kritisch gespielt: Bloxx!

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Bloxx! von Klaus-Jürgen Wrede – erschienen bei Noris Spiele

Bloxx - Box
Foto: Noris Spie­le

Nach der Roll-and-Wri­te-Tri­lo­gie im Win­ter, folgt nun eine ent­spre­chen­de Tetra­lo­gie. Kei­ne Fra­ge, Roll-and-Wri­te-Spie­le sind wohl der Trend der letz­ten Zeit. Das hat aber für die am Trend betei­lig­ten Ver­la­ge und Autoren nicht nur Vor­tei­le. Denn bei der gan­zen Flut an ent­spre­chen­den Spie­len, flie­gen ger­ne mal wel­che unver­dient unter dem Radar. Da hilft selbst so ein gro­ßer Name wie Klaus-Jür­gen-Wre­de nicht immer. Ich habe in mei­nen Run­den jeden­falls immer wie­der erstaun­te Bli­cke geern­tet, wenn ich BLOXX! auf den Tisch brach­te. Denn von die­sem Spiel hat­ten nur die wenigs­ten gehört. So rich­tig scheint Noris noch nicht in der geeki­gen Sze­ne ange­kom­men zu sein.

The­ma… hat Tetris ein The­ma? Wenn ja, dann hat BLOXX! das glei­che.

Gra­fik… ist funk­tio­nal und anspre­chend – lei­der ließ sich nicht her­aus­fin­den, wer dafür ver­ant­wort­lich ist. Scha­de, denn hin­ter die­ser Arbeit muss sich kei­ner ver­ste­cken.

Bloxx - Inhalt
ein Block. zwei Wür­fel, eine Regel … und ziem­lich viel Luft

Aus­stat­tung… folgt ganz puris­tisch den klas­si­schen Roll-and-Wri­te-Vor­bil­dern. In der Box befin­den sich ledig­lich die Regel, ein Abreiss­block und zwei Wür­fel. Die Wür­fel­sei­ten zei­gen dabei die typi­schen Tetris-For­men, wobei immer ein Qua­drat die­ser For­men nicht mit einem X, son­dern mit einem ◯ ver­se­hen ist. Und noch etwas fällt auf: auf dem Spiel­block sind neben vier far­bi­gen Zei­len auch noch eine Men­ge Zif­fern von 2 bis 4 abge­bil­det.

Bloxx - Würfel
die­se beson­de­ren For­men kennt wohl jeder

Ablauf… der akti­ve Spie­ler wür­felt mit den zwei Wür­feln. Einen die­ser bei­den Wür­fel darf er nun nut­zen, in dem er die ent­spre­chen­de Form auf sei­nem Block ein­zeich­net (dabei ist der ◯ als sol­ches zu über­tra­gen, so dass im Ide­al­fall die vor­han­de­nen Zif­fern nicht durch­kreuzt, son­dern ein­ge­kreist wer­den). Dabei gel­ten natür­lich die Gra­vi­ta­ti­ons­re­geln – sprich, die For­men "fal­len" von oben nach unten, so dass am unte­ren Ende des Blo­ckes begon­nen wird.

Die Mit­spie­ler dür­fen nun eben­falls den schon aus­ge­wähl­ten Wür­fel nut­zen. Dann ver­zich­ten sie aller­dings auf den Kreis und machen nur Kreu­ze. Oder aber sie nut­zen den bis­her ver­schmäh­ten Wür­fel – dann darf der ◯ auf den eige­nen Block über­tra­gen wer­den.

Bloxx - Ende
am Ende wird natür­lich abge­rech­net

Erfah­re­ne Spie­ler kön­nen es sich schon den­ken: die ein­ge­kreis­ten Zif­fern sind am Ende ent­spre­chend Sieg­punk­te wert – ein Grund, sie also nicht durch­strei­chen zu wol­len. Zusätz­lich erhält man Punk­te, wenn die far­bi­gen Rei­hen kom­plett gefüllt sind (mit X oder auch ◯). Hier wird der Spie­ler mit mehr Punk­ten belohnt, der das vor sei­nen Mit­spie­lern schafft. Schluss­end­lich muss man sich am Ende für jedes freie Feld wie­der einen Punkt abzie­hen.

Bloxx - Vergleich
nicht wirk­lich klein (dafür aber durch­aus oho)

Das gefällt mir nicht so gut: BLOXX! erscheint in der Rei­he "klein, aber oho!" – wobei so rich­tig klein ist die Box gar nicht. Um mal ein Maß­stab zu geben: in die BLOXX!-Box (der Wort­witz muss­te sein) kann man pro­blem­los vier QWIXX-Boxen legen. Das wäre halb so schlimm, wenn dann jeden­falls als Ser­vice noch ein paar Stif­te mit hin­ein gelegt wor­den wären. Die­se feh­len aller­dings, was ich bei der reich­lich vor­han­de­nen Luft schon als einen klei­nen Man­gel erach­te. So lädt BLOXX! lei­der nicht dazu ein, es für unter­wegs mit­zu­neh­men.

Bloxx - Spielsituation
lie­ber Krei­se als Kreu­ze

Das gefällt mir gut: Zwangs­läu­fig muss man BLOXX! mit BRIKKS ver­glei­chen. Bei­de sind im Herbst 2018 erschie­nen und bei­de sind von namen­haf­ten Autoren ent­wi­ckelt wor­den (wobei der Name Wolf­gang Warsch aktu­ell etwas "hei­ßer" ist als Klaus-Jür­gen Wre­de). Im direk­ten Ver­gleich gefällt mir dabei BLOXX! wesent­lich bes­ser als BRIKKS. Es ist viel weni­ger ver­kopft und damit deut­lich zugäng­li­cher. Die Regeln sind sofort ver­stan­den und es gibt kei­ne Son­der-Spe­zi­fi­ka­tio­nen, die den Spiel­fluss hem­men. Zusätz­lich wird auch das Glück weni­ger stra­pa­ziert, da man zwei Wür­fel hat und man zudem die Figu­ren frei dre­hen und spie­geln kann. Somit ist das Kor­sett weni­ger eng, was wie­der­um sehr den Spiel­spaß för­dert. Haben wir uns bei BRIKKS oft­mals gespielt gefühlt, hat­ten wir bei BLOXX! viel mehr das Gefühl, eige­ne sinn­vol­le Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen. Natür­lich hofft und bib­bert man beim Wür­feln, aber man hat mehr Frei­heits- und Ent­schei­dungs­gra­de. Kurz­um: BLOXX! hat uns deut­lich bes­ser unter­hal­ten und ist für mich kla­re ers­te Wahl, wenn ich eine Ver­wür­fe­lung von Tetris spie­len möch­te.

Ein wenig habe ich mich über die Grö­ße der Box geär­gert. Das aller­dings mehr wegen der vie­len Luft als wegen des über­gro­ßen Blocks. Denn die­ser hat den gro­ßen Vor­teil, dass auch älte­re Men­schen sehr gut BLOXX! spie­len kön­nen. Erfah­rungs­ge­mäß haben die­se öfters Pro­ble­me mit zu klei­nen Zah­len und Abstreich-Fel­dern. Bei BLOXX! ist das defi­ni­tiv kein The­ma.

Auch noch her­vor­he­ben möch­te ich die gute Anlei­tung. Gut, die Regeln sind wirk­lich ein­fach. Trotz­dem wer­den die­se einer­seits prä­zi­se und knapp erklärt, ande­rer­seits wer­den aber vie­le gute Bei­spie­le dar­ge­stellt. Nur fra­ge ich mich, war­um die Grö­ße der Regel nicht an die Box ange­passt wur­de. Denn was für die Blö­cke gilt, ist so lei­der nicht auf die Regel anwend­bar: die gewähl­te Schrift­grö­ße ist nicht unbe­dingt für älte­re Augen geeig­net.

Fazit: Für die Leu­te, die nur schnell das Fazit lesen: BLOXX! ist in mei­nen Augen das wesent­lich bes­se­re BRIKKS. Manch­mal ist weni­ger mehr!

Titel Bloxx!
Autor Klaus-Jür­gen Wre­de
Gra­fik ?
Dau­er ca. 15 Minu­ten
Spie­le­ran­zahl 2 bis 4 Spie­ler
Ziel­grup­pe Freun­de der ana­lo­gen Wür­fel­com­pu­ter­spie­le
Ver­lag Noris Spie­le
Jahr 2018

Ich bedan­ke mich bei Noris für die Bereit­stel­lung eines Rezen­si­ons­ex­em­plars. Ich bin mir sicher, dass durch die­se Bereit­stel­lung mei­ne Mei­nung nicht beein­flusst wur­de. Die Bespre­chung spie­gelt mei­ne gemach­te Erfah­rung wider.

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