12–2025: der Prahlhans (aus Köder)
Zugegeben, der Prahlhans ist nicht unbedingt Teil meines aktiven Wortschatzes. Trotzdem habe ich dabei ein Bild vor Augen und war entsprechend überrascht, dass es zu diesem Begriff keinen Wikipedia-Eintrag gibt. Beruhigenderweise kennt aber zumindest der Duden dieses prachtvolle Exemplar der Selbstüberschätzung. Noch schöner hätte ich es gefunden, wenn es auch ein entsprechendes Monster des Alltags gäbe. Ich frage mich allerdings, ob es eine gute Idee war, den Prahlhans die Laudatio zum Gewinn des Mitarbeiter des Monats selbst schreiben zu lassen...
Ich habe heute einen Fischfang hingelegt, der selbst die Reiher am Ufer neidisch macht! Die Konkurrenz? Zu zaghaft, zu zögerlich – und deshalb leer ausgegangen. Aber ich? Ich bin wie ein Sturm aus Geduld und Trefferquote, der die Schleier des Wassers zerreißt und die Beute direkt in meine Netze lockt.
Was für ein Gefühl! Der Wind trägt mir den Duft von Erfolg zu, die Wellen klatschen wie applaudierende Fans, und das Licht spiegelt sich in jeder Schuppe auf dem Rücken meiner Beute. Ich ernte nicht nur Fische – ich ernte Anerkennung, Respekt, ein breites Grinsen im Gesicht des Meeres und die stille Erkenntnis: Wer sich nichts zutraut, wird auch nicht erfolgreich sein.
Der ausgezeichnete Prahlhans ist ein besonderes Bonusplättchen in KÖDER. Das wiederum ist ein witziges Würfelspiel von Satoru Nakamura (erschienen bei OSTIA-Spiele), bei dem wir Fische mit Würfeln fangen. Die Besonderheit liegt darin, dass wir selbst entscheiden, wie viele Würfel wir für den Fangversuch einsetzen können. Je mehr das sind, umso wahrscheinlicher ist der Erfolg. Allerdings dürfen diejenigen beginnen, die weniger Würfel ausgewählt haben. Und wenn diese erfolgreich waren, ist der Teich leer und ich schaue mit meinen vielen Fang-Würfeln in die Röhre. Das weckt Emotionen – und so manche Person entpuppt sich dabei als Würfel-Prahlhans.










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