zuletzt gelesen: „Könige der Finsternis“ von Nicholas Eames
So langsam fühle ich mich alt. Das ist auch kein Wunder, schließlich werde ich jeden Tag älter. Außerdem haben die vielen Jahre in den Handballhallen nicht nur positive Nebenwirkungen produziert. Aber wer will sich über kleine Wehwechen beschweren, wenn es einem doch ansonsten glücklicherweise gut geht? Trotzdem fällt es mir mit diesen Randbedingungen leichter, die Helden des Fantasy-Romans KÖNIGE DER FINSTERNIS besser zu verstehen.
Denn Autor Nicholas Eames hat eine schöne Idee lustvoll umgesetzt: wie verhalten sich eigentlich große Helden nach ihrer aktiven Zeit? Wenn das Schwert nicht mehr ganz so schwungvoll durch die Lüfte kreist und am Abend der Rücken schmerzt? Wenn man zwar Bestandteil der alten Lieder ist, der Nachwuchs aber nun selbst Abenteuer erleben will und es mit dem Respekt nicht ganz so genau nimmt? Wenn man eigentlich seinen wohlverdienten Ruhestand genießen will, nun aber ein Finsterling den Frieden auf der Welt bedroht? Dann muss man also wieder die alte Truppe zusammenbringen und für ein wenig Ordnung sorgen!
Nicht alles überzeugte mich, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Der Humor war schön lakonisch und man hatte immer ein passendes Bild vor Augen – wobei die Covergestaltung auch sehr gut die Richtung vorgibt. Da wird nichts verklärt und manchmal wird es auch derb. Aber alle Beteiligten haben das Herz am rechten Fleck und selbst für den obligatorischen Bösewicht kann man Verständnis aufbringen.
Als ich nun las, dass es einen Folgeroman gibt (DIE SCHWARZE SCHAR), kam sofort Skepsis in mir auf. Ich finde nämlich, dass die Geschichte als solches genau den richtigen Umfang hatte und somit die Grundidee auserzählt ist. Aber glücklicherweise teilte wohl der Autor ebenfalls diese Meinung und widerstand einer unnötigen 08–15-Fortsetzung, sondern bringt nun neues Personal in die doch sehr eigene Welt. Ich bin gespannt!









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