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Peorð – "meine" Rune

die Rune PERPHO
mein Hals­ket­ten­an­hän­ger mit Peorð

Zu Peorð – oder auch Per­pho – als mein stän­di­ger Weg­be­glei­ter kam ich vor vie­len Jah­ren. Mir wur­de sie als "Rune der Mys­tik" vor­ge­stellt, was ich damals ziem­lich span­nend fand – mög­li­cher­wei­se auch, weil ich es damals recht cool fand, als etwas Geheim­nis­vol­les ange­se­hen zu wer­den. Ich fin­de es zwar heu­te manch­mal immer noch ganz lus­tig, dass man mich anschei­nend nicht immer rich­tig ein­schät­zen kann, doch bewusst för­de­re ich das ganz sicher nicht mehr – anders war das in mei­ner puber­tä­ren Pha­se, als mich die Rune gefun­den hat.

Nun gut, den geheim­nis­vol­len Unbe­kann­ten will ich also nicht mehr spie­len. Trotz­dem ist die Rune auch wei­ter­hin für mich sehr wich­tig. Eine ihre Haupt­be­deu­tun­gen (auch wenn so etwas bestimmt strit­tig ist) soll der Wür­fel­be­cher sein. Wür­fel­spie­le sind meist Spie­le, bei dem Glück, Geschick­lich­keit und auch Tak­tik erfor­der­lich sind – für mich ein Sym­bol für das Leben. Dass bei sol­chen Spie­len immer ein wenig geblufft wer­den muss, unter­mau­ert die­ses Sinn­bild nur um so mehr (wo wir wie­der bei dem 'ein biss­chen undurch­sich­tig sein' sind – wie lässt Wal­ter Moers sei­nen Käpt'n Blau­bär im Buch 'Die 13½ Leben des Käpt'n Blau­bärs' so schön sagen: "Ein Bär muß sei­ne dunk­len Sei­ten haben, das macht ihn attrak­tiv und mys­te­ri­ös."). Ent­ge­gen jeder Schick­sals­gläu­big­keit der alten Grie­chen, gibt es mei­ner Mei­nung nach meh­re­re Mög­lich­kei­ten, wie das Leben lau­fen wird. Man unter­liegt zwar gewis­sen Gesetz­mä­ßig­kei­ten, aber man weiß trotz­dem nicht genau, was pas­sie­ren wird. Auch das Spiel mit den Wahr­schein­lich­kei­ten kann man gut ins eigent­li­che Leben ummün­zen. Natür­lich ist es unwahr­schein­lich, fünf­mal hin­ter­ein­an­der die sechs zu wür­feln, aber es ist trotz allem mög­lich! (für Sta­tis­tik­fans: die Wahr­schein­lich­keit liegt bei 1 zu 7776) 

So gese­hen, ist die Rune Peorð also weni­ger ein Sym­bol für mich (ich möch­te nicht als Wür­fel­be­cher ange­se­hen wer­den), son­dern viel mehr ein Sym­bol für mein Leben.

Das Schick­sal mischt die Kar­ten, und wir spielen. 

Arthur Schopenhauer