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Corvus von Neal Stephenson

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Die Online-Biblio­thek ist schuld! Im Urlaub wei­lend, muss­te schnell ein neu­es Buch her. Und was stand da noch auf mei­ner Merk­lis­te? Rich­tig: CORVUS.

Mit der in der Daten­bank hin­ter­leg­ten Kurz­be­schrei­bung konn­te ich wenig anfan­gen. Aber da ich Neal Ste­phen­son mitt­ler­wei­le blind ver­traue, habe ich mich damit auch erst gar nicht lan­ge auf­ge­hal­ten. Zumal ich jetzt vor dem Pro­blem ste­he, selbst eine sol­che Kurz­be­schrei­bung ablie­fern zu müs­sen. Wie soll man die­se gan­zen Plot-Twists ansatz­wei­se in drei-vier Sät­ze zusam­men­fas­sen? Unmög­lich! Die Geschich­te beginnt im Jetzt und wird zu Sci­ence-Fic­tion. Leit­idee ist, dass durch erfolg­te Gehirn­scans das Leben nach dem Tod in einer Par­al­lel­welt wei­ter­geht, die wie­der­um einem klas­si­schen Fan­ta­sy-Set­ting ent­spricht. Die Zeit­ebe­nen wech­seln wild hin und her, das Per­so­nal fin­det sich erst in der einen, dann auch in der ande­ren Welt. Dabei begeg­nen wir ver­trau­ten Namen wie den Shaft­oes, der Fami­lie Water­house und natür­lich auch Enoch Root. Man­che Sachen wer­den, wie es für Ste­phen­son typisch ist, sehr detail­liert beschrie­ben, ande­re ledig­lich am Ran­de erwähnt – und man wür­de sich wün­schen, dass dies genau­er erläu­tert wird. Das gan­ze Pro­jekt ist so wahn­wit­zig, dass ich alle Stim­men ver­ste­hen kann, die­ses hef­tig zu kri­ti­sie­ren. Ich habe hin­ge­gen jede Sei­te genossen!

Noch offen war bloß die Fra­ge, ob es nihi­lis­ti­sche Trol­le waren, die ein­fach nur gern die Welt bren­nen sehen woll­ten, oder klar moti­vier­te mit dem eigen­nüt­zi­gen Inter­es­se, Mil­lio­nen von Leit­gläu­bi­gern zu über­töl­peln, damit sie dies oder jenes ankli­cken. Doch eine der Per­ver­si­tä­ten des Mias­mas war, dass es ansons­ten gesun­de Men­schen wie ihn – Men­schen, die Bes­se­res zu tun gehabt hät­ten – ver­an­lass­te, Ener­gie dar­auf zu ver­wen­den, mit kom­plett unbe­kann­ten Voll­idio­ten zu strei­ten, von denen vie­le ver­mut­lich ihr eige­nen Argu­men­te nicht glaub­ten, ja von denen vie­le gar kei­ne Men­schen waren.

Neal Ste­phen­son – Cor­vus, S. 124 (E‑Book)
Corvus - Cover
Bild: Gold­mann Verlag

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