Rückblick und Ausblick auf 2021

Rückblick und Ausblick auf 2021

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leicht ver­frem­det

End­lich, das Jahr 2020 ist vor­bei! Ich hof­fe, dass wir in eini­gen Jah­ren über die letz­ten denk­wür­di­gen Mona­te lachen kön­nen – befürch­te aller­dings, dass wir alle noch ziem­lich an den Aus­wir­kun­gen knap­sen wer­den. Ich per­sön­lich bin glück­li­cher­wei­se recht gut durch die Zeit gekom­men. Aller­dings müss­te ich schon mit Scheu­klap­pen durch die Welt lau­fen, um nicht die viel­fäl­ti­gen Pro­ble­me wahr­zu­neh­men, die sich in der Gesell­schaft gebil­det bzw. ver­schärft haben.

Aber gut, die­ses all­ge­mei­ne Lamen­tie­ren konn­ten wir nun schon zur Genü­ge in den letz­ten Tagen lesen. Des­we­gen will ich damit gar nicht lang­wei­len. Euch inter­es­siert sicher­lich mehr, wie ich das Jahr 2020 aus spie­le­ri­scher Sicht wahr­ge­nom­men habe. Das war natür­lich ähn­lich spe­zi­ell, weil vie­le lieb gewon­ne­ne Gewohn­hei­ten nicht mehr gal­ten. Im Janu­ar habe ich aller­dings noch die Spiel­wa­ren­mes­se in Nürn­berg besu­chen kön­nen. Im Nach­hin­ein fühlt sich die­se Ver­an­stal­tung etwas bizarr an. Ich kann mich noch dar­an erin­nern, wie dif­fus die eige­ne Gefühls­la­ge war. Man wuss­te noch wenig über das Virus und des­sen Aus­brei­tung, aber man war schon etwas sen­si­bi­li­siert. Sicher­heits­hal­ber hat man sich alle hal­be Stun­de die Hän­de des­in­fi­ziert, über die Per­so­nen mit Mas­ken vor dem Gesicht hat man jedoch inner­lich doch ein wenig gelä­chelt – vor­schnell, wie sich gezeigt hat.

Masken 2020
neu­er Alltag

Mitt­ler­wei­le habe ich hier zu Hau­se eine umfang­rei­che Mas­ken­samm­lung lie­gen, bei denen natür­lich auch die Spielelei­den­schaft sicht­bar wird. Neben eini­gen, die ich mit eige­nen Moti­ven bedruckt habe, ist die L.A.M.A.-Mas­ke natür­lich der Hin­gu­cker. Qua­li­ta­tiv aber deut­lich hoch­wer­ti­ger ist die Meep­le-Mas­ke des Hans im Glück Ver­la­ges, die ich durch­aus emp­feh­len kann. Ich bin gespannt, was uns in die­ser Bezie­hung im nächs­ten Jahr noch über den Weg lau­fe wird. Ich wun­de­re mich übri­gens, dass es noch kei­ne PANDEMIC Mas­ken gibt. An PANDEMIC LEGACY SEASON 1 füh­le ich mich ohne­hin das gan­ze Jahr erin­nert. Da bestehen so erschre­ckend vie­le Parallelen...

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Foto: SPIEL.digital

Recht schnell fie­len jeden­falls die ers­ten Ver­an­stal­tun­gen aus – und dann auch alle wei­te­ren. Der nega­ti­ve Höhen­punkt war natür­lich die Absa­ge der SPIEL in Essen. Über die SPIEL digi­tal als Ersatz­ver­an­stal­tung habe ich mei­ner Mei­nung nach genug geschrie­ben. Das muss ich nun nicht alles wie­der­ho­len, son­dern ver­wei­se auf mei­ne ein­ge­rich­te­te Son­der­sei­te. Die wer­de ich bald wie­der von der Start­sei­te ver­schwin­den las­sen, da die hei­ße Zeit mitt­ler­wei­le vor­bei ist. Da wenig Reso­nanz dazu kam, bin ich mir nicht sicher, ob ich mir die­se Arbeit noch­mals mache. Da hängt viel davon ab, wie die Situa­ti­on im Herbst aus­se­hen wird.

Wesent­lich mehr Reso­nanz gab es zu unse­rem Beep­le-Mes­se-Radio – und die war größ­ten­teils posi­tiv. Dar­an war ich auch ein wenig betei­ligt, die Haupt­ar­beit haben aber ande­re gemacht. Des­we­gen auch noch­mals an die­ser Stel­le mei­nen herz­li­chen Dank an die vie­len Hel­fer im Hin­ter- und im Vor­der­grund. Ich habe dadurch noch ein wenig mehr in die Pod­cast-Tech­nik rein­ge­schnup­pert und auch tech­nisch ein wenig auf­ge­rüs­tet. Trotz­dem wird das sicher­lich nicht mein Haupt­spiel­feld wer­den. Ich sehe mich in ers­ter Linie als schrei­ben­der Kri­ti­ker. Das macht mir am meis­ten Spaß, das will ich machen. Des­we­gen habe ich mich auch gefreut, dass ich ein wei­te­res Mal bei der SPIEL DOCH! aktiv wer­den durf­te. Das war aber ziem­lich Ner­ven auf­rei­bend, da auch in die­ser Bezie­hung das Covid-19-Virus eini­ge Pla­nun­gen ver­ei­telt hat. Alle Ideen waren auf ein­mal auf­grund der Kon­takt­be­schrän­kun­gen nicht mehr umzu­set­zen und des­we­gen muss­te impro­vi­siert wer­den. Dabei habe ich wie­der eine Men­ge gelernt und des­we­gen bin ich gespannt, ob es im nächs­ten Jahr dort wei­ter gehen wird.

Beeple Award
die etwas ande­re Grü­ne Karte

Defi­ni­tiv wei­ter gehen wird es bei Beep­le. Dort wer­de ich noch etwas mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men und im nächs­ten Jahr als einer von drei Spre­chern fun­gie­ren. Das klingt ein wenig hoch­tra­bend, aber im End­ef­fekt hat das eher eine admi­nis­tra­ti­ve Bedeu­tung. Jemand muss schließ­lich nach außen als Ansprech­part­ner fun­gie­ren. Aber das Netz­werk und die dor­ti­ge Com­mu­ni­ty sind es defi­ni­tiv wert, wei­ter gepflegt zu wer­den. Der dor­ti­ge Aus­tausch ist inten­siv und frucht­bar und selbst mit dem Beep­le Award frem­del ich nicht mehr all zu sehr. So bin ich auch mit den dies­jäh­ri­gen Aus­zeich­nun­gen für DIE CREW, DER KARTOGRAPH und ROOTS recht zufrie­den. Noch zufrie­de­ner bin ich aller­dings mit mei­nen Vor­her­sa­gen zu den Spiel des Jah­res Kan­di­da­ten. Da war ich selbst über­rascht, wie gut die­ses Jahr mei­ne Glas­ku­gel funk­tio­niert hat.

Mein heim­li­ches Spiel des Jah­res 2020 war aller­dings THE KING'S DILEMMA – vor allem durch die beson­de­ren Umstän­de. Denn wir haben die­ses ein­zig­ar­ti­ge Werk über Video­kon­fe­ren­zen gespielt. Und die­se Aben­de waren ech­te High­lights! Somit konn­te ich es mit weit ent­fern­ten lie­ben Men­schen zusam­men spie­len, die sonst nicht ver­füg­bar gewe­sen wären. Zusätz­lich konn­te ich somit über­haupt ein Spiel genie­ßen, das ich in mei­nen nor­ma­len Grup­pen wahr­schein­lich nicht auf den Tisch gebracht hät­te. Somit ein Bei­spiel dafür, dass digi­ta­le Brett­spiel­um­set­zun­gen auch Vor­tei­le haben. Ich habe vor­her schon rech­te ger­ne neben­bei ein paar Online-Par­tien gespielt. Aber durch die beson­de­ren Umstän­de wur­de das im letz­ten Jahr etwas inten­si­viert. Wobei ich auch das gro­ße Glück habe, dass in der Fami­lie ger­ne und viel gespielt wird. Das Bespre­chen von Spie­len wur­de im letz­ten Jahr zwar etwas erschwert, aber es war nicht unmög­lich. Und zur Not dau­ert es eben etwas län­ger, bis ich mir eine fun­dier­te Mei­nung gebil­det habe.

Somit bin ich zuver­sicht­lich, dass ich auch im nächs­ten Jahr das ein oder ande­re Spiel hier im Blog vor­stel­len kann. All zu gro­ße Ver­än­de­run­gen wird es dabei nicht geben. Hier und dort wer­den klei­ne (Design-)Anpassungen durch­ge­führt. Mein klei­nes Glos­sar wird bestimmt auch wei­ter anwach­sen und selbst mit der gen­der­ge­rech­ten Spra­che wer­de ich siche­rer. For­mu­lie­run­gen mit Gen­der­stern­chen wer­de ich dabei ver­mei­den. Aber ich ver­su­che schon seit län­ge­rer Zeit, geschlech­ter­neu­tra­ler zu schrei­ben, ohne dass es direkt ins Auge fällt. Da besteht aller­dings noch Verbesserungspotenzial.

Dann hof­fe ich natür­lich, dass zum Ende des nächs­ten Jah­res viel­leicht wie­der die ein oder ande­re Prä­sens­ver­an­stal­tung statt­fin­den kann. An Events vor dem Herbst glau­be ich der­zeit nicht und ohne­hin wird man sich von Besu­cher­mas­sen vor­erst ver­ab­schie­den müs­sen. Des­we­gen gehe ich u.a. auch nicht davon aus, dass der Tag der Brett­spiel­kri­tik statt­fin­den wird. Des­sen Absa­ge tat mir schon im letz­ten Jahr weh, aber viel­leicht wird auch für die­ses For­mat eine digi­ta­le Umset­zung ins Auge gefasst. Die feh­len­den Ver­an­stal­tun­gen und Rei­sen hat­ten aber auch ihr Gutes. Denn end­lich habe ich es geschafft, ohne Unter­bre­chung beim Wochen­rät­sel von H@ll 9000 mit­ma­chen zu kön­nen und somit die mög­li­chen 52 Punk­te ein­zu­fah­ren. Ich mache bei deren Spie­le­rei schon seit Jah­ren mit und spä­tes­tens im Som­mer ver­pass­te ich dann durch die Feri­en bedingt die ein oder ande­re Wochen­auf­ga­be. Nun aber war dank man­geln­der Mobi­li­tät end­lich eine lücken­freie Teil­nah­me mög­lich. Man muss nur immer das Posi­ti­ve in der Gesamt­si­tua­ti­on suchen! Die­ses hät­te ich ger­ne auch mehr bei mei­nen Apho­ris­men des Monats im Mit­tel­punkt gese­hen. Aller­dings sind die­se im Jahr 2020 doch ver­mehrt zu poli­ti­schen State­ments gewor­den, weil ich all zu oft nur Kopf schüt­telt die Welt beob­ach­tet habe. 

fjelfras Logo Corona
im Zei­chen der Zeit

Am Anfang die­ses Bei­tra­ges konn­te man schon eine wei­te­re klei­ne Neue­rung bewun­dern. Patrick Schom­bert hat sei­ne Kari­ka­tur-Küns­te wal­ten las­sen und für mich einen klei­nen Ava­tar gezeich­net. Die­ser wird wohl haupt­säch­lich bei Beep­le zum Ein­satz kom­men, aber viel­leicht wird er auch immer mal wie­der woan­ders zu fin­den sein. Mal schau­en, wann er mein Mas­ken-Logo erset­zen kann. Die­ses bleibt aber wei­ter­hin aktiv, so lan­ge es die Pan­de­mie erfor­dert, Mas­ken zu tra­gen – immer mit der dring­li­chen Bit­te beglei­tet, dass dies nach­ge­macht wird. Wir als Brett­spie­len­de sind es gewohnt, sich an Regeln zu hal­ten. Denn wir alle wis­sen, dass ohne Regeln ein Spiel nicht funk­tio­niert. Also macht das bit­te auch im rea­len Leben. Die Soli­dar­ge­mein­schaft dankt! Mit wenig Auf­wand, kann man viel errei­chen, wenn man sich zurück hält. Wir soll­ten näm­lich nie die Schwä­che­ren der Gesell­schaft ver­ges­sen. Aus die­sem Grund bin ich auch froh gewe­sen, dass wir bei unse­rer Beep­le-Oster-Auk­ti­on wie­der etwa 1.500 Euro an Spen­den für die an die Deut­sche Kin­der­krebs­stif­tung bzw. noch etwas prä­zi­ser für das Wald­pi­ra­ten­camp ein­sam­meln konnten.

Zu guter Letzt hat sich auch nichts an mei­nem Selbst­ver­ständ­nis als Kri­ti­ker geän­dert. Die­ser Blog ist ledig­lich ein klei­nes Hob­by-Pro­jekt, dass ich allein auf­grund des Spaß an der Sache mache. Wenn das Geschreib­sel hier jemand liest, freue ich mich natür­lich. Aber mir ist es letzt­lich egal, ob das nun 10, 20 oder 100 Per­so­nen sind. Des­we­gen wer­de ich auch wei­ter­hin nur die Spie­le bespre­chen, die mich per­sön­lich inter­es­sie­ren. Das kön­nen klei­ne Kar­ten­spie­le sein, aber auch mal das ein oder ande­re Exper­ten­spiel. Trotz man­cher Anfra­gen wer­de ich nichts als Auf­trag machen. Auch wird es kei­ne Gewinn­spie­le, Affi­lia­te-Links oder sons­ti­gen Fir­le­fanz geben. Wich­tig ist mir, dass ich in kei­ne Abhän­gig­kei­ten gera­te. Wenn ich kei­ne Lust mehr habe, dann könn­te ich von heu­te auf mor­gen auf­hö­ren. Das wird im Nor­mal­fall nicht pas­sie­ren, aber wie wir im letz­ten Jahr gelernt haben, kön­nen uner­war­te­te Ver­än­de­run­gen schnel­ler ein­tre­ten, als uns das lieb ist.

Somit: bleibt gesund habt eine gute Zeit! Der Rest ist Spielen.

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