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Wir sind mehr! (Aphorismus des Monats – 2024-03)

Mei­ne ehe­ma­li­gen Bee­p­le-Kol­le­gen und ‑Kol­le­gin­nen haben ges­tern ein klei­ne, aber des­we­gen nicht weni­ger wich­ti­ge Akti­on gestar­tet. Die­ser möch­te ich mich ger­ne indi­rekt anschlie­ßen, denn schließ­lich gilt: wir sind mehr! So kam mir die Idee, dafür die­se Kate­go­rie zu benut­zen. Schon öfters habe ich die Ein­lei­tung zum Apho­ris­mus des Monats dazu benutzt, die aktu­el­le Lage zu kom­men­tie­ren. Die­ses Mal gehe ich inso­fern nur noch wei­ter, dass ich nun kei­nen klas­si­schen Apho­ris­mus wäh­le, son­dern ein etwas län­ge­re Zitat von Erich Käst­ner aus sei­nem emp­feh­lens­wer­ten Werk ÜBER DAS VERBRENNEN VON BÜCHERN:

Die Ereig­nis­se von 1933 bis 1945 hät­ten spä­tes­tens 1928 bekämpft wer­den müs­sen. Spä­ter war es zu spät. Man darf nicht war­ten, bis der Frei­heits­kampf Lan­des­ver­rat genannt wird. Man darf nicht war­ten, bis aus dem Schnee­ball eine Lawi­ne gewor­den ist. Man muss den rol­len­den Schnee­ball zer­tre­ten. Die Lawi­ne hält kei­ner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begra­ben hat.

Das ist die Leh­re, das ist das Fazit des­sen, was uns 1933 wider­fuhr. Das ist der Schluss, den wir aus unse­ren Erfah­run­gen zie­hen müs­sen, und es ist der Schluss mei­ner Rede. Dro­hen­de Dik­ta­tu­ren las­sen sich nur bekämp­fen, ehe sie die Macht über­nom­men haben.

Erich Käst­ner

Eigent­lich ist damit schon alles gesagt. Natür­lich hät­te ich auch noch Goeb­bels berühm­tes Zitat aus eben dem Jahr 1928 ver­wen­den kön­nen, bei dem er offen zugibt, dass die Demo­kra­tie aus­ge­nutzt wer­den wird und man sich um gel­ten­de Regeln sche­ren wird. Genau­so kommt es mir aktu­ell mit der AFD vor. Es gibt genug O‑Töne aus der Par­tei, die genau in die­se Ker­be von Goeb­bels schla­gen. Die­se Par­tei will kei­ne gemein­sa­mes Leben mit Frei­heits­rech­ten, son­dern sie will die Demo­kra­tie aus­nut­zen und aus­höh­len, um dann die eige­nen völ­ki­schen Vor­stel­lun­gen aus­le­ben zu kön­nen. Dies muss jetzt ver­hin­dert wer­den. Einer­seits soll­te mei­ner Mei­nung nach tat­säch­lich über ein Ver­bots­ver­fah­ren nach­ge­dacht wer­den, ande­rer­seits soll­te das eigent­lich auch gar nicht not­wen­dig sein, wenn die gro­ße Mas­se sich bei den anste­hen­den Wah­len zu den ech­ten demo­kra­ti­schen Alter­na­ti­ven bekennt. 

Zusätz­lich ist es mei­ner Mei­nung nach wich­tig, den neu­en Rech­ten kei­ne Deu­tungs­ho­heit zu ver­schaf­fen. Dafür muss vor allem das media­le Über­ge­wicht abge­baut wer­den. Die aktu­el­len Demos für die Demo­kra­tie und gegen den Rechts­ruck sind des­we­gen so wich­tig, um die Mär zu wider­le­gen, dass die AFD das Sprach­rohr der brei­ten Mas­se ist. Ist sie eben nicht, son­dern ledig­lich einer lau­ten und viel zu oft in den Mit­tel­punkt gerück­ten Min­der­heit. Es wird Zeit, dass die­ses Zerr­bild gera­de gerückt wird.

Wir sind mehr
Wir sind mehr!

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