Speed-Dating: zwei Spiele-Comics und ein Domino Maze

Speed-Dating: zwei Spiele-Comics und ein Domino Maze

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Schau mir in die Augen – mehr siehst du ohne­hin nicht!

Okay, schau­en wir den Tat­sa­chen ins Auge: die COVID-19-Zeit ist eine blö­de Pha­se, um sich neu ver­lie­ben zu wol­len. Wie soll man mit so einer komi­schen Mas­ke im Gesicht anstän­dig flir­ten kön­nen? Also Rose raus aus dem Mund und zurück in die Vase – in der Hoff­nung, dass man sie bald wie­der für den eigent­li­chen Zweck benut­zen kann. Und was macht man nun mit der neu gewon­ne­nen Zeit? Wie wäre es mit ein paar Solo-Spie­len? Und nein, ich den­ke da nicht an nicht-jugend­freie – dafür habe ich eine ande­re Kate­go­rie. Viel­mehr habe ich an Brett- und nicht an Bett­spie­le gedacht. Da ich in letz­te Zeit aber kein gro­ßes rei­nes Solo-Spiel auf dem Tisch hat­te, stel­le ich nun eher ande­re For­men des Solo-Spiels vor. Denn in den letz­ten Wochen habe ich mich einer­seits als Rit­ter ver­sucht und auch mal wie­der Sher­lock Hol­mes gespielt – bei­des Mal mit den bekann­ten SPIELE-COMICS aus dem Hau­se Pega­sus. Zusätz­lich habe ich auch noch auf ande­re Art und Wei­se mei­ne grau­en Zel­len in Gang gebracht – und dabei auch mei­ne Fin­ger­fer­tig­keit trai­niert. Denn bei DOMINO MAZE muss man nicht nur den­ken kön­nen, son­dern sich auch noch geschickt anstel­len.


Spiele-Comic Abenteuer: Ritter – Die verlorene Stadt von Shuky – Waltch – Novy – erschienen bei Pegasus Spiele

Spiele Comic Ritter - Die verlorene Stadt - Cover
Foto: Pega­sus Spie­le

Nach­dem wir uns die ers­ten Spo­ren ver­dient und erfolg­reich eine Bot­schaft über­bracht haben, ver­schlägt es uns als mitt­ler­wei­le gestan­de­ne Rit­ter in ein neu­es Aben­teu­er. Auf der Insel Jeno­va befin­det sich eine legen­dä­re Stadt, die voll von Schät­zen sein soll. Aller­dings auch voll von unan­ge­neh­men Zeit­ge­nos­sen, die schon auf dem Cover posie­ren. Der Name DIE VERLORENE STADT kommt also sicher­lich nicht davon, weil jemand den Schlüs­sel zum Stadt­tor ver­lo­ren hat.

In bekann­ter Manier der SPIELE-COMIC ABENTEUER Rei­he, kämp­fen wir uns erst den Weg zu die­ser VERLORENEN STADT frei, um dann auch wie­der einen Weg hin­aus zu erkämp­fen. Wobei das mar­tia­li­scher klingt, als es am Ende ist. Denn man kann auch ganz gut ein­zel­nen Kämp­fen aus dem Weg gehen. Außer­dem müs­sen teil­wei­se auch Rät­sel gelöst wer­den, so dass es eben kein plum­per Hau-Drauf-Comic ist.

Ansons­ten erfin­det sich die Rei­he nicht neu. Die Kampf­schei­be ken­nen wir schon aus Teil 2. Sie funk­tio­niert wei­ter­hin tadel­los, fliegt aber auch wei­ter­hin immer und immer wie­der aus dem Buch her­aus. Hier wäre so eine Vor­rich­tung im Buch­de­ckel prak­tisch, wie man sie aus Büchern mit CDs kennt. Aber natür­lich hilft auch ganz pro­fan eine aus­rei­chend gro­ße Büro­klam­mer. Das gan­ze Pro­ce­de­re erin­nert doch stark an alte Rol­len­spiel-Erfah­run­gen, nur dass nun anstatt ein Wür­fel die Kampf­schei­be benutzt wird. Dau­ernd kreuzt man sich auf dem Hel­den­bo­gen etwas an und man ver­sucht sei­ne Cha­rak­ter­wer­te zu ver­bes­sern.

Noch mehr weh­mü­ti­ge Erin­ne­run­gen über­kom­men einen immer zu Beginn des Aben­teu­ers. Denn dann dür­fen wir ganz klas­sisch bei einem Händ­ler ein­kau­fen gehen und uns für das Aben­teu­er rüs­ten. Dort gibt es neben so prak­ti­schen Sachen wie Schnee­ku­geln, Block­flö­ten und Gold­fisch­glä­sern auch obsku­re Sachen zu erwer­ben wie Trink­fla­schen und Mes­ser. Man sieht, der Humor kommt nicht zu kurz. So fin­det man auch wie­der Anspie­lun­gen auf ande­ren Tei­le der Rei­he und man hat auch mal wie­der direk­ten Kon­takt mit den Machern.

Prin­zi­pi­ell ist DIE VERLORENE STADT so ange­legt, dass man mehr­mals die Stadt besucht und dabei ande­re Wege aus­pro­biert. Dabei han­gelt man sich an einer Lis­te von ver­bor­ge­nen Schät­zen ab und ver­sucht so vie­le wie mög­lich davon ein­zu­sam­meln bevor man stirbt oder die Sachen unse­rem Auf­trag­ge­ber über­gibt. So ganz fehl­te mir dabei aber die Lang­zeit­mo­ti­va­ti­on. Nach zwei-drei voll­stän­di­gen Durch­gän­gen hat­te ich eine für mich akzep­ta­ble Punkt­zahl erreicht und hat­te dann das Gefühl, alles gese­hen zu haben. Ein wenig stör­ten mich auch gewis­se Logik-Sprün­ge. So soll­te ich mich bspw. auf die Suche nach einem bestimm­ten Fisch machen. Hat man den gefun­den, wur­de man aus der aktu­el­len Hand­lung regel­recht zum Auf­trag­ge­ber gebeamt, um die­sem den Fisch zu über­ge­ben. Anschlie­ßend war man wie­der am Fund­ort. Moderns­te Tech­nik im Fan­ta­sy-Set­ting – das passt nicht.

Eine gute Neue­rung ist dahin­ge­gen aus KUALA über­nom­men wor­den. Denn auch dort zei­gen alle Rät­sel ein indi­vi­du­el­les Sym­bol mit deren Hil­fe man über­prü­fen kann, ob man ein Rät­sel rich­tig gelöst hat. Wer aber auf eine kom­plet­te Auf­lö­sung der Rät­sel hofft, der wird ein wei­te­res Mal ent­täuscht wer­den. Dafür muss man wei­ter­hin die Web­site von Pega­sus besu­chen und dort ein pdf zu Rate zie­hen. Noch ste­hen die Lösun­gen dort nicht bereit, aber bei den ande­ren bei­den Aben­teu­ern wur­den die­se zu einem spä­te­ren Zeit­punkt ver­öf­fent­licht.

Als Fazit lässt sich sagen, dass mir die Aben­teu­er-Rei­he immer noch Spaß macht, auch wenn ich immer mehr von den Kämp­fen genervt bin. Ich fin­de die Ent­wick­lung einer Geschich­te sowie das Lösen der klei­nen Kno­be­lei­en mitt­ler­wei­le reiz­vol­ler. Aus die­sem Grund hat mir KUALA etwas bes­ser gefal­len und ich bin gespannt auf HOKUS POKUS, einem neu­en Able­ger der Aben­teu­er-Rei­he.


Spiele-Comic Krimi: Sherlock Holmes – An der Seite von Mycroft von CED – erschienen bei Pegasus Spiele

Spiele Comic Krimi - An der Seite von Mycroft - Cover
Foto: Pega­sus Spie­le

Noch lie­ber als die­se Aben­teu­er-Comics mag ich aber die Kri­mi-Rei­he um Sher­lock Hol­mes. Im fünf­ten Teil der Rei­he ist der genia­le Ermitt­ler nun mit brü­der­li­cher Hil­fe unter­wegs, wes­we­gen der Band sin­ni­ger­wei­se AN DER SEITE VON MYCROFT heißt. Wer nun auf­grund der genia­len BBC-Serie eine Schau der Eitel­kei­ten erwar­tet, wird aller­dings ent­täuscht wer­den. Bei­de Brü­der arbei­ten gewis­sen­haft mit­ein­an­der. Trotz­dem kommt auch der seri­el­le Cha­rak­ter der Rei­he zu tra­gen: denn auch die­ser Spie­le-Comic endet mit einem Cliff­han­ger par excel­lence.

Nach­dem Hol­mes im letz­ten Fall AUF DEN SPUREN VON JACK THE RIPPER wan­del­te, mach­te er nun zusam­men mit sei­nem Bru­der eine See­rei­se, die ihn bis nach Indi­en führ­te. Auf die­ser Rei­se erlebt er drei Aben­teu­er, von denen er sei­nem Kom­pa­gnon Wat­son schreibt und dir wir nach­er­le­ben dür­fen. Somit kön­nen wir Leser also in drei Fäl­len unser kri­mi­na­lis­ti­sches Talent nach­wei­sen.

Das Vor­ge­hen dazu ist bekannt. Einer­seits müs­sen Tat­or­te genau­es­tens unter­sucht wer­den, ande­rer­seits wer­den die Tat­ver­däch­ti­gen befragt. Aus die­sen Infor­ma­tio­nen gilt es die rich­ti­gen Schlüs­se zu zie­hen und spä­tes­tens bei der rich­ti­gen Auf­lö­sung fühlt man sich wie ein Meis­ter­de­tek­tiv. Bei AN DER SEITE VON MYCROFT fehlt zwar nun der beson­de­re Clou, um sich von den ande­ren Tei­len abzu­set­zen, aber die­ser wird gar nicht ver­misst. Denn die ein­zel­nen Fäl­le sind grund­so­li­de auf­ge­baut und haben mich wie­der gut unter­hal­ten. Mitt­ler­wei­le weiß ich, dass defi­ni­tiv auf die Details zu ach­ten ist und bin dadurch hin­sicht­lich mei­ner Auf­klä­rungs­ra­te auch recht erfolg­reich. Dan­kens­wer­ter­wei­se wer­den am Ende die Indi­zi­en­ket­ten auch wie­der auf­ge­klärt, so dass man sich ent­we­der bestä­tigt fühlt oder sich dabei ertappt, was man doch so alles über­se­hen hat. Selbst für die klei­nen Mini­rät­sel wer­den die Lösun­gen auf­ge­zeigt.

Glück­li­cher­wei­se hat der Cliff­han­ger schon deut­lich gemacht, dass die­se Rei­he noch nicht been­det ist. Das ist gut, denn mir machen die­se Rät­sel-Kri­mis sehr gro­ßen Spaß und so kann ich davon nicht genug bekom­men.


Domino Maze – erschienen bei ThinkFun

Domino Maze - Box
Foto: Think­Fun

Im Gegen­satz zu den vor­ge­stell­ten Spie­le-Comics soll­te man sich für DOMINO MAZE das rich­ti­ge Umfeld suchen. Denn die­ses Spiel kann man nicht etwas flä­zend auf dem Sofa, schlaf­trun­ken im Bett oder gemüt­lich auf der Son­nen­lie­ge aus­pa­cken. Viel­mehr soll­te man unbe­dingt auf einen wackel­frei­en Unter­grund ach­ten. Denn bei DOMINO MAZE regiert die ruhi­ge Hand – am bes­ten gepaart mit einem wachen Geist.

Auf­ga­be bei DOMINO MAZE ist es, durch geschick­tes Anein­an­der­rei­hen von Domi­no-Stei­nen die vor­ge­ge­be­nen Zie­le zu errei­chen. Das Gan­ze ist eine Art Denk­sport, schließ­lich haben wir es mit einem Pro­dukt von Think­Fun zu tun. Die­ses Unter­neh­men hat uns nicht nur den Klas­si­ker RUSH HOUR beschert, son­dern auch vie­le ande­re gute Logik­spie­le (wie. bspw. das emp­feh­lens­wer­te LASER MAZE oder auch CAT CRIMES).

Domino Maze - Inhalt
wie­der ein­mal ein über­zeu­gen­des Inlay von Think­Fun

In der wie­der ein­mal gut auf­ge­räum­ten Box sind aber nicht nur ein paar Auf­ga­ben (60 Stück!) und Domi­no­stei­ne ent­hal­ten, son­dern auch noch ein paar spe­zi­el­le Bau­tei­le. So kann man eine zwei­te Ebe­ne eröff­nen, die wie­der­um über Trep­pen mit der Basis ver­bun­den sind. Auch gibt es Blo­cka­den und Dreh­kreu­ze, die rabia­te Rich­tungs­wech­sel ermög­li­chen. Die ein­zel­nen Ebe­nen sind dabei eine gro­ße Hil­fe, da nicht nur Abstän­de sau­ber defi­niert wer­den, son­dern weil den Stei­nen zumin­dest etwas Halt beim Auf­bau gebo­ten wird. Aller­dings darf man sich da nichts schön reden: einen Groß­teil der Zeit ist man mit dem Wie­der­auf­bau von Stei­nen beschäf­tigt, da man durch unge­schick­te Hand­ha­bung früh­zei­tig das Umkip­pen der Stei­ne in Gang gesetzt hat. Aber das gehört zum Wesen der Domi­no-Ket­ten­re­ak­ti­on.

Schon als Kind hat mich das Bau­en von Domi­no-Schlan­gen fas­zi­niert. Auch den Domi­no Day habe ich immer ger­ne geschaut. Aus die­sem Grund hat mich die Vor­ankün­di­gung zu DOMINO MAZE ziem­lich begeis­tert. Domi­no­stei­ne bau­en und Logik-Rät­sel in einem: das muss doch gut sein! Ganz so eupho­risch bin ich mitt­ler­wei­le aber nicht mehr. Natür­lich ist es äußerst befrie­di­gend, wenn die Stei­ne letzt­end­lich so umfal­len, wie man sich das vor­ge­stellt hat. Aber oft genug ist der Weg dort­hin eher müh­sam. Denn das rich­ti­ge Ver­bau­en der Stei­ne ist alles ande­re als ein Selbst­läu­fer. Zwar sind die Stei­ne an einer Sei­te so ange­schrägt, dass sie beim Ein­bau in die Ebe­ne nicht aus Ver­se­hen nach hin­ten umkip­pen kön­nen. Nach vor­ne geht das aber logi­scher­wei­se pro­blem­los und kann beim Auf­bau zu einem ähn­lich ver­hee­ren­den Aus­gang füh­ren. Außer­dem muss man des­we­gen beim Ein­bau­en immer genau dar­auf ach­ten, wie die Stei­ne aus­ge­rich­tet sind. Das hat durch­aus Nerv­po­ten­ti­al. Zumal es oft­mals so ist, dass man ent­we­der recht schnell die Lösung weiß und man sich dann fragt, war­um man das über­haupt noch nach­bau­en soll. Oder aber man erkennt die Lösung noch nicht sofort und beginnt dann, sich die­se nach und nach zu erar­bei­ten.

Domino Maze - Aufgaben
genü­gend Auf­ga­ben von leicht bis schwer

Genau die­ses Tüf­teln macht bei mir den Reiz sol­cher Logi­k­rät­sel aus – und dabei trennt sich die Spreu vom Wei­zen. Bei RUSH HOUR fin­de ich die hap­ti­sche Kom­po­nen­te so klas­se. Man schiebt die Fahr­zeu­ge hin und her und erkennt dabei die Pro­ble­me. Bei LASER MAZE ist es das Spiel mit dem Laser­strahl. Da ist man manch­mal über­rascht, wo die­ser erscheint und ver­sucht dann mit einem wei­ßen Papier des­sen Weg nach zu ver­fol­gen. Bei DOMNO MAZE ist die­ses Tüf­teln aber mit Arbeit ver­bun­den. Stän­dig muss man die Stei­ne wie­der auf­rich­ten und ver­set­zen. Dabei muss man aber höl­lisch auf­pas­sen, dass man beim Ver­set­zen nicht die schon gebau­ten Ver­bin­dun­gen berührt, weil sonst alles für die Katz war.

Zusätz­lich hak­te bei mir auch zu oft das Mate­ri­al. Der Lösungs­weg stimm­te, aber dann ver­keil­ten sich zwei Stei­ne. Somit kam es eben nicht zu dem erhoff­ten Aha-Erleb­nis, son­dern man ärger­te sich, dass der Domi­no-Effekt ver­puff­te. So ganz ist mir nicht klar gewor­den, war­um das immer mal wie­der pas­siert. Aber sowohl bei geplan­ten Kur­ven als auch bei den Dreh­kreu­zen kön­nen Blo­cka­den ent­ste­hen.

Davon unab­hän­gig ist die Qua­li­tät der Logik-Rät­sel aber auf gewohnt hohem Niveau. Die ers­ten Kar­ten sind zum Erler­nen, danach wird es kniff­li­ger. Aller­dings über­for­dern die Rät­sel einen auch nicht. Durch das direk­te Erle­ben erkennt man recht schnell die Zusam­men­hän­ge. Die Schwie­rig­keit ergibt sich meist dar­in, genau das vor­ge­ge­be­ne Mate­ri­al zu ver­bau­en. Mit zwei Stei­nen mehr oder weni­ger wäre alles kein Pro­blem, aber wie soll man das mit genau die­ser Anzahl schaf­fen?

So hun­dert­pro­zen­tig glück­lich bin ich mit DOMINO MAZE nicht. Es ver­hält sich aber so ähn­lich, wie man es Babys unter­stellt: "wenn es dich dann anlä­chelt, ist all der Stress ver­ges­sen". So ist es auch bei DOMINO MAZE: wenn end­lich alles klappt, dann ist die Arbeit vor­her ver­ges­sen!

super, wenn alles klappt

Ich bedan­ke mich bei Pega­sus Spie­le und Think­Fun für die Bereit­stel­lung von Rezen­si­ons­ex­em­pla­ren. Ich bin mir sicher, dass durch die­se Bereit­stel­lung mei­ne Mei­nung nicht beein­flusst wur­de. Die Bespre­chung spie­gelt mei­ne gemach­te Erfah­rung wider.

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