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Isenhart von Holger Karsten Schmidt

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Was waren die Stich­wor­te, die mich dazu brach­ten, unbe­dingt ISENHART lesen zu wol­len? "Mit­tel­al­ter" und "Kri­mi". Bei­de tau­chen aber gar nicht auf dem Cover auf, son­dern es wird schlicht von einem Roman gespro­chen. Und das ist auch völ­lig rich­tig so. Denn mei­ne Erwar­tungs­hal­tung war falsch: ISENHART ist nicht etwas eine Kri­mi­nal­ge­schich­te im Mit­tel­al­ter­ge­wand, son­dern es ist ein Ent­wick­lungs­ro­man über einen Men­schen, der sei­ner Zeit vor­aus war. Neben­bei ist es auch ein Aben­teu­er­ro­man und eben auch eine Kri­mi­nal­ge­schich­te. Trotz­dem steht dabei der Mensch Isen­hart durch­ge­hend im Fokus.

Die­ser ist eine Art uner­kann­tes Uni­ver­sal­ge­nie. Das ist einer­seits ein wenig anstren­gend, da so etwas immer etwas von Super­hel­den­tum hat. Ande­rer­seits ist die Grund­idee von Autor Hol­ger Kars­ten Schmidt nach­voll­zieh­bar. Muss­te es nicht viel mehr Da Vin­cis geben und wir wis­sen davon nur nichts, weil es kei­ne Über­lie­fe­run­gen dazu gibt? Und wie leb­te eine sol­che Per­son in der ein­engen­den Gesell­schaft der dama­li­gen Zeit? 

Im Buch wird sehr anschau­lich ver­sucht, die­ser Fra­ge umfas­send nach­zu­ge­hen. Nicht immer hat mich das inhalt­lich über­zeugt, da mir manch­mal zu "modern" gedacht wur­de. Auf der ande­ren Sei­te kann es aber natür­lich genau­so sein, dass ich zu sehr vom Bild des dunk­len Mit­tel­al­ters kon­di­tio­niert bin und die Leu­te viel frei­er dach­ten, als ich das die­sen unter­stel­le. Dies ist aber nur ein klei­ner Kri­tik­punkt, denn im Gro­ßen und Gan­zen habe ich mich sehr gut unter­hal­ten gefühlt. Die Cha­rak­te­ri­sie­run­gen sind über­zeu­gend, wenn auch manch­mal etwas kli­schee­haft. Die Hand­lung ist span­nend und am Ende der knapp 800 Sei­ten hat man sogar das Gefühl, dass der Abschluss etwas über­has­tet in die Wege gelei­tet wurde.

Isenhart - Cover
Bild: Kie­pen­heu­er & Witsch

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