zuletzt gelesen: Blutroter Tod von Tetsuya Honda
Früher las man Romane, wenn man etwas über fremde Kulturen erfahren wollte – heutzutage liest man Krimis. Zumindest habe ich das Gefühl, dass jedes zweite Buch in der Buchhandlung ein Krimi oder Thriller ist. Und zu meiner eigenen Schande muss ich zugeben, dass dieses Verhältnis auch ziemlich meinem eigenen Leseverhalten entspricht. So ist auch BLUTROTER TOD von Tetsuya Honda in erster Linie die Abarbeitung eines Kriminalfalls und erst in zweiter Linie erfährt man einiges über die japanische Kultur.
Bevor man sich allerdings in das Buch fallen lassen kann, muss man ein Problem bewältigen: die ganzen Namen der Protagonisten sind für uns Europäer nicht einfach zu behalten. Ich habe zumindest immer ein paar Probleme mit der Zuordnung gehabt. Wer ist jetzt diese Person? Und was soll mir dieser Name sagen? Das öffnet einem ganz schön die Augen.
Hat man da aber einen vernünftigen Zugang gefunden, dann wird man mit einem spannenden Krimi belohnt. Meiner Meinung nach hätten die Gewaltszenen gerne etwas weniger detailliert sein dürfen, aber darüber kann man ja glücklicherweise hinweg lesen. Interessanter sind natürlich die einzelnen Charaktere. Die sind zwar etwas stereotypenhaft, aber damit konnte ich leben. Spannend fand ich vor allem, wie die hierarchischen Strukturen der japanischen Kultur beschrieben wurden. Als Außenstehender kann ich natürlich nicht wissen, ob das wirklich so ausgeprägt ist – es klang aber schlüssig. Genau diese neuen Blickwinkel haben dafür gesorgt, dass ich BLUTROTER TOD im Endeffekt doch recht gerne gelesen habe. Mal schauen, ob ich dann der Reihe dran bleibe.









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