zuletzt gelesen: „Patria“ von Fernando Aramburu
Oftmals lese ich lediglich vor dem Schlafen, denn im "normalen" Tagesablauf fehlt mir dazu meist die Ruhe. Aus diesem Grund ist die ausgewählte Literatur eher als seicht zu bezeichnen. Ein wenig Fantasy, viele Krimis und manchmal auch ein historischer Roman. Das Alles ist meist nichts Hochtrabendes, aber eben unterhaltsam. Umso mehr freut es dann das Leseherz, wenn man sich doch wieder an etwas mehr Tiefe traut und dann auch noch belohnt wird. So wie es mir nun mit PATRIA ergangen ist.
Glücklicherweise bin ich nicht mehr in der Schule und muss keine Inhaltsangaben schreiben. Denn das würde bei PATRIA schwerfallen. Der Roman beschreibt das Leben zweier Familien in vielen kurzen Kapiteln, bei denen ziemlich in der Zeit und Erzählperspektive gesprungen wird. So erlebt man immer kleine Geschichten und daraus ergibt sich dann ein Gesamtbild. Als umspannender Rahmen des Ganzen fungiert der Ort des Geschehen: das Baskenland und damit einher gehend die ETA. Denn einerseits wird der eine Familienvater Opfer eines Anschlags, während in der anderen Familie ein Sohn der ETA beitritt und entsprechend im Untergrund lebt. Es wird eindrücklich gezeigt, wie sich Freunde entfremden – und das nicht aus innerer Überzeugung, sondern aus einer extern politischen Drucksituation.
Dabei ist die Geschichte nicht typisch baskisch. Okay, es regnet viel (was auch das Titelbild auf dem Cover deutlich macht) und der ein oder andere Lokalkolorit kommt hinzu, aber der Kern der Geschichte könnte genauso gut auch in Nordirland spielen. Das Buch ist also weniger ein Buch über den Terrorismus im Baskenland, sondern vielmehr ein Buch, was Menschen in solchen Gebieten erleben und damit leben müssen – eindrucksvoll und empfehlenswert!









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