The King's Dilemma – Erlebnisbericht

Erlebnisbericht zu The King's Dilemma von Lorenzo Silva und Hjalmar Hach – erschienen bei Horrible Guild (bzw. HeidelBär Games)

  Ach­tung, die­ser Text ent­hält Spoi­ler zum Spiel THE KING'S DILEMMA!
The Kings Dilemma - Box deutsch
Foto: Hei­del­BÄR Games

Nach PANDEMIC LEGACY SEASON 1 und SEASON 2 nun also ein wei­te­rer klei­ner Erleb­nis­be­richt zu einem beson­de­ren Lega­cy-Spiel. Wobei ich mir vor­stel­len kann, dass die Neu­gier­de auf THE KING'S DILEMMA grö­ßer ist als bei ande­ren Spie­len die­ser Art. Denn am Ende einer Par­tie blei­ben so vie­le Umschlä­ge unge­öff­net, dass man sich sicher sein kann, selbst nicht alles mög­li­che erlebt zu haben. So habe ich bspw. im Pod­cast der Brett­spie­l­erun­de von Metall­wür­mern gehört, die wir z.B. nie zu Gesicht bekom­men haben.

Wie lief es bei uns? Unse­re illus­tre Run­de bestand aus Jür­gen von der Spiel­bar, Ingo und Dani­el von The Spiel­t­räu­mers sowie Chris­ti­an (Redak­teur bei AMIGO Spie­le). Wir haben über eine Zoom-Video­kon­fe­renz gespielt, wobei Jür­gen alle Kar­ten, Auf­kle­ber usw. zusätz­lich noch in einen inter­nen Slack-Chan­nel pos­te­te, so dass man jeder­zeit immer alles noch ein­mal nach­le­sen konn­te. Die nun fol­gen­den Bil­der sind also fast alle von Jür­gen gemacht und ich darf sie dan­kens­wer­ter­wei­se benut­zen.

The Kings Dilemma - Aufbau mit Kamera
Vor­sprung durch Tech­nik

Das gemein­sa­me digi­ta­le Spie­len war übri­gens durch­aus eine Her­aus­for­de­rung – ins­be­son­de­re auf Sei­ten von Jür­gen. Er muss­te die gan­ze Ver­wal­tung durch­füh­ren und auch noch sicher­stel­len, dass tech­nisch alles funk­tio­nier­te. Das klapp­te meist auch wun­der­bar, bis auf ein­zel­ne Tage, an denen das Smart­pho­ne zu heiß wur­de oder kei­ne Ener­gie mehr hat­te. Auf alle Fäl­le war es eine sehr lus­ti­ge Run­de und ein schö­ner Ersatz für die aus­ge­fal­le­nen Spie­le­aben­de in der COVID-19-Zeit. Das bes­te war aber, dass Jür­gen alle Tex­te vor­las, was bei sei­ner aus­ge­präg­ten Stim­me eine Wohl­tat für die Ohren war. Dan­ke dafür noch­mals!

Anfangs­pha­se: Da kei­ner irgend­wie Ahnung hat­te, haben wir die ein­zel­nen Adels­ge­schlech­ter ohne Hin­ter­ge­dan­ken und Ana­ly­se nach Wunsch­far­be ver­teilt. So waren im Spiel die Fami­li­en aus Dualak (Chris­ti­an – Haus Real-Qel), Solad (Ingo – Haus Ynge­au), All­wed (Jür­gen – Haus Jor­ge) und Blo­dyn (Dani­el – Haus Danu­bi­el). Ich bekam die Mark­gra­fen von Tiryll zuge­wie­sen (Haus di Fran­co) und war erst ein­mal geschockt über die Beschrei­bung die­ses Geschlechts. Ich zitie­re: "Euer Haus ist sehr kon­ser­va­tiv und legt Wert dar­auf, dass die Armen und Elen­den in Unwis­sen­heit und unter sich blei­ben." Das ist doch mal eine Auf­ga­be! Aus die­sem Grund war ich etwas ver­un­si­chert, wie ich nun die­se Par­tie ange­hen soll­te. Auf was habe ich denn nun zu spie­len? Und was bedeu­tet als Geschichts­fort­schritt, dass ich die Aus­ge­sto­ße­nen unter­wer­fen soll? Wir haben übri­gens so gespielt, dass kei­ner die ande­ren Sicht­schir­me begut­ach­te­te. Ich hat­te also kei­ne Ahnung, wie die poli­ti­sche Ein­stel­lung mei­ner Mit­spie­ler war. Ich wuss­te nur: ich muss­te mein wah­res Ich igno­rie­ren, wenn ich der Fami­li­en­tra­di­ti­on der Tirylls gerecht wer­den woll­te.

Nach­dem wir alle ein wenig Respekt vor der Anlei­tung hat­ten und nicht gera­de regel­si­cher das Spiel began­nen, ging es gleich ins Ein­ge­mach­te. Nach der stim­mungs­vol­len Ein­lei­tung muss­ten wir uns gleich der Fra­ge stel­len, ob wir Skla­ve­rei dul­den wol­len oder nicht. Ers­te Abstim­mung – und schon hat­te ich einen schwar­zen Sti­cker unter­schrie­ben, was mir noch öfters in der Par­tie wider­fah­ren soll­te. So rich­tig wuss­te ich aber noch nicht, was ich da eigent­lich mache. Ich hat­te mich erfolg­reich dar­auf kon­zen­triert, einen Haus­er­folg frei­zu­schal­ten und dabei die gehei­me Agen­da ver­nach­läs­sigt – was sich dann bei der fina­len Abrech­nung bemerk­bar mach­te. Also gleich mal Lehr­geld bezahlt.

Der Anfang war gemacht und ich merk­te schnell, wohin der Hase läuft: in die fal­sche Rich­tung! Recht bald habe ich den Geschichts­strang mit den Asch­lin­gen als die Sto­ry­line defi­niert, über die ich mei­nen haus­in­ter­nen Geschichts­fort­schritt gut schrei­ben kann. Anfangs war ich noch erfolg­reich bei den ent­spre­chen­den Abstim­mun­gen, da ich pos­tu­lie­ren konn­te, dass die Pro­ble­me doch in mei­nem Her­zog­tum auf­tre­ten und ich dann doch bit­te schön bestim­men kann, was dort pas­siert. Aber je regel­si­che­rer wir alle wur­den, umso mehr haben sich dann auch Gleich­ge­sinn­te in den Abstim­mun­gen gefun­den. Und da zeig­te sich, dass man­che Häu­ser wohl gemein­sa­me Zie­le haben – die aber nicht mehr deckungs­gleich mit mei­nen waren. So war ich doch recht hoff­nungs­los in dem Bestre­ben, den Wis­sens- und Wohl­erge­hens­mar­ker nach unten zu trei­ben. Ledig­lich beim Ver­mö­gen war ich erfolg­reich, da ich die­ses gehei­me Ziel mit Haus Real-Qel teil­te. Trotz­dem sah ich bei der Asch­lings-Geschich­te kein Land und muss­te spä­ter zäh­ne­knir­schend hin­neh­men, dass die Geschich­te nicht in mei­ne gewünsch­te Rich­tung lief.

Dabei kam ich zu dem Schluss, dass ich mich frei­er von den Haus­er­fol­gen machen muss­te und mich mehr auf die gehei­men Agen­da-Kar­ten kon­zen­trie­ren soll­te. Aller­dings wuss­te ich nicht, wie man spä­ter Anse­hen und Ambi­ti­on ins Ver­hält­nis zu set­zen hat­te. Auf was galt es sich zu kon­zen­trie­ren? Auf­grund der unter­schied­li­chen Anzahl an Käst­chen auf den Sicht­schir­men und die im Durch­schnitt höhe­ren Anse­hen-Aus­schüt­tung, nahm ich mir vor, Anse­hen etwa im Ver­hält­nis von 2 zu 1zur Ambi­ti­on zu sam­meln. Spä­ter kon­zen­trier­te ich mich fast aus­schließ­lich auf das Gewin­nen von Anse­hen, da ich der Mei­nung war, dass ich Ambi­ti­on ohne viel Auf­wand über mein Haus erhal­ten wür­de.

Mit­tel­spiel: Schein­bar waren die ver­schie­de­nen teil­neh­men­den Häu­ser recht unter­schied­lich aus­ge­prägt. Denn es gab bei den Abstim­mun­gen immer ein ziem­li­ches hin und her. Nur ganz sel­ten ende­te mal eine Par­tie auf­grund der Abdan­kung des Königs und der Sta­bi­li­täts­mar­ker erreicht das Ende einer Leis­te. Meist starb der König auf­grund der gan­zen Kar­ten an der Zeit­leis­te. Dadurch dau­er­ten unse­re ein­zel­nen Par­tien recht lan­ge. Wir haben glück­li­cher­wei­se Sta­tis­tik geführt und kamen auf eine gesam­te Spiel­dau­er von 1.157 Minu­ten (ohne Auf- und Abbau). Das ergab bei 15 Par­tien eine durch­schnitt­li­che Dau­er von etwa 77 Minu­ten pro Par­tie. Die kür­zes­te Par­tie dau­er­te 23 Minu­ten und die längs­te 108 Minu­ten (wobei dabei auch die­ses komi­sche Escape-Zwi­schen­spiel statt­fand). Eben­falls bestimmt eher unge­wöhn­lich: wir haben kom­plett alle Kar­ten, die uns die Umschlä­ge zur Ver­fü­gung gestellt haben, durch­ge­spielt. In der vor­letz­ten Par­tie been­de­ten wir die Geschichts­strän­ge und erst in der fina­len Par­tie kamen die letz­ten bei­den Mys­te­ri­um-Sti­cker zum Vor­schein.

Vor allem die lan­ge Zeit aus­blei­ben­den Mys­te­ri­um-Sti­cker und deren Inhal­te hät­ten viel­leicht die ein oder ande­re Geschich­te in eine ande­re Rich­tung len­ken kön­nen. Viel­leicht aber auch nicht, da bei allen wohl doch mehr die gehei­men Agen­den im Mit­tel­punkt stan­den als der Wil­le, die Geschich­te in einer bestimm­te Rich­tung zu len­ken. Wobei ich das so auch nicht ste­hen las­sen kann. Vor allem gegen Ende hin habe ich doch mehr und mehr ver­sucht, die ein­zel­nen Geschichts­strän­ge nach mei­nem Wil­len zu beein­flus­sen. Dabei bin ich aller­dings mehr­fach geschei­tert. Wir hat­ten da bspw. die Geschich­te mit Celesti­na, die am Ende unsterb­lich war. Mir ist eine Abstim­mung in Erin­ne­rung, die ganz am Anfang einer Par­tie statt­fand. Ich war dafür, sie als Ket­ze­rin fest­zu­neh­men und unschäd­lich zu machen. Dum­mer­wei­se gab es eine klei­ne Mehr­heit dafür, sie lie­ber erst ein­mal machen zu las­sen, damit man sie im Blick­feld hat. So rich­tig wich­tig war uns die Fra­ge aber nicht, auch weil sie recht früh in der Par­tie erschien. So woll­ten zwei Häu­ser lie­ber pas­sen. Ich habe mich für die Fest­nah­me aus­ge­spro­chen, aber gegen die zwei ande­ren Häu­ser woll­te ich jetzt auch nicht schon so früh alle Macht her­aus hau­en – man weiß ja nicht, was noch so kommt. Am Ende haben wir Celesti­na also nicht fest­ge­nom­men. Aber im Ergeb­nis war die­se Kar­te das Ende des ent­spre­chen­den Geschichts­stran­ges! Und das Ergeb­nis der Abstim­mung war irrepa­ra­bel. Wir muss­ten uns ab die­sem Zeit­punkt mit einer ewi­gen Köni­gin aus­ein­an­der­set­zen, auch wenn wir das alle ziem­lich ernüch­ternd fan­den. Aber da gab es kein Zurück mehr.

Schon vor­her hat­te ich mich aller­dings etwas von den Sieg­punk­ten gelöst und mich auf­grund der ein­zel­nen Geschich­ten recht offen gegen das König­tum auf­ge­lehnt – unab­hän­gig von Fami­li­en­erfol­gen und gehei­men Agen­den. Das Inter­es­san­te dar­an war, dass ich damit die letz­ten Run­den erstaun­lich erfolg­reich mit Ambi­ti­on und Anse­hen belohnt wur­de, auch wenn ich fast aus­schließ­lich inhalt­lich gespielt habe. Zusätz­lich hat das ziem­lich viel Spaß gemacht, auch wenn ich in der Grup­pe dann den Ruf weg hat­te, dass ich nur noch Köp­fe wür­de rol­len las­sen. Dabei hat­te ich wohl das Glück, dass die Agenda­kar­ten mit mei­nem inne­ren Antrieb zusam­men pass­ten. Ich habe sogar im Allein­gang eine Revol­te durch­ge­führt, die lei­der weni­ger Aus­wir­kun­gen hat­te, als erwar­tet. Das hat mich dann übri­gens doch geär­gert. Ich war bei die­ser Abstim­mung Anfüh­rer und habe gleich zu Beginn mal locker-flo­ckig acht Macht dar­auf gebo­ten, offen zu rebel­lie­ren. Damit hat­te ich mei­ne Mit­spie­ler etwas über­rascht und so kam es recht schnell und ohne gro­ße Über­zeu­gungs­ver­su­chen der ande­ren zu einer Revol­te. Die Par­tie ende­te mit der Abdan­kung des aktu­el­len Königs – aber mehr pas­sier­te nicht. Kein Sti­cker, kei­ne unter­schrie­be­ne Geschichts­kar­te. Das hat mich mas­siv gewun­dert und auch gestört. Da sol­len die Sti­cker das kol­lek­ti­ve Gedächt­nis dar­stel­len, aber kei­nen inter­es­siert es, dass eine Revol­te statt­fand? Das fand ich extrem unglaub­wür­dig.

The Kings Dilemma - Sticker am Ende
Sti­cker am Ende der Par­tie

Ohne­hin fand ich das Sti­cker­sys­tem nur sub­op­ti­mal. Bei uns gab es teil­wei­se einen regel­rech­ten Run auf die Sti­cker und vie­le Ent­schei­dun­gen wur­den davon abhän­gig gemacht, ob man nun einen unter­schrei­ben durf­te oder nicht. Da haben sich Abstim­mun­gen in schwin­del­erre­gen­de Höhen getrie­ben, nur damit man am Ende so ein Ding unter­schrei­ben konn­te. Ich habe mich da oft­mals her­aus­ge­hal­ten. Wenn es dabei um zu unter­schrei­ben­de Geschichts­kar­ten gegan­gen wäre, hät­te ich die­ses Hoch­bie­ten viel­leicht noch ver­stan­den – schließ­lich gab es dafür am Ende immer noch einen hand­fes­ten Bonus. Bei den Sti­ckern emp­fand ich die Aus­wir­kun­gen aber nicht so stark und trotz vie­ler dunk­ler Exem­pla­re kam ich bei den End­ab­rech­nun­gen auch immer ganz gut weg. Und die feh­len­de Macht am Anfang eine Run­de habe ich eben durch geschick­tes Pas­sen wie­der aus­glei­chen müs­sen. Zusätz­lich hat es hier kei­ne ech­te inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mehr mit den Erzäh­lun­gen der Sti­cker gege­ben. Es wur­den am Anfang die Far­ben gezählt, aber was dort noch drauf stand, inter­es­sier­te kei­nen.

The Kings Dilemma - Exit-Spiel
Dr. Who am Appa­rat?

Äußerst sub­op­ti­mal fand ich auch die­sen komi­schen Escape-Exkurs im Laby­rinth des Buches. Das hat­te mich ziem­lich gestört, da nun ein Ele­ment ins Spiel gekom­men war, was es gar nicht bedurf­te. Aller­dings habe ich die­ses Escape-Exkurs nicht sabo­tiert, son­dern eben­falls ziel­ge­rich­tet an einer Lösung mit gear­bei­tet. Dabei hat sich aber auch wie­der gezeigt, wie unglück­lich es ist, Zusatz­re­geln über Kar­ten ins Spiel zu brin­gen. Denn wir hat­ten das Gefühl, dass die Tex­te dar­auf extrem knapp gehal­ten wur­den und es somit viel Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum gab. So rich­tig wuss­ten wir auch gar nicht, auf was wir nun ach­ten soll­ten. Tür­ver­schlä­ge? Rah­men­for­men? Sym­bo­le an den Türen, die mit den Räu­men in Ver­bin­dung ste­hen? Zwei unab­hän­gig von­ein­an­der gefer­tig­te Zeich­nun­gen unse­res Weges waren übri­gens nicht gera­de deckungs­gleich. Bei die­sem Ele­ment hät­te ich mir erst­mals ger­ne eine klei­ne Auf­lö­sung gewünscht. Aber man kann es auch anders sagen: mich inter­es­siert sehr, wie der ande­re Aus­gang aus­ge­se­hen hat. Da waren wir schon ver­sucht, auch mal die­sen Umschlag zu öff­nen.

The Kings Dilemma - Zusammenfassung
auf der Ziel­ge­ra­den

End­spiel: Das End­spiel von THE KING'S DILEMMA ist bekann­ter­ma­ßen ein kom­plett eige­nes Spiel. Wir hat­ten das Glück, dass wir im Vor­feld des End­spiels an die­sem Abend ledig­lich noch maxi­mal vier Kar­ten der letz­ten Par­tie abhan­deln muss­ten, um auf den letz­ten Mys­te­ri­um-Sti­cker zu sto­ßen – was auch mit einer ech­ten Punkt­lan­dung belohnt wur­de. So waren wir aber alle noch halb­wegs frisch im Kopf, um uns um das End­spiel zu küm­mern. Nach­dem wir lan­ge mit den Anlei­tungs­kar­ten zu kämp­fen hat­ten und erst ein­mal klä­ren muss­ten, ob alle Kampf­kar­ten über­haupt gleich aus­sa­hen, kam es zur fina­len Dis­kus­si­on. Als alter Diplo­ma­cy-Vete­ran habe ich natür­lich sofort das Poten­zi­al für Nie­der­tracht und Ver­rat gese­hen. Aller­dings war bei uns die Ver­tei­lung der wei­ßen und schwar­zen Schwer­ter auf den End­kar­ten der Geschich­te extrem unaus­ge­gli­chen. Die wei­ße Sei­te ist mit 90 zu 5 Schwer­tern in Füh­rung gewe­sen. Zusätz­lich gab es auch eini­gen Abstand bei den Sieg­punk­ten, bei denen ich recht über­ra­schend führ­te.

Was ich nun als unglück­lich emp­fand war die Fra­ge: wie soll­te ich jeman­den zu einem Ver­rat ansta­cheln, wenn es die­sem selbst nichts nutzt? Als Füh­ren­der war klar, dass ich mich mit kei­nem zusam­men­tun konn­te, da die­se sowie­so nicht mit­zie­hen wür­de. War­um auch? Hier hät­te ich es schö­ner gefun­den, wenn noch mehr Grup­pen­dy­na­mik mög­lich gewe­sen wäre. Zusätz­lich hat­te ich ein inhalt­li­ches Pro­blem. Ich woll­te ger­ne den Auf­stand unter­stüt­zen, weil ich schon die gan­ze Zeit dar­auf hin spiel­te. Aber die Aus­gangs­la­ge sprach klar dafür, dass ich den Bestand wah­ren soll­te. Wie damit umge­hen?

The Kings Dilemma - Endkampf
mein fina­ler Kampf

Ich ret­te­te mich dadurch, dass ich mich in der fina­len Abstim­mung kei­ner Sei­te zuschrieb, son­dern ein­zig und allein an mein Haus dach­te: ich plün­der­te den Schatz und schüt­ze bei den Auf­stän­den mei­ne Fami­lie. Mir doch egal, was der Rest macht. Inhalt­lich konn­te ich mich damit raus reden, dass ich nur die Ein­stel­lung mei­nes Hau­ses nach­spie­len wür­de. Aber natür­lich war das auch aus spiel­me­cha­ni­scher Sicht sinn­voll, da mich die­ses Abstimm­ver­hal­ten am ehes­ten zum Gesamt­sieg brin­gen wür­de. In der fina­len Dis­kus­si­on warb ich dann dafür, dass wir doch alle den Auf­stand unter­stüt­zen soll­ten – wer will schon unter einer ewi­gen Köni­gin leben? Natür­lich waren erst ein­mal alle dafür. Als es dann aber um die Details ging, merk­te man recht schnell, dass kei­ne ech­te Einig­keit herrsch­te und jeder jedem miss­trau­te. Das war ein tol­ler und wür­di­ger Abschluss!

Am Ende gewann knapp die Sei­te der Bewah­rer und ich als Wen­de­hals kam recht erfolg­reich aus der fina­len Schlacht her­aus. So wur­de ich sogar zum Sie­ger der Kam­pa­gne, was aber doch eher uner­heb­lich ist. Denn das Spiel als sol­ches hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich auch trotz eines fünf­ten Plat­zes glück­lich und zufrie­den gewe­sen wäre. Ich war jeden­falls froh, dass das Fina­le bes­ser war, als erwar­tet. Denn zwi­schen­zeit­lich hat­te ich schon Angst. Man kennt das von man­chen Büchern: bis zur Auf­lö­sung sind sie toll, aber ein schlech­tes Fina­le ist nicht zu ret­ten. Das war bei THE KING'S DILEMMA defi­ni­tiv anders.

The Kings Dilemma - Auswertung des finalen Kampfes
die fina­len Kämp­fe

Fazit: THE KING'S DILEMMA ist das ers­te Lega­cy-Spiel, was ich sogar noch­mals mit­spie­len wür­de – nur um zu erfah­ren, wie sich die Geschich­ten anders ent­wi­ckelt hät­ten. Das zeigt gut, wie es mich gefes­selt hat. Aber es hat auch sei­ne Macken. Der Ver­wal­tungs­auf­wand ist sehr hoch und es kann bestimmt ziem­lich frus­tig sein, wenn man gefühlt so über­haupt kein Land bei den Abstim­mun­gen sieht. Im End­ef­fekt lebt es sehr von der Spie­le­grup­pe – und da hät­te ich mir kei­ne bes­ser wün­schen kön­nen.

Zum Abschluss noch ein wenig Sta­tis­tik...

The Kings Dilemma - Endstand Sichtschirm
mein fina­ler Sicht­schirm
The Kings Dilemma - Chronik Teil 1
der Chro­nik ers­ter Teil (inklu­si­ve Zeit­do­ku­men­ta­ti­on)
The Kings Dilemma - Chronik Teil 2
der Chro­nik zwei­ter Teil (inklu­si­ve Zeit­do­ku­men­ta­ti­on)
The Kings Dilemma - Karte
die Kar­te für die Ewig­keit

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