10–2026: der Bärenmarder (aus der ARCHE NOVA Erweiterung WASSERWELTEN)
Habe nur ich das Gefühl, dass früher mehr Lametta war? Wobei ich noch gar nicht erklärt habe, von welchem Lametta ich eigentlich rede. Ich meine angekündigte Promos zur nahenden SPIEL 26. Glücklicherweise habe ich mich davon immer frei machen können und bin nicht auf entsprechende Jagd gegangen. Aber ich erinnere mich, dass Promos kurz vor der Messe ein wiederkehrendes Thema war. Welche sind angekündigt? Wo bekommt man diese her? Und kann mir jemand dieses oder jenes mitbringen? Vielleicht ist das aber auch unverändert und ich hänge nur nicht mehr so intensiv in den jeweiligen Kommunikationskammern ab. Aber was hat das alles mit dem Bärenmarder zu tun?
Ganz einfach: als Bärenmarder wird heutzutage das Tier bezeichnet, welches früher gerne als Vielfraß benannt wurde (siehe unten). Und wenn es schon einen solchen als Karte in einem populären Spiel gibt, dann hätte jemand auch auf die Idee kommen können, daraus eine entsprechende Promo-Karte zu entwickeln. Schließlich haben es auch karierte Decken zu solchen Ehren geschafft. War aber nicht der Fall. Weder kam Feuerland auf mich zu, noch habe ich darauf gedrängt. Dabei wäre eine solche dieses Jahr irgendwie passend gewesen, hätte ich doch damit das zehnjährige Bestehen des Blogs feiern können. Aber dieses Jubiläum habe ich still und heimlich für mich genossen. Wie gesagt: früher war mehr Lametta!
So muss ich zumindest diese Kategorie nutzen, das Tier zu ehren, welches auf die ein oder andere Weise dazu beigetragen hat, dass dieser Blog überhaupt besteht.
Ein Vielfraß wird nicht geboren, sondern nur erzogen.
Sebastian Kneipp (bayerischer Priester und Hydrotherapeut)
Dieses Zitat leite ich als Kompliment an meine Eltern weiter – auch wenn es so sehr sicher gar nicht gedacht war. So haben wir ganz nebenbei wieder ein gutes Beispiel für die Wirkung von Worten.
Ach, und muss ich noch etwas in diesem Zusammenhang über ARCHE NOVA schreiben? Wohl nicht, denn dieses ist schon völlig zurecht mit ausgiebigen Lobeshymnen bedacht worden. Ich gebe aber zu, dass ich es selten über das Herz bringen, den Felsenmarder nicht auf die Hand zu nehmen. Und irgendwie finde ich meinen erstellten Zoo ein Stückchen kompletter, wenn dort ein Bärenmarder lebt.
Die Namensgebung des Vielfraßes
Der Name "Vielfraß" ist ziemlich irreführend, denn der "Bärenmarder" ist keineswegs gefräßiger als seine tierischen Verwandten. Vielmehr ist der Name eine Verballhornung des skandinavischen Namens für dieses räuberische Säugetier. Den Einwohnern von Deutschland, Holland, usw. wurden damals Schreckensgeschichten und Schauermärchen über die Gräueltaten dieses Tieres erzählt. Ein Vielfraß soll sogar Elche töten können. Fast schon zwangsläufig hatte der Vielfraß somit seinen Namen weg, schließlich hörten sie doch lautmalerisch immer dieses Wort.
Bei meinen Nachforschungen bin ich auf verschiedene Ursprünge gestoßen: vom "fjeldfross" bzw. "fjellfross" aus dem Norwegischen über den "fjellfraß" aus dem Schwedischen bis hin zum "fjelfras" aus dem Altnordischen. Dabei wurden mir verschiedene Übersetzungen der einzelnen Silben präsentiert. "fras" bzw. "fross" steht für Katze oder Kater, da sind sich meist noch alle einig; doch bei der ersten Silbe gehen die Meinungen auseinander. Sehr oft wird dabei das Fell als mögliche Übersetzung herangezogen, des Öfteren aber auch der Berg. Letzteres kommt der eigentlichen Bedeutung wohl recht nahe, wenn man den Ansatz zu Grunde legt, dass "fjel" eine im Norden bekannte Bezeichnung für das weite skandinavische Hochland ist. Inwieweit dieses stimmt, kann ich nicht beurteilen, da ich weder der schwedischen, noch der norwegischen oder finnischen Sprache mächtig bin. Unabhängig von der eigentlichen Bedeutung wurde in späteren Jahren daraus im Mittelniederdeutschen jedenfalls der "velevraz" und später der uns bekannte "Vielfraß".











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