kritisch gespielt: Cat Lady

Cat Lady von Josh Wood – erschienen bei Pegasus Spiele

Cat Lady - Box

Foto: Pega­sus Spie­le

Ich gebe es gleich zu Anfang zu: das Cover von CAT LADY hat mich erst ein­mal total abge­schreckt. Bei unse­rer Toch­ter haben wir erfolg­reich die Pin­ki­fi­zie­rung bekämpft (ihre Lieb­lings­far­be ist blau) – und nun soll ich mir ein sol­ches Spiel ins Regal stel­len? Das fiel mir schwer. Aller­dings bin ich auch ein aus­ge­spro­che­ner Kat­zen­lieb­ha­ber und so habe ich mir trotz der domi­nie­ren­den Rosa­tö­ne CAT LADY näher ange­schaut.

The­ma... als Kat­zen­freund will man ja nur das Bes­te für sein Tier. Also wird die Kat­ze mit Fut­ter und Spiel­zeug ver­sorgt – und manch einer glaubt, dass Kat­zen ger­ne Kos­tü­me tra­gen. Das kann ich so zwar nicht nach­voll­zie­hen, aber es gibt nun ein­mal ver­schie­de­ne Geis­ter. Rea­li­täts­nah ist aller­dings die Spritz­fla­sche um erfolg­reich die Kat­zen dazu zu bewe­gen, sich zu bewe­gen.

Cat Lady - Vergleich

Unter­schie­de zwi­schen den Aus­ga­ben von AEG und Pega­sus

Illus­tra­tio­nen... sind vom Autor selbst. Den Stil wür­de ich wohl­wol­lend als redu­ziert bezeich­nen, denn irgend­wie fehlt ein wenig die Tie­fe in den Zeich­nun­gen. Aber was soll's. Die Kat­zen sehen süß aus und alles lässt sich gut erken­nen. Inter­es­sant fin­de ich aller­dings, mit wie wenig Stri­chen man den Cha­rak­ter eines Bil­des ändern kann. Denn die deut­sche Aus­ga­be von CAT LADY kommt mit einem etwas ande­ren Cover­bild daher als das ame­ri­ka­ni­sche Ori­gi­nal von AEG. Da sind die Augen mini­mal ver­än­dert und ein paar Schnurr­haa­re hin­zu­ge­fügt – und schon sieht die Kat­ze viel fröh­li­cher und ein­la­den­der aus.

Aus­stat­tung... wie­der liegt die magi­sche Anzahl von 120 Kar­ten in der Box – nebst einer klei­nen Holz­kat­ze (die unnö­ti­ger­wei­se auch in rosa gehal­ten ist). Die Kar­ten unter­schei­den sich in Punkte­kar­ten, "Streu­ner" und die eigent­li­chen Spiel­kar­ten (die wie­der­um aus ver­schie­de­nen Sor­ten bestehen: Kat­zen, Fut­ter, Kos­tü­me usw.).

Cat Lady - Übersicht

über­sicht­li­che Aus­la­ge

Ablauf... über­for­dert kei­nen. Zuerst wird eine offe­ne Aus­la­ge von 3×3 Spiel­kar­ten gebil­det. Zusätz­lich wer­den noch drei Streu­ner sowie die Punkte­kar­ten offen aus­ge­legt. Nun nimmt sich ein Spie­ler die drei Kar­ten einer ver­ti­ka­len Spal­te bzw. einer hori­zon­ta­len Rei­he. Die­se Spal­te bzw. Rei­he wird dann mit der Holz­kat­ze am Rand mar­kiert und wie­der vom Nach­zieh­sta­pel auf­ge­füllt. Der nach­fol­gen­de Spie­ler folgt dann mit sei­nem Spiel­zug. Dabei ist aller­dings zu beach­ten, dass die Kar­ten der Spal­te / Rei­he, die mit der Kat­ze mar­kiert ist, nicht genom­men wer­den darf.

Die somit erhal­te­nen Spiel­kar­ten unter­schei­den sich etwas bzgl. ihrer Funk­ti­on. Kat­zen wer­den offen aus­ge­legt und man erhält am Spie­len­de Punk­te, wenn sie voll­stän­dig nach ihren Fut­ter­wün­schen ernährt sind. Dem­entspre­chend gibt es die ent­spre­chen­den Fut­ter­kar­ten, die eben­falls offen aus­ge­spielt wer­den. Die rest­li­chen Spiel­kar­ten nimmt man vor­erst ver­deckt auf die Hand. Die­se ermög­li­chen es, Streu­ner anzu­wer­ben ("Super-Kat­zen" die mehr Punk­te brin­gen), die Holz­kat­ze zu ver­set­zen (mit der Spritz­fla­sche) oder am Ende zusätz­li­che Punk­te zu gene­rie­ren (Spiel­zeug, Kos­tü­me und Kat­zen­min­ze). Die Streu­ner sind dabei auf drei Kar­ten begrenzt. Wird sich ein Streu­ner genom­men, dann kommt kei­ner nach. Es wird bei die­sen Kar­ten also Schnel­lig­keit belohnt.

Cat Lady - Ende

die Kat­zen wer­den mit Fut­ter ver­sorgt – das als Kar­ten unter die Kat­zen gescho­ben wird

Das gefällt mir nicht so gut: Im Ver­gleich zur ame­ri­ka­ni­schen Aus­ga­be von AEG kommt die deut­sche Pega­sus-Aus­ga­be etwas redu­zier­ter daher. So besitzt die ame­ri­ka­ni­sche Aus­ga­be noch zusätz­lich klei­ne Holz­wür­fel, die das Fut­ter sym­bo­li­sie­ren und dann auf die eige­nen aus­lie­gen­den Kat­zen ver­teilt wer­den. Bei der Pega­sus-Aus­ga­be wird alles nur über die Kar­ten gere­gelt, was aber ein recht umständ­li­ches Hand­ling zur Fol­ge hat (da das Fut­ter wäh­rend des Spiels immer wie­der ver­scho­ben wer­den darf). Hier sähe ich also lie­ber die Aus­stat­tung von AEG auch in der deut­schen Box. Auch des­we­gen, weil dort eine graue Holz­kat­ze anstatt die­ser häss­li­chen (und unrea­lis­ti­schen) rosa Kat­ze in der Box ist. Mal schau­en, ob ich hier selbst noch tätig wer­de und nach­rüs­te.

Wenn man mit Kin­dern spielt (was sehr gut mög­lich ist), dann hat man das Gefühl, dass die End­wer­tung län­ger dau­ert als das eigent­li­che Spiel. Das ist natür­lich ein wenig über­trie­ben, aller­dings ist die End­wer­tung durch die vie­len unter­schied­li­chen Zwi­schen­wer­tun­gen durch­aus ein wenig kom­ple­xer und für Kin­der kaum im Kopf durch­zu­füh­ren. Hier hät­te ich mir eine klei­ne Wer­tungs­hil­fe in Form eines Wer­tungs­blo­ckes gewünscht.

Cat Lady - Detail

ein prü­fen­der Blick ist hilf­reich

Das gefällt mir gut: Man darf von CAT LADY nicht mehr erwar­ten, als es sein will. Es ist ein klei­nes Spiel­chen mit einer recht inter­es­san­ten Kar­ten­aus­wahl. Das Spiel ist dabei nicht beson­ders inno­va­tiv, denn die Art der Aus­wahl kennt man genau­so wie die ver­schie­de­nen Wer­tungs­ar­ten. Aller­dings ver­packt CAT LADY die­se bekann­ten Mecha­nis­men äußerst char­mant. Die redu­zier­te Gra­fik passt dabei gut zum redu­zier­ten Regel­auf­wand.

Zusätz­lich wirkt CAT LADY dabei nicht banal. Die ein­zel­nen zu tref­fen­den Ent­schei­dun­gen füh­len sich rele­vant an. Natür­lich will ich für mich das Bes­te errei­chen. Aller­dings soll­te man auch immer die Mit­spie­ler im Auge behal­ten und opti­ma­ler­wei­se gelingt mir da eine gute Schnitt­men­ge. Die ver­schie­de­nen Wer­tungs­me­cha­nis­men (die u.a. auch Mehr­hei­ten berück­sich­ti­gen) zwin­gen mich einer­seits, mich zu spe­zia­li­sie­ren. Ande­rer­seits muss ich auch die Mit­spie­ler in mei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zie­hen. Lohnt es sich noch, ein Kos­tüm zu neh­men oder eine Kat­zen­min­ze? Und soll­te ich mich nicht bes­ser beei­len, die Streu­ner­kat­ze Luzie zu neh­men, da die­se gut in mein Kon­zept passt. Und dann benö­ti­ge ich auch unbe­dingt noch eine Dose Thun­fisch...

Fazit: CAT LADY unter­hält nicht nur Kat­zen­freun­de. Es ist ein klei­nes net­tes Kar­ten­spiel, was gut als Auf­takt oder Absa­cker die­nen kann (bzw. als klei­nes Spiel­chen zwi­schen­durch in der Fami­lie). Von die­ser Art Spie­le gibt es natür­lich schon eine Men­ge und CAT LADY sticht nicht wirk­lich aus die­ser Men­ge her­aus. Aller­dings bringt es Far­be in das Spie­le­re­gal!

Titel Cat Lady
Autor Josh Wood
Illus­tra­tio­nen Josh Wood
Dau­er 20 bis 30 Minu­ten
Spie­le­ran­zahl 2 bis 4 Spie­ler
Ziel­grup­pe spie­len­de Kar­ten­lieb­ha­ber
Ver­lag Pega­sus Spie­le
Jahr 2018

 

Ich bedan­ke mich bei Pega­sus für die Bereit­stel­lung eines Rezen­si­ons­ex­em­plars. Ich bin mir sicher, dass durch die­se Bereit­stel­lung mei­ne Mei­nung nicht beein­flusst wur­de. Die Bespre­chung spie­gelt mei­ne gemach­te Erfah­rung wider.

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