfeld übertragen. Durch meine eigene Handball-Vergangenheit, die ich an meine Kinder weitergegeben habe, war ich sowieso schon lange auf der Suche nach einem Handballspiel* – zumal diese Übungsform oft Bestandteil des Aufwärmprogramms war (wenn wir keinen Fußball spielen durften).
Zum Geburtstag meines Sohnes gab es somit diese DIABALLIK-Version:
Dank des selbst zu gestaltenen Zubehörs von Spielmaterial.de konnte ich meine Ideal-Umsetzung des Spiel angehen. Hatte ich erst mit beklebaren Holzscheiben getestet (auf der Vorderseite der Spieler, und auf der Rückseite der Spieler mit Ball – man musste also immer die Spielerfigur, die im Ballbesitz war, umdrehen), bin ich dann über die tollen Scheiben mit der Einkerbung gestolpert. Das Spiel wird dadurch zwar schon wieder etwas abstrakter, aber die Handhabung ist wesentlich einfacher.
Glücklicherweise kam das Spiel auch entsprechend gut bei meinem Sohn und seinen Freunden an. Die Einstiegshürde wurde erfolgreich umschifft und nun können die Jungs erlernen, wie wichtig es ist, sich freizulaufen und die Passwege zuzustellen. Vielleicht sollte ich damit mal beim DHB vorstellig werden.
Anbei in der Galerie mal ein typisches Spiel. Wir haben wieder die Startaufstellungsvariante gewählt, die schon zwei Kreisläufer am gegnerischen Kreis vorsieht. Ist der Spieler am Zug, darf er sich zwei Felder bewegen (nur horizontal und vertikal – kann man auch auf seine Spieler aufteilen) und einmal während seines Zuges darf er einen Pass spielen. Mit Ball darf nicht gelaufen werden. Fängt ein Spieler den Ball am gegnerischen Kreis, kann er erfolgreich ein Tor werfen und geht mit einem Punkt in Führung. Hier ein ganz schnelles Tor, weil der grüne Spieler geschlafen hat...


















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