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Tag der Brettspielkritik 2022 (Aphorismus des Monats – 2022-07)

Heu­te "miss­brau­che" ich die­se Kate­go­rie ein klein wenig. Ger­ne klei­de ich mei­nen Apho­ris­mus des Monats in aktu­el­le Beob­ach­tun­gen ein, so dass ich mich im Vor­feld inten­siv mit der Wahl dazu aus­ein­an­der­set­ze. Die­ses Mal ist es aber anders her­um gewe­sen. Auf mei­ner Heim­rei­se vom Tag der Brett­spiel­kri­tik in Ham­burg erschien auf den Bild­schir­men der U‑Bahn fol­gen­des Zitat des Tages:

Wer sich mit der Kunst ver­hei­ra­tet, bekommt die Kri­tik zur Schwiegermutter. 

Hil­de­gard Knef

Das pass­te wie die Faust aufs Auge, schließ­lich haben wir uns auf der Ver­an­stal­tung aus­gie­big mit dem The­ma Kri­tik aus­ein­an­der gesetzt. Zwei Stun­den vor die­sem Aha-Effekt in der U‑Bahn wur­de bspw. auch über das wich­ti­ge The­ma Distanz gespro­chen. Unse­re Brett­spiel-Bla­se ist so klein und es lau­fen so viel net­te Men­schen dar­in her­um, da kann eine not­wen­di­ge Distanz der Kri­tik zu den Ver­la­gen, Autor:innen und Illustrator:innen schnell mal ver­lo­ren gehen. Auch wenn ich mich zurecht als Dilet­tant im ursprüng­li­chen Wort­sinn bezeich­nen las­sen muss, so ist von mir trotz­dem zu erwar­ten, dass ich nicht aus Kum­pa­nei ein Spiel als gut beschrei­be, nur weil mir die Leu­te dahin­ter so sym­pa­thisch sind oder ich ein Rezen­si­ons­ex­em­plar zur Ver­fü­gung gestellt bekom­men habe.

Neben solch grund­sätz­li­chen Fra­gen wur­den aber auch prak­ti­sche Sachen erör­tert, aus denen ich hof­fent­lich viel in die Pra­xis umset­zen kann. So habe ich mich bspw. ein wenig zum The­ma Pod­cast wei­ter­ge­bil­det und auch inter­es­san­te Denk­an­sät­ze zur Foto­gra­fie bekom­men. Mei­ne Tex­te hier im Blog sind auf­grund der feh­len­den Zei­chen­be­gren­zung sicher­lich etwas schwa­fe­lig. Das will ich mir auch nicht neh­men las­sen. Trotz­dem lohnt es sich, ver­stärkt den Fokus auf ein­zel­ne Aspek­te zu len­ken, die ich als wich­tig erach­te. Wie ich gelernt habe, muss nicht alles voll­um­fäng­lich beschrie­ben wer­den. Es ist oft­mals inter­es­san­ter, wenn man sich auf bestimm­te Ker­ne kon­zen­triert und die­se dafür auf den Punkt prä­sen­tiert. Ich bin gespannt, ob mir die­se Fokus­sie­rung gelin­gen wird.

Tag der Brettspielkritik
Bild: Tho­mas Hus­sung / Huch! [Quel­le: Spiel des Jah­res e.V.]

Zusätz­lich ist ein sol­ches Tref­fen aber natür­lich auch immer eine Art "Klas­sen­tref­fen". Man trifft vie­le bekann­te Gesich­ter und lernt neue ken­nen (nach­dem man die dazu­ge­hö­ri­gen Stim­men schon gehört oder Tex­te gele­sen hat). Ein wenig war mir das aber alles noch zu sehr das Krei­sen um sich selbst. So hät­te ich mir ger­ne mehr exter­ne Vor­tra­gen­de gewünscht. Aber man muss ja auch Zie­le für die Zukunft haben. Mir hat das Tref­fen in Ham­burg auf jeden Fall gefal­len und ich hof­fe auf eine Fort­set­zung – nicht nur, weil ich frü­her auch ger­ne auf Klas­sen­fahr­ten war.

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