kritisch gespielt: Das Fundament der Ewigkeit

Das Fundament der Ewigkeit von Michael Rieneck – erschienen im KOSMOS Verlag

Das Fundament der Ewigkeit - Box

Foto: KOSMOS

Der Plan war, DAS FUNDAMENT DER EWIGKEIT in eine klei­ne Arti­kel­rei­he über Lite­ra­tur­ver­spie­lun­gen ein­zu­bet­ten – mit dem Fokus auf die Kings­bridge-Trio­lo­gie von Ken Fol­lett. Aller­dings bin ich aus fol­gen­den Grün­den von die­sem Vor­ha­ben abge­kom­men. Ers­tens fehlt mir eine essen­ti­el­le Basis: ich habe das Buch noch nicht gele­sen. Eigent­lich woll­te ich das zeit­nah noch in die­sem Jahr gemacht haben, aber ande­re Bücher bean­spru­chen im Moment mehr mei­ne Auf­merk­sam­keit, so dass die­ses Vor­ha­ben erst ein­mal auf­ge­scho­ben wur­de. Zwei­tens: ich möch­te nicht die ent­spre­chen­den Spie­le mit­ein­an­der ver­glei­chen und im Spiel­wert gegen­über stel­len. Denn unab­hän­gig von der spie­le­ri­schen Qua­li­tät, fin­de ich es sehr löb­lich, dass alle drei Spie­le der Kings­bridge-Trio­lo­gie (DIE SÄULEN DER ERDE, DIE TORE DER WELT und nun eben DAS FUNDAMENT DER EWIGKEIT) für sich genom­men eigen­stän­dig sind. Es wur­de also nicht ein Mecha­nis­mus drei­mal neu auf­ge­legt, son­dern alle Spie­le ver­su­chen, neue Ele­men­te inno­va­tiv ein­zu­set­zen. Aus die­sem Grund möch­te ich ganz bewuss­te nicht Spiel A mit Spiel B ver­glei­chen, son­dern DAS FUNDAMENT DER EWIGKEIT als eigen­stän­di­ges Werk anse­hen. Trotz­dem wer­de ich mir wahr­schein­lich die Frei­heit neh­men, bald noch etwas über DIE SÄULEN DER ERDE und DIE TORE DER WELT zu schrei­ben – weil es gute Spie­le sind.

The­ma… als ein­fluss­rei­che Han­dels­fa­mi­li­en wol­len wir die Unse­ren durch die wech­sel­vol­len Zei­ten des 16. Jahr­hun­derts in Euro­pa füh­ren. Das ist nicht so ein­fach, denn die­se Zeit war geprägt durch Reli­gi­ons­kon­flik­te aller Orten. Da wir aber eher prag­ma­tisch ver­an­lagt sind, las­sen wir uns nicht vom Glau­ben len­ken, son­dern von der mög­li­chen Ver­meh­rung der Sieg­punk­te – wir wech­seln die Reli­gi­on so, wie es uns gera­de am sinn­volls­ten erscheint. Inter­es­san­ter­wei­se fällt einem das schwe­rer als erwar­tet.

Fundament der Ewigkeit - Spielplan

fun­da­men­tal schö­ner Spiel­plan

Illus­tra­tio­nen… sind von Micha­el Men­zel und atem­be­rau­bend schön. Das sah wohl auch die Redak­ti­on so, denn anstatt den toll gestal­ten Spiel­plan für das schnö­de Able­gen von Kar­ten zu benut­zen, soll man die­se seit­lich davon anord­nen. So kann man wun­der­bar die tol­len Illus­tra­tio­nen betrach­ten – dabei fragt man sich aller­dings auch, für was man über­haupt noch den Spiel­plan braucht…

Die­ser Spiel­plan zeigt jeden­falls ein­drucks­voll einen Aus­schnitt von Euro­pa mit den vier zen­tra­len Städ­ten des Romans: Paris, Sevil­la, Ant­wer­pen und natür­lich dem fik­ti­ven Kings­bridge. Eben­falls beein­dru­ckend schön sind die 52 indi­vi­du­ell gestal­te­ten Per­so­nen­kar­ten im typisch men­zel­schen Stil.

Fundament der Ewigkeit - Personenkarten

tol­le Por­traits – da durf­te sich Micha­el Men­zel aus­to­ben

Aus­stat­tung… besteht aus einer Men­ge Kar­ten, Papp­plätt­chen sowie Holz­stein­chen für das Mate­ri­al der Spie­ler. Zusätz­lich sind auch 30 höl­zer­ne Reli­gi­ons­stei­ne in der Box sowie zwei zusam­men­steck­ba­re Fackeln. Die­se mar­kie­ren – durch­aus stil­echt – auf­flam­men­de Reli­gi­ons­kon­flik­te in den vier Städ­ten.

Nicht zu ver­ges­sen ist ein Satz von sechs ver­schie­den far­bi­gen Wür­feln, die jeder Spie­ler erhält. Aller­dings ist dabei auch ein Man­gel fest­zu­stel­len: der lila und der brau­ne Wür­fel unter­schei­den sich bei schlech­ter Aus­leuch­tung kaum von­ein­an­der. Das ist bedau­er­lich, da die Far­ben im Spiel­ver­lauf durch­aus von Bedeu­tung sind.

Ablauf… ist zwei­ge­teilt – was durch die Unter­schei­dung in Halb­jah­re kennt­lich gemacht wird. Bevor ich dar­auf noch näher ein­ge­he, will ich aber zuerst den Kern­me­cha­nis­mus vor­stel­len. Die ein­zel­nen Kar­ten wer­den mit Wür­feln besetzt und dann sofort ein­mal genutzt. In jeder Run­de wird der Wür­fel um einen Augen­wert nach unten gedreht und dann wie­der genutzt. Kann man den Augen­wert nicht mehr redu­zie­ren (weil er eine "1" zeigt), dann kommt die Kar­te aus dem Spiel. Belegt man also eine Kar­te mit einer "5", dann kann man die­se Kar­te fünf­mal nut­zen. Das ist der Clou des Spiels und das neu­ar­ti­ge Ele­ment.

Fundament der Ewigkeit - Spieler gelb

als Pro­tes­tant ins Spiel gegan­gen – doch wel­che Kon­fes­si­on wird es am Ende sein?

Nun aber zu den Halb­jah­ren. Im ers­ten Halb­jahr wer­den die bereits durch die Wür­fel akti­vier­ten Per­so­nen noch­mals genutzt. Zusätz­lich wird die Gret­chen­fra­ge gestellt: "Nun sag, wie hast du’s mit der Reli­gi­on?" Denn auch auf der eige­nen Reli­gi­ons­kar­te liegt ein Wür­fel. Zeigt die­ser nun die "1" wird er neu gewür­felt – und der Spie­ler kann sei­ne Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit ändern (also ent­schei­den, ob er nun dem katho­li­schen Glau­ben ange­hö­ren will oder dem pro­tes­tan­ti­schen).

Hat jeder Spie­ler so sei­ne Per­so­nen genutzt, beginnt das zwei­te Halb­jahr. Hier wer­den nun die frei zur Ver­fü­gung ste­hen­den Wür­fel (also die, die nicht auf den Kar­ten lie­gen) neu gewür­felt. Davon wählt man einen aus und kann sich eine farb­lich pas­sen­de Per­so­nen­kar­te aus­wäh­len. An jedem der vier Orte strahlt uns näm­lich ein Gesicht ent­ge­gen – und unter dem Por­trait wird ange­zeigt, was die Per­son kann. Gefällt mir also die Per­son in Sevil­la und habe ich noch einen brau­nen Wür­fel zur Ver­fü­gung, dann kann ich mit die­sem nun die Per­son anwer­ben. Sprich: in die eige­ne Aus­la­ge brin­gen, Wür­fel drauf legen und Akti­on nut­zen. Zusätz­lich darf ich nun auch noch ein Han­dels­haus in die Stadt stel­len (auf das dem Wür­fel­wert ent­spre­chen­de Feld – ist das besetzt, dann wird gescho­ben).

Fundament der Ewigkeit - Notre Dame

Katho­li­ken in der Über­macht: raus aus der Stadt ihr Pro­tes­tan­ten!

Außer­dem pas­siert aber noch etwas in der Stadt. Denn jede genom­me­ne Per­son übt einen Ein­fluss auf die Reli­gi­on in sei­ner Stadt aus. Dafür wer­den sofort bei der Aus­wahl ent­spre­chen­de Reli­gi­ons­mar­ker in die Stadt gelegt. Die Per­so­nen­kar­te gibt an, ob das ein lila Mar­ker (katho­lisch), ein grau­er Mar­ker (pro­tes­tan­tisch) oder ein neu­tra­ler holz­far­be­ner Mar­ker ist. Lie­gen in einer Stadt vier Mar­ker, dann wird am Ende der Run­de über­prüft, wel­che Reli­gi­on die Mehr­heit auf­weist. Pro­blem für die Min­der­heit ist: sie wird ver­jagt. Für das Spiel bedeu­tet das: alle Spie­ler, die der ver­trie­be­nen Reli­gi­on ange­hö­ren, ver­lie­ren dort nun ihr Han­dels­haus. War­um das wich­tig ist? Weil nun nach so einem Kon­flikt Sieg­punk­te an bestehen­de Han­dels­häu­ser aus­ge­schüt­tet wird (ent­spre­chend der Posi­ti­on des Hau­ses in der Stadt). Gut also, wer der "rich­ti­gen" Reli­gi­on ange­hört!

Der Spiel­zug ist aber durch das Neh­men einer Per­so­nen­kar­te noch nicht been­det. Denn hat man nun noch min­des­tens einen Wür­fel zur Ver­fü­gung, dann kann man zusätz­lich noch eine Akti­on über die Akti­ons­leis­te durch­füh­ren. Die­se befin­det sich gut ver­steckt am unte­ren rech­ten Rand des Spiel­plans und ist recht ein­fach zu hand­ha­ben. Man wählt einen Wür­fel aus uns setzt sei­ne Akti­ons­schei­be auf das nächs­te freie Feld, das durch einen Wür­fel die­ser Far­be gekenn­zeich­net ist. Durch Abga­be von Sieg­punk­ten kann man auch freie far­bi­ge Fel­der über­sprin­gen.

Die Aktio­nen auf die­ser Leis­te sind etwas viel­fäl­ti­ger als die Aktio­nen der Per­so­nen­kar­ten. So sind hier auch wei­te­re Aktio­nen mög­lich, um Sieg­punk­te zu gene­rie­ren. Denn über Han­dels­schif­fe kann man nun vor­her erwor­be­ne Waren gegen die­se omi­nö­sen Sieg­punk­te ein­tau­schen – sofern man in den ent­spre­chen­den Hafen­städ­ten auch ein Han­dels­haus ste­hen hat.

Fundament der Ewigkeit - Karten

die Kar­ten machen auch von hin­ten eine gute Figur

Ein wich­ti­ges Ele­ment habe ich noch ver­ges­sen: im Sta­pel der Per­so­nen­kar­ten befin­den sich pro Stadt vier Ereig­nis­se, die für die Roman­le­ser bekannt sein soll­ten. Jeweils drei die­ser Ereig­nis­se sind eher schäd­lich. Aller­dings kann man sich davor schüt­zen, wenn man ent­spre­chen­de Schutz­schil­de abgibt. Die­se erhält man wie­der­um durch ver­schie­de­ne Per­so­nen oder eine Akti­on auf der Akti­ons­leis­te.

Neben Schutz­schil­den kann man auch auf die­sen Wegen (also Per­so­nen oder Akti­ons­leis­te) Schrift­rol­len erhal­ten. Ähn­lich wie die Bonus­kar­ten bei ISTANBUL kann man die­se jeder­zeit ein­set­zen – oder bis zum Schluss sam­meln, wenn sie bloß Sieg­punk­te gene­rie­ren.

Eine Par­tie DAS FUNDAMENT DER EWIGKEIT endet nach der Run­de, in der ein Spie­ler die 50 Punk­te-Mar­ke bei den Sieg­punk­ten über­schrit­ten hat. Danach gibt es noch fina­le Sieg­punk­te für rest­li­che Waren, Schutz­schil­de und Han­dels­häu­ser auf dem Spiel­plan.

Das gefällt mir nicht so gut: Man ist schon sehr von den Wür­feln abhän­gig. Dabei lässt sich nicht pau­schal sagen, ob jetzt hohe oder nied­ri­ge Wer­te gut sind – das kommt auf die Situa­ti­on an. Aber es kommt immer mal zu Situa­tio­nen, wo man den Wür­feln auf Gedeih und Ver­derb aus­ge­setzt ist. Für die­se Fäl­le hät­te ich mir die Mög­lich­keit einer Wür­fel­ma­ni­pu­la­ti­on gewünscht. Bspw. gegen Abga­be von Sieg­punk­ten darf man den Wür­fel dre­hen oder irgend eine ande­re Art. Man kann zwar für Sieg­punk­te sich Wür­fel wie­der frei kau­fen – aber am Wurf an sich kann man nichts ändern. So fühlt man sich lei­der all zu oft in For­tu­nas Hän­den.

Fundament der Ewigkeit - blauer Spieler in Aktion

mit­tel­al­ter­li­ches Wür­fel­ma­nage­ment

Genau­so glücks­ab­hän­gig ist man bei den Per­so­nen­kar­ten. Da hat man manch­mal nur die Aus­wahl zwi­schen Pest und Cho­le­ra. Man kann zwar gegen Abga­be eines Sieg­punk­tes auf das Neh­men einer Kar­te ver­zich­ten, aber meis­tens glaubt man an das gerin­ge­re Übel und nimmt sich doch eine Kar­te. Und wie es dann so ist, ist die nächs­te Kar­te natür­lich viel bes­ser (ja, ja, die Äpfel in des Nach­barn Gar­ten). Aller­dings habe ich dann kaum eine Mög­lich­keit, an die­se wie­der ran zu kom­men, denn die Mit­spie­ler grei­fen die­se sofort fett grin­send ab. Das ist bewusst etwas über­spitzt dar­ge­stellt. Aber es soll die­ses klei­ne Ohn­machts­ge­fühl rüber brin­gen, was immer mal wie­der auf­tritt. Die Per­so­nen­kar­ten tre­ten zufäl­lig auf – da ist wenig plan­bar. Die­ses Ohn­machts­ge­fühl kommt auch daher, weil die Per­so­nen­kar­ten nicht unbe­dingt aus­ge­gli­chen stark sind. Zum Bei­spiel habe ich das Gefühl, dass die Schrift­rol­len etwas zu mäch­tig sind. Dem­nach sind die Per­so­nen, die Schrift­rol­len gene­rie­ren, sehr begehrt und eben­falls sehr stark.

Fundament der Ewigkeit - Aktionsscheiben

noch nicht in Akti­on: die Akti­ons­schei­ben

Über den nicht genutz­ten Raum des Spiel­plans habe ich mich schon ein wenig aus­ge­las­sen. So über­ra­gend schön er auch ist: zuerst soll­te die Funk­ti­on kom­men, dann erst die Kunst. Denn im Ergeb­nis hat man dann eine ins Eck gedräng­te Akti­ons­leis­te, die mit ver­gleichs­wei­se klei­nen Sym­bo­len nicht von allen Mit­spie­lern gut ein­ge­se­hen wer­den kann. Das hät­te man bes­ser lösen kön­nen.

Das gilt auch für die Spiel­hil­fen. Die sind schön gemacht und zei­gen den Ablauf einer Run­de an. Das ist am Anfang hilf­reich, nach kur­zer Zeit aber ent­behr­lich. Da hät­te ich mir eher eine Über­sicht gewünscht, die die Sym­bo­lik der ein­zel­nen Aktio­nen erklärt. Denn die­se sind weni­ger ein­präg­sam als der Run­den­ab­lauf und müs­sen von Anfän­gern oft­mals wäh­rend des Spiels in der Regel nach­ge­le­sen wer­den.

Das gefällt mir gut: Der Haupt­me­cha­nis­men (Ein­set­zen der Wür­fel auf die Kar­ten mit der Abhän­gig­keit der Effekt­dau­er vom Wür­fel­wert) gefällt mir rich­tig gut. Da sind gera­de am Anfang einer Par­tie kniff­li­ge Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Man kann nicht sagen, dass hohe Wür­fel per se bes­ser sind. Es kommt auf die Fähig­kei­ten der Per­so­nen an. Mit nied­ri­gen Wür­feln ist man fle­xi­bler und man kann bes­ser auf die Gege­ben­hei­ten reagie­ren – was ins­be­son­de­re bei den Reli­gi­ons­kon­flik­ten von Vor­teil ist. Mit hohen Wür­feln wie­der­um kann man die star­ken Aktio­nen län­ger nut­zen.

Auch der Ein­satz der Wür­fel­far­be bei der Akti­ons­leis­te fin­de ich im Wech­sel mit dem Ein­setz­me­cha­nis­mus gut gelun­gen. Oft­mals lege ich mir am Anfang des 2. Halb­jahrs erst die Far­be zur Sei­te, die ich unbe­dingt bei der Akti­ons­leis­te nut­zen will und schaue mir dann die rest­li­chen Wür­fel an. Hier spielt der lila Wür­fel eine beson­de­re Rol­le. Einer­seits kann ich ihn als Joker bei der Per­so­nen­wahl ein­set­zen (ihn also alter­na­tiv zu weiß, blau, braun oder oran­ge nut­zen), ande­rer­seits sind aber die wich­ti­gen Hafen-Fel­der auf der Akti­ons­leis­te nur vom lila Wür­fel zu beset­zen. Hier ist man also stän­dig am abwä­gen, was einem wich­ti­ger ist. Wirk­lich scha­de, dass es zu die­sem ver­meid­ba­ren Farb­pro­blem zwi­schen braun und lila gekom­men ist. Viel­leicht kann das in einer zwei­ten Auf­la­ge aus­ge­bes­sert wer­den.

Fundament der Ewigkeit - Ereignisse

die Ereig­nis­se unter­schei­den sich nur wenig

Ohne den Inhalt des Buches zu ken­nen, gehe ich davon aus, dass man bestimm­te Hand­lungs­strän­ge nach­spielt. Aus dem Buch bekann­te Per­so­nen tre­ten auf, die Ereig­nis­se soll­ten sich im Buch auch wie­der fin­den. Über die Ereig­nis­se gibt es geteil­te Mei­nun­gen. Hier kann Pech und Glück eben­falls auf­tre­ten, doch hält sich das mei­ner Mei­nung nach die Waa­ge. Was auch dar­an liegt, dass sie sich immer nur in einem von vier Ereig­nis­sen unter­schei­den. Hier sind sicher­lich die erfah­re­nen Spie­ler im Vor­teil, die wis­sen, in wel­cher Stadt eine bestimm­te Kon­fes­si­on zum kurz­zei­ti­gen Ver­lust eines Wür­fels füh­ren kann.

Sehr span­nend fin­de ich das The­ma Reli­gi­ons­wech­sel. Im Grun­de ist es eine Abwä­gung im Spiel, an wel­chen Orten sich wel­che Mehr­hei­ten bil­den. Aller­dings ist das für vie­le Spie­ler mit erstaun­lich viel Emo­tio­nen ver­bun­den. Gar nicht mal so sehr, wel­cher Kon­fes­si­on man im wirk­li­chen Leben ange­hört – das kön­nen die meis­ten Spie­ler schon aus­blen­den (auch wenn es natür­lich immer mal leicht bis­si­ge Kom­men­ta­re dazu gibt). Oft­mals "ver­tei­digt" man die Kon­fes­si­on, die man zu Spiel­be­ginn zuge­lost bekom­men hat. Irgend­wie wird in einem der Ehr­geiz geweckt, die­se Kon­fes­si­on bei­zu­be­hal­ten und das Bes­te dar­aus zu machen. Sol­che Emo­tio­nen fin­de ich span­nend, die­ses Ele­ment gefällt mir somit aus­ge­spro­chen gut. Als alter DIPLOMACY-Spie­ler habe ich selbst aber glück­li­cher­wei­se mit einem sol­chen Wech­sel wenig Pro­ble­me.

Fundament der Ewigkeit - Inlay

auch im Inlay zu fin­den: die Rose Eng­lands

Über die Gestal­tung und Aus­stat­tung kann man nur loben­de Wor­te fin­den. Die Regel ist ver­ständ­lich, hät­te zum Nach­schla­gen manch­mal aber ger­ne etwas anders struk­tu­riert sein kön­nen. Die Mate­ria­li­en ent­spre­chen dem gewohnt hohen KOS­MOS-Stan­dard. Schön fin­de ich auch, dass man immer wie­der die Rose fin­det – selbst im guten Box-Inlay.

Zu guter Letzt ist nicht hoch genug zu loben, dass die Betei­lig­ten sich wie­der dar­um bemüht haben, ein eigen­stän­di­ges Spiel zu ent­wi­ckeln, was neue Mecha­nis­men benutzt. Es ist kein Auf­guss alter Ide­en, es ist kei­ne Wei­ter­ent­wick­lung bekann­ter Abläu­fe aus den Vor­gän­ger-Spie­len der Kings­bridge-Trio­lo­gie. Die­ser Mut zu Neu­em weiß ich sehr zu schät­zen!

Fazit: Sel­ten habe ich mich mit einem Fazit so schwer getan. Ich habe einer­seits tol­le Par­ti­en erlebt, aber auch Par­ti­en, wo ich mich ziem­lich vom Spiel gespielt gefühlt habe. Ich habe begeis­ter­te Mit­spie­ler erlebt und Mit­spie­ler, die das Spiel als fad und lang­wei­lig emp­fan­den. Dabei ist jedoch der Trend zu beob­ach­ten, dass das Spiel bei eher uner­fah­re­ne­ren Spie­lern bes­ser ankommt als bei selbst­er­nann­ten Spie­le-Exper­ten. Wahr­schein­lich liegt das dar­an, dass die ers­te Grup­pe die doch beacht­li­chen Glücks­ele­men­te offe­ner anneh­men als die alten Hasen. So gese­hen erwar­te ich, dass die von KOSMOS anvi­sier­te Ziel­grup­pe gut bedient wird.

Ich selbst hät­te mir gewünscht, dass der wirk­lich tol­le Wür­fel­me­cha­nis­mus noch mehr im Vor­der­grund ste­hen wür­de. So ein wenig habe ich das Gefühl, dass er mit zu viel Bei­werk ver­se­hen wur­de. Zusätz­lich ver­der­ben unge­wohn­te Schwä­chen in der Umset­zung etwas den Spiel­spaß.

Titel Das Fun­da­ment der Ewig­keit
Autor Micha­el Rien­eck
Illus­tra­tio­nen Micha­el Men­zel
Dau­er 75 bis 90 Minu­ten
Spie­le­ran­zahl 2 bis 4 Spie­ler
Ziel­grup­pe Ken­ner­spiel
Ver­lag KOSMOS
Jahr 2017

Ich bedan­ke mich bei KOSMOS für die Bereit­stel­lung eines Rezen­si­ons­ex­em­plars. Ich bin mir sicher, dass durch die­se Bereit­stel­lung mei­ne Mei­nung nicht beein­flusst wur­de. Die Bespre­chung spie­gelt mei­ne gemach­te Erfah­rung wider.

Ein Gedanke zu “kritisch gespielt: Das Fundament der Ewigkeit

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