Spielwarenmesse Nürnberg 2020 – Teil 2

unterwegs auf der Spielwarenmesse Nürnberg 2020 – Teil 2

Wenn es ges­tern einen Teil 1 zu mei­nem Besuch der Spiel­wa­ren­mes­se in Nürn­berg gab, dann muss die­ser Bericht natür­lich fort­ge­setzt wer­den. So geht es heu­te mit der Spiel­wa­ren­mes­se Nürn­berg 2020 – Teil 2 und den rest­li­chen für mich inter­es­san­ten Neu­erschei­nun­gen wei­ter. Wie bis­her gilt:

  Alle Ein­drü­cke zu den vor­ge­stell­ten Spie­le sind Erst­ein­schät­zun­gen. Oft­mals nur basie­rend auf Regel­be­schrei­bun­gen und Vor­ab-Pro­duk­tio­nen. Zusätz­lich sind alle Fotos mit einer gewis­sen Vor­sicht zu genie­ßen. Bei den gezeig­ten Spie­len kann es beim End­pro­dukt noch zu Ände­run­gen kom­men, bzw. die Fotos zei­gen nicht die end­gül­ti­ge Qua­li­tät der ein­zel­nen Kom­po­nen­ten.
Nürnberg 2020 - Eingang Abend
nach Lesen von Teil 1 ist es dun­kel gewor­den...

Hans im Glück

Paleo - Nürnberg 2020
von mir aus kann die Box ger­ne so blei­ben

Zu Hans im Glück geht man in Nürn­berg unter ande­rem des­we­gen so ger­ne, da man dort meist auch zum Anspie­len der nächs­ten Neu­heit kommt. Auch die­ses Jahr war das glück­li­cher­wei­se mög­lich. Das war es aber fast schon mit den guten Tra­di­tio­nen. Denn PALEO von Peter Rust­mey­er ist eher unty­pisch für Hans im Glück: es ein koope­ra­ti­ves Spiel. Ange­sie­delt in prä­his­to­ri­schen Zei­ten sol­len wir unse­ren Stamm durch­füt­tern und neben­bei noch eine Mam­mut-Höh­len­zeich­nung anfer­ti­gen. Schaf­fen wir dies bevor eine bestimm­te Anzahl an Stam­mes­mit­glie­dern gestor­ben ist, freu­en wir uns, weil wir gemein­sam gewon­nen haben. Aber auch wenn man ver­liert, kann man sich freu­en, weil man bis dahin ein gutes koope­ra­ti­ves Aben­teu­er gespielt hat.

Wir haben drei Run­den im ers­ten von 10 Modu­len gespielt und waren doch recht ange­tan. Motor des Spiels sind die eige­nen Hand­kar­ten. Die­se sind in ver­schie­de­ne Orte (Kate­go­ri­en) unter­teilt, die auf den Rück­sei­ten auch ange­zeigt wer­den. Aller­dings bekommt man dadurch ledig­lich einen gro­ben Über­blick, was einen an die­sem Ort erwar­tet. Genau weiß man es erst, wenn man sich zum Aus­spie­len ent­schie­den hat. Meist muss man dann eine gewis­se Aus­rüs­tung vor­wei­sen, um vor Ort eine Akti­on machen zu dür­fen. Aller­dings kos­tet das meist auch Zeit. Was bedeu­tet das? Man muss nun eine bestimm­te Anzahl an Hand­kar­ten abwer­fen. Hat man spä­ter kei­ne Hand­kar­ten mehr, endet die aktu­el­le Run­de und die eige­nen Leu­te müs­sen ernährt und Zwi­schen­zie­le erreicht wer­den. Natür­lich sind auch Gefah­ren-Kar­ten im Spiel und so soll­te man sich auch immer um die Gesund­heit der Stam­mes­mit­glie­der sor­gen.

Die ers­te Par­tie hat jeden­falls Spaß gemacht, auch wenn es erstein­mal dar­um ging, das Sys­tem und die Kar­ten ken­nen­zu­ler­nen. Lei­der durf­te man noch kei­ne Fotos vom Mate­ri­al machen, aber auch im vor­lie­gen­den Arbeits­stand haben mich die Illus­tra­tio­nen von Domi­nik May­er sehr ange­spro­chen.


Feuerland

Die gro­ße Früh­jahrs­neu­heit von Feu­er­land ist sicher­lich WASSERKRAFT, was bei mir schon als BARRAGE zuhau­se steht. Wobei, das klingt so pas­siv. Denn es steht nicht nur her­um, son­dern wird auch eif­rig gespielt, weil es ein klas­se Euro­ga­me für Exper­ten ist. Aller­dings wur­de WASSERKRAFT in Nürn­berg kaum bewor­ben, was viel­leicht an dem doch sehr klei­nen Mes­se­stand lang. Statt­des­sen wur­de PARKS in den Mit­tel­punkt gerückt. Das ist ein ehe­ma­li­ges Crowd­fun­ding-Pro­jekt, dass mich damals vor allem auf­grund der Optik fast zum Mit­ba­cken ver­lei­ten konn­te. Aller­dings sieg­te damals zur Abwechs­lung mal die Ver­nunft und ich konn­te mich zurück­hal­ten. Ob mir das auch bei der deut­schen Edi­ti­on gelin­gen wird, bin ich mir nicht so sicher. Denn das Gesamt­pa­ket aus The­ma und Optik gefällt mir schon sehr sehr gut und die ers­ten Stim­men sind auch posi­tiv.

Im hin­te­ren Kabuff wur­de dann noch eine klei­ne Über­ra­schung prä­sen­tiert. Denn mit NEW YORK ZOO erscheint mal wie­der ein neu­er Uwe Rosen­berg bei Feu­er­land (in Blue Label Rei­he). Dabei darf einer­seits end­lich wie­der gepuz­zelt wer­den, ande­rer­seits ver­meh­ren sich aber auch Tie­re (der eigent­li­che Spaß bei vie­len Rosen­berg-Spie­len). Und die­se Tie­re haben es in sich, da sie als nied­li­che Ani­mee­p­les daher kom­men und dabei die Trends der letz­ten Jah­re bedie­nen (Erd­männ­chen, Fla­min­gos...).


Lookout Spiele

Auch Loo­kout Spie­le wird im Lau­fe des Jah­res ein neu­es Werk von Uwe Rosen­berg prä­sen­tie­ren: HALLERTAU war­tet auf uns. Aller­dings wur­de in Nürn­berg nicht mehr prä­sen­tiert als eine vor­läu­fi­ge Box­ge­stal­tung. Was ich bis­her auf­ge­schnappt habe, han­delt es sich um eine wei­te­re Worker-Pla­ce­ment-Varia­ti­on. Puz­zeln ist aller­dings nicht ange­sagt, viel mehr geht es dar­um, eine Art Drei­fel­der­wirt­schaft ins Lau­fen zu brin­gen. Wie man es aus AGRICOLA oder auch NUSFJORD kennt, sind wie­der eine Men­ge Kar­ten im Spiel und die Kunst besteht dar­in, aus die­sem Wirr­warr das Opti­mum her­aus­zu­ho­len.

Von den wei­te­ren prä­sen­tier­ten Schach­teln hat mich GLASGOW noch ange­spro­chen. Aber nur des­halb, weil ich mit die­ser schot­ti­schen Stadt sym­pa­thi­sie­re und mich auch 2‑Per­so­nen-Spie­le trig­gern. Da ich kei­ner­lei Infos dar­über erfah­ren konn­te, ist mein Inter­es­se dar­an nur über mein Bauch­ge­fühl zu begrün­den.


Abacusspiele

Die gro­ße Fami­li­en­spiel-Neu­heit ist FRINGERS, ein koope­ra­ti­ves Ring-Tausch-Spiel (also opti­mal als Hoch­zeits­ge­schenk geeig­net). Ziel ist es, gemein­sam inner­halb einer bestimm­ten Zeit­span­ne Auf­ga­ben­kar­ten zu erfül­len. Die­se Auf­ga­ben schrei­ben vor, wel­che Far­be an wel­chem Fin­ger zu ste­cken hat. Ein ganz klein wenig habe ich mich an ein Kin­der­spiel von Ami­go erin­nert (RINGLDING), wobei das mit bun­ten Haar­gum­mis daher kam und somit noch einen prak­ti­schen Nut­zen hat (vor allem wenn man eine Toch­ter zu Hau­se hat, die dau­ernd ihre Haar­gum­mis zu ver­lie­ren scheint). Bei FRINGERS herrscht jeden­falls ein gewis­ses Cha­os, da man die eige­nen Rin­ge immer nur nach links wei­ter­ge­ben darf – und man in der Zwi­schen­zeit stän­dig neue Rin­ge von rechts auf die Hand gesteckt bekommt.

Ansons­ten wird Pro­dukt­pfle­ge groß geschrie­ben. Es gibt drei neue SHERLOCK-Fäl­le ( DER BUTLER, GRABESSTILLE und WER IST VICENT LEBLANC?), einen neu­en DECKSCAPE-Fall (FLUCHT AUS ALCATREZ) sowie auch einen neu­en DECKTECKTIVE-Fall (DAS GESPENSTISCHE GEMÄLDE). Den ein oder ande­ren davon wer­de ich mich sicher­lich mal näher anse­hen – und wie ich mich ken­ne sogar eher alle. Zu guter Letzt gibt es nun auch noch eine zwei­te Erwei­te­rung zu BANG! THE DICE GAME. Lei­der hat die­se ein Zom­bie-The­ma, mit dem ich bekannt­lich so gut wie gar nichts anfan­gen kann.


KOSMOS

Wenn ich schon bei Pro­dukt­pfle­ge bin, dann kann ich gleich bei KOSMOS dies­be­züg­lich wei­ter­ma­chen. Denn natür­lich gibt es neue EXIT-Fäl­le (DER FRIEDHOF DER FINSTERNIS und DER VERWUNSCHENE WALD) sowie auch ein neu­es ADVENTURE GAME (GRAND HOTEL ABADDON). Zusätz­lich wird die ESCAPE TALES-Rei­he fort­ge­setzt (LOW MEMORY).

Für EXIT-Fans gibt es aber auch neue Pro­duk­te. Einer­seits ist ein Advents­ka­len­der ange­kün­digt, ande­rer­seits aber auch eige­ne EXIT PUZZLE (da ken­ne ich von Kos­mos nur ent­spre­chen­de DIE DREI ??? Puz­zle und ansons­ten die nicht wirk­lich über­zeu­gen­den von Ravens­bur­ger). Wer schon immer ger­ne eige­ne Kri­mis schrei­ben woll­te, der soll­te sich mal CRIME STORIES anschau­en, bei denen man nach Vor­ga­ben Kurz­ge­schich­ten schrei­ben muss, die die Mit­spie­len­den zum Ermit­teln anre­gen sol­len (übri­gens besteht dabei "leich­te" Ver­wechs­lungs­ge­fahr mit CRIME STORY, den koope­ra­ti­ven und sto­ry­ba­sier­ten Kri­mi-Kar­ten­spie­len von Nor­ris).

Aber es gibt tat­säch­lich auch noch ganz klas­si­sche Brett­spie­le. Zum Bei­spiel darf Gün­ter Burk­hardt mit SPOT ON mal wie­der unser geo­gra­fi­sches Wis­sen abfra­gen. Hier liegt eine gewis­se Kom­bi­na­ti­on aus FINDEN SIE MINDEN und AUSGERECHNET BUXTEHUDE vor, wobei auch noch flan­kie­ren­des Wis­sen not­wen­dig ist. Mit AQUALIN wird übri­gens­end­lich auch wie­der die 2‑Per­so­nen-Rei­he mit einem tak­ti­schen Lege­spiel fort­ge­setzt.

Natür­lich wird auch der Trend des koope­ra­ti­ven Spiels fort­ge­setzt. So dür­fen nun auch Kin­der sich in Andor aus­to­ben. Das wird auch Zeit, denn DIE LEGENDEN VON ANDOR haben mei­nen Erfah­run­gen nach schon immer einen gro­ßen Reiz auf Kin­der aus­ge­übt. Nun also haben sie mit ANDOR JUNIOR ihr eige­nes Spiel, wel­ches mir auf den ers­ten Blick (Optik und Mate­ri­al) aus­ge­spro­chen gut gefal­len hat. Mal abwar­ten, wie sehr das Andor-Prin­zip noch her­un­ter gebro­chen wur­de. Aber ich erhof­fe mir ein schö­nes kind­ge­rech­tes Aben­teu­er­spiel.

Bei MY CITY von Rei­ner Kin­zia wer­den noch wei­te­re Trends ver­ar­bei­tet. Denn dies ist es ein zu puz­zeln­des Stadt­bau­spiel, was zusätz­lich Lega­cy-Ele­men­te beinhal­tet. Da bin ich doch sehr auf die Umset­zung gespannt. Das anzu­schau­en­de Mate­ri­al mit den Brief­um­schlä­gen hat mir schon ganz gut gefal­len.

Magischer Nähspaß - Nürnberg 2020
ich habe hier jeman­den zuhau­se, der schon jetzt sehn­süch­tig dar­auf war­tet

Fern­ab der Brett­spie­le hat KOSMOS natür­lich auch wie­der eini­ge ande­re Sachen zu bie­ten. Am bes­ten haben mir davon die selbst zu nähen­den klei­nen Stoff­tie­re für DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE gefal­len (MAGISCHER NÄHSPASS). Die­se Kin­der­buch-Lizenz wird ohne­hin auch mit beglei­ten­den Spie­len aus­ge­schlach­tet, aber das Näh­set fand ich inter­es­san­ter und auch wesent­lich the­men­be­zo­ge­ner. Ansons­ten gab es selbst zu pro­gram­mie­ren­de Robo­ter und noch ganz viel anders zu bestau­nen. Lei­der gab es nur zu Pep­per Mint nichts mehr neu­es. Ich hat­te die Hoff­nung, dass die­se Expe­ri­men­tier­kas­ten-Rei­he bes­ser lau­fen wür­de.


Game Brewer

Bei Game Bre­wer konn­te ich einen schnel­len Blick auf ein bald anlau­fen­des Crowd­fun­ding-Pro­jekt wer­fen. Mit Wolf­gang Kra­mer und Micha­el Kies­ling hat PARIS zwei namen­haf­te Autoren anzu­bie­ten. Die kur­ze Regel­er­klä­rung um Mehr­hei­ten und eine ein­sei­ti­ge Bonus­leis­te hat bei mir zwar mehr Fra­ge­zei­chen als Aus­ru­fe­zei­chen hin­ter­las­sen, aber das vor­läu­fi­ge Mate­ri­al sah schon ziem­lich gut aus (und soll noch schö­ner wer­den).


Next Move Games / eggertspiele

Natür­lich darf auch in Nürn­berg kein Bie­nen­spiel feh­len. Den inter­es­san­tes Able­ger fand ich bei Next Move Games mit BEEZ (ansons­ten noch HONIGTÖPFCHEN beim ins­ge­samt eher ent­täu­schen­den Neu­hei­ten­an­ge­bot von Ami­go).

Aber viel mehr an die­sem Stand hat mich ALMA MATER ange­spro­chen, die nächs­te gro­ße Neu­heit von eggert­spie­le im Sti­le eines COIMBRA. ALMA MATER ist klas­si­sches Worker Pla­ce­ment, wobei in die­sem Spiel die Res­sour­ce Buch im Mit­tel­punkt steht. Die­se sind im wis­sen­schaft­li­chen Betrieb her­zu­stel­len und müs­sen teil­wei­se auch von den Mit­spie­len­den erwor­ben wer­den. Ich habe nur eine ganz kur­zen Regel­über­blick bekom­men, aber das Gehört klang schon recht reiz­voll.

Ansons­ten wur­den die nega­ti­ven Rück­mel­dun­gen zu 5211 auf­ge­grif­fen und das Kar­ten­de­sign ange­passt – und in die­sem Zuge auch noch gleich ein AZUL-Able­ger mit ins Pro­gramm genom­men (Kühe und mel­ken und so). Wenn das Spiel nur nicht so belang­los wäre...


Pegasus / Frosted Games / Edition Spielwiese

Kom­men wir zum Abschluss zu Pega­sus. Die haben zusam­men mit ihren Part­nern Frosted Games und Spiel­wie­se (und bald auch noch Deep Print Games) so vie­le Neu­hei­ten am Start gehabt, dass das fast schon einen eige­nen drit­tel Teil die­ser Bericht­erstat­tungs­rei­he gege­ben hät­te. Mot­to des dies­jäh­ri­gen Stan­des war das Restau­rant aus KITCHEN RUSH, wes­we­gen man sich bei den nach­fol­gen­den Bil­dern nicht über das Besteck und die Wein­glä­ser wun­dern soll­te. Zu KITCHEN RUSH kommt auch schon bald eine ers­te Erwei­te­rung (PIECE OF CAKE) her­aus, bei der Des­serts im Mit­tel­punkt ste­hen. Statt die­se zu kochen, müs­sen sie gekühlt wer­den, was natür­lich neben neu­en Zuta­ten auch neue Arbeits­be­rei­che vor­aus­setzt. Muss ich haben! Wei­ter im Erwei­te­rungs­rei­gen geht es auch bei SAGRADA (PASSION) und TINNY TOWNS (FORTUNE).

Kei­ne Erwei­te­rung, son­dern ein eigen­stän­di­ger Able­ger von MAGIC MAZE ist MAGIC MAZE ON MARS. Wir über­fal­len also kei­ne Ein­kaufs­zen­tren mehr, son­der müs­sen mit­hil­fe von Res­sour­cen pro­du­zie­ren­den Robo­ter auf dem Mars über­le­ben. Dabei bleibt es koope­ra­tiv und stres­sig. Eben­falls ein kom­plett neu­es The­ma hat WUNDERLAND bekom­men. Anstatt nun im Ham­bur­ger Minia­tur Wun­der­land Post­kar­ten ein­zu­sam­meln, sind wir nun in CELTIC als Kel­ten im Gebiet des Glau­bergs in der Wet­terau unter­wegs. Wer weiß, wo Pega­sus ver­or­tet ist, kann sich vor­stel­len, wie es zu die­sem The­ma kam (und mei­nes Wis­sen nach wur­de Pega­sus aktiv vom ent­spre­chen­den Tou­ris­tik­ver­band beauf­tragt). Auf alle Fäl­le fin­de ich die Illus­tra­tio­nen von Bar­tło­miej Kordow­ski (u.a. MEIN TRAUMHAUS) wie­der wun­der­schön!

Einen ähn­li­chen Illus­tra­ti­ons-Stil hat man auch bei der gro­ßen Fami­li­en­spiel-Neu­heit MY FARM SHOP ange­strebt – ist dabei aber mei­ner Mei­nung nach kom­plett geschei­tert. Denn MY FARM SHOP gefällt mir von der Optik über­haupt nicht und schreckt mich eher ab. Spie­le­risch ist das neue Werk von Rüdi­ger Dorn eine Art MACHI KORO, was jetzt eben­falls nicht wirk­lich einen gro­ßen Haben-Will-Reiz aus­löst. Ganz anders ver­hält es sich dies­be­züg­lich mit THE MAGNIFICANT. Das gefällt mir optisch sehr und ver­spricht auch den inter­es­san­te­ren Wür­fel-Ein­satz-Mecha­nis­mus. Inhalt­lich wett­ei­fern wir als Zau­be­rer um die Gunst der Zuschau­er – ein The­ma, was ich schon bei TRICKERION toll fand. Ganz so ein Hirn­verz­wirb­ler ist THE MAGNIFICANT aber nicht.

Etwas ein­fa­cher geht es auch bei dem Flip-and-Wri­te-Spiel TRAILS OF TUCANY zu. Bei die­sem zeich­net man eine Stre­cke auf eine Kar­te und will dabei mar­kan­te Punk­te mit­ein­an­der ver­bin­den. Von die­sem Spiel habe ich schon gutes gehört, dass möch­te ich mir ger­ne genau­er anse­hen. Eben­falls sehr weit oben auf mei­ner Buzz-Leis­te steht mit DOODLE DUNGEON ein wei­te­res Flip-and-Wri­te-Spiel. Dabei erbaut man sich zeich­ne­risch einen Dun­ge­on mit aller­lei Tücken und Fal­len, um dann dort Hel­den durch­lau­fen zu las­sen – wobei der ein­zu­schla­gen­de Weg dum­mer­wei­se von den Mit­spie­lern vor­ge­ge­ben wird. Das klang doch recht spa­ßig und spielt sich hof­fent­lich ent­spre­chend luf­tig-leicht. Ein wenig im Fahr­was­ser von KRASSE KACKE kommt POO POO PETS daher, wobei das ledig­lich noch ein Arbeits­ti­tel ist. Dabei wür­feln alle gleich­zei­tig und man ver­sucht, die Auf­ga­ben­plätt­chen der Mit­spie­ler zu erfül­len. Denn wenn die­se kei­ne offe­nen mehr vor sich haben, schei­den sie aus. POO POO PETS ist somit mal wie­der erfri­schend kon­fron­ta­tiv. Auf den Hau­fen, der auch noch quietscht, könn­te ich aber gut ver­zich­ten.

Auf­fäl­lig waren auch zwei neue Big-Boxen. Einer­seits gibt es nun durch DIE ZWERGE BIG BOX ein Kom­plett­pa­ket des lei­der etwas im Schat­ten von DIE LEGENDEN VON ANDOR ste­hen­den koope­ra­ti­ven Abe­ne­teu­er-Spiels. Ande­rer­seits hat sich Pega­sus nun die Rech­te an HANSA TEUTONICA gesi­chert und gibt uns Spie­lern über die Big Box alles Erschie­ne­ne an die Hand. In die­sem Zusam­men­hang kann auch noch ver­kün­det wer­den, dass Pega­sus den Ver­trieb der deutsch­spra­chi­gen EVERDELL-Aus­ga­be über­nimmt. So kommt die­ses Crowd­fun­ding-High­light also auch in den hei­mi­schen Fach­han­del.

Deut­sche Loka­li­sie­run­gen sind ein Mar­ken­zei­chen des Part­ner-Ver­la­ges Frosted Games. Das wird auch so blei­ben, wird doch in die­sem Jahr mit AEONS END eine ech­te Per­le dort erschei­nen. Die­sen koope­ra­ti­ven Deck­bau­er habe ich schon lan­ge auf mei­ner Lis­te ste­hen. Zusätz­lich wird auch noch PHARAON erschei­nen, was optisch auf alle Fäl­le etwas her macht.

Als zwei­ter Part­ner­ver­lag hat die Edi­ti­on Spiel­wie­se ihre Früh­jahrs-Neu­hei­ten prä­sen­tiert. TREELINGS ist ein Sam­mel­kar­ten­spiel mit einem net­ten Wer­tungs-Clou. Denn nun müs­sen auch die Rän­der der Nach­bar­aus­la­gen mit berück­sich­tigt wer­den. Das ver­spricht ein schö­nes klei­nes Kar­ten­spiel zu sein, dass mich vor allem durch die tol­len Illus­tra­tio­nen von Micha­el Men­zel anspricht. Etwas im Fahr­was­ser von MEMOARRR! kommt MEMORINTH daher. Dabei gilt es, aus einem Laby­rinth zu ent­kom­men. Dum­mer­wei­se ändern sich dau­ernd die Wege­kärt­chen, so dass ein gutes Gedächt­nis gefragt ist.


Nürnberg 2020 - Lego Panzer
irgend­wie habe ich mit die­ser Art Spiel­zeug ein Pro­blem

Wer bis hier­hin durch­ge­hal­ten hat: Respekt! Ich bin auch gleich fer­tig, möch­te aber ger­ne noch eins-zwei abschlie­ßen­de Beob­ach­tun­gen los wer­den. Was fiel mir sonst noch so in den benach­bar­ten Hal­len auf? Zum Bei­spiel die gro­ße Dis­kre­panz zwi­schen dem Trend-The­ma Nach­hal­tig­keit und der geleb­ten Wirk­lich­keit mit Plas­tik ohne Ende. Wobei es hier wohl tat­säch­lich ein lang­sa­mes Umden­ken gibt. So habe ich mir bspw. Plüsch­tie­re ange­se­hen, die aus recy­cel­tem Mate­ri­al her­ge­stellt wur­den – und ich Laie habe da kei­nen Unter­schied gespürt. Trotz­dem hat mir die Mes­se gezeigt, dass sich noch sehr viel ändern muss. Aber viel­leicht sehe ich das auch nur aus einem zu ein­ge­schränk­ten Blick­win­kel. Ich habe ja schon Pro­ble­me damit, wenn ich Kriegs­spiel­zeug von Lego-Imi­ta­ten sehe – und das kommt nicht etwas aus Fern­ost, son­dern aus einem Nach­bar­land von Deutsch­land. Ansons­ten hat­te ich die­ses Jahr das Gefühl, dass die Hal­len lee­rer waren als sonst. Kei­ne Ahnung, ob das mit dem der­zei­ti­gen Coro­na-Virus im Zusam­men­hang zu sehen ist. Der Mund­schutz bei asia­ti­schen Mit­men­schen ist ja kein neu­es Phä­no­men, so dass ich nicht das Gefühl hat­te, hier über­mä­ßi­ge Vor­sicht anneh­men zu müs­sen. Aber viel­leicht hat die Angst vor dem Virus trotz­dem dafür gesorgt, dass weni­ger Besu­cher nach Nürn­berg kamen (eine ent­spre­chen­de PAN­DE­MIC-Son­der­edi­ti­on habe ich übri­gens nicht gese­hen).

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