Aphorismus des Monats – 2021-10

Ich habe schon viel zu lan­ge kein Apho­ris­mus von Ernst R. Hausch­ka prä­sen­tiert. Ich habe lan­ge über­legt, wie ich mit dem Apho­ris­mus 2021-10 die vor kur­zem statt­ge­fun­de­nen Bun­des­tags­wahl kom­men­tie­ren soll. Aber ich glau­be, ich habe dazu schon im Vor­feld genug geschrie­ben. Aber ganz unab­hän­gig von irgend­wel­chen Ergeb­nis­sen freue ich mich erst ein­mal, dass es über­haupt die Mög­lich­keit der Wah­len gibt. Und wie man merkt, ist da auch nichts in Stein gemei­ßelt. Wenn man sich die Umfra­gen Anfang des Jah­res noch­mals anschaut, dann hät­te man wohl mit einer rich­ti­gen Wet­te auf das Ergeb­nis nun ziem­lich reich sein kön­nen. Und wenn man den Schwur­b­lern geglaubt hät­te (was sich ohne­hin aus­schließt), dann wären wir Geimpf­ten nun nicht nur alle tot, son­dern müss­ten uns auch noch mit einer grü­nen Dik­ta­to­rin her­um schla­gen. Ist bekannt­lich nicht ganz so gekom­men, aber wen wun­dert das. Aber auf was will ich eigent­lich hin­aus? Ich bin jeden­falls froh, dass nun auch poli­tisch gerun­gen wer­den muss. Natür­lich wäre es mir lie­ber, wenn das Par­tei­pro­gramm mei­ner favo­ri­sier­ten Par­tie eins zu eins umge­setzt wer­den wür­de. Aber mir reicht es schon, wenn ich nun das Gefühl habe, dass sich nun ernst­haft mit poli­ti­schen Zie­len aus­ein­an­der gesetzt wird – und dadurch viel­leicht die Kraft wächst, Ver­än­de­run­gen ein­zu­lei­ten. Nicht alle not­wen­di­gen Ver­än­de­run­gen wer­den auf Gegen­lie­be sto­ßen – ins­be­son­de­re weil wir als ver­wöhn­te Indus­trie­na­ti­on erst den Ver­zicht ler­nen müs­sen. Aber mir wäre es wich­tig, dass dann nicht auf eine viel zu lau­te Min­der­heit geach­tet wird. 

Ent­schei­dend ist nicht, ob man kri­ti­siert wird;
ent­schei­dend ist, ob die Kri­ti­ker die Mehr­heit bilden.

Ernst R. Hauschka

Ins­be­son­de­re die Medi­en dürf­ten sich ger­ne wie­der etwas mehr zurück hal­ten und bit­te nicht einer über­schau­bar klei­nen Grup­pe ein viel zu gro­ßes Sprach­rohr lie­fern. Mir wird näm­lich in dem gan­zen Getö­se viel zu oft ver­ges­sen, wie die Mehr­heit denkt. Ins­be­son­de­re bei wis­sen­schaft­li­chen Dis­kur­sen muss man ein­zel­ne Gegen­mei­nung nicht auf­bau­schen. Nur weil jemand eine iso­lier­te Ein­zel­mei­nung besitzt, muss die­se nicht gleich­wer­tig mit der Kon­sens-Mei­nung Raum gege­ben werden.

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