zuletzt gelesen: Die verlorenen Schwestern von Adrian McKinty
Eigentlich wäre es logisch gewesen, die angefangene DER STÄHLERNE BUND Trilogie zu beenden. Aber wie schon bei DER MÄRTYRER angekündigt, brauchte ich mal eine Fantasy-Pause. So einen kleinen Krimi-Energieriegel für zwischendurch. Und auf der Suche, was mir wohl so schmecken könne, erinnerte ich mich an die Sean Duffy Reihe und griff zu DIE VERLORENEN SCHWESTERN.
Wie auch schon DIE SIRENEN VON BELFAST, ist auch das Buch leider nicht mehr Bestandteil des Verlagsprogramms von Suhrkamp. Doch weiterhin kann ich mich auf den Bestand meiner Onleihe verlassen. Recht schnell hatte ich wieder den Sean Duffy Sound im Ohr, was mir vor allem bewusst wurde, als ich nachts mal ähnlich hektisch geträumt habe – es muss nicht immer von Vorteil sein, wenn man vor dem Einschlafen liest. Allerdings habe ich diesen Sound genossen. Die Story war zudem schön verwoben, weil der eigentlich zu klärende Mordfall nur einen Nebenstrang in einer größeren Sache ausmachte. Die nachfolgende Wikipedia-Tour gebe ich nicht wieder, damit die Überraschung erhalten bleibt. Für einen Autor ist es sicherlich praktisch, einen geschichtlichen Vorsprung von 20 Jahren zu besitzen, lassen sich doch somit geschickt gewisse Ereignisse mit vermeintlichen Vorahnungen kombinieren.
Ich nickte leicht, ging den Gartenweg entlang und stieg in meinen BMW. Bevor ich den Schlüssel in die Zündung steckte, stieg ich wieder aus und suchte unterm Wagen nach Bomben mit Quecksilberzünder. Es gab keine, also stieg ich wieder ein und schob eine Kassette in den Recorder, Roberts Plants The Principle of Moments. Ich hörte mir Plants Soloalbum zum vierten Mal an, und noch immer brachte ich es nicht über mich, es zu mögen. Nur Synthesizer, Drum Maschine und hohe Stimmen. Aber so waren die Zeichen der Zeit, und nun, da der Herbst angebrochen war, konnte man mit ziemlicher Bestimmtheit festhalten, dass 1983 wohl das schlimmste Jahr in der Geschichte der Popmusik der letzten zwei Jahrzehnte werden würde.
Adrian McKinty – Der katholische Bulle, S. 12 (E‑Book)









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