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Othello – William Shakespeare

Foto: Reclam Verlag
Foto: Reclam Verlag

Die letz­ten Shake­peare-Zita­te hat­te ich immer mit gro­ßen poli­ti­schen Ereig­nis­sen ver­bun­den (Brexit, Trump-Wahl). Ich bin mir nicht sicher, ob die heu­ti­ge Ver­ei­di­gung Ange­la Mer­kels als Bun­des­kanz­le­rin ähn­lich hohe Wel­len schla­gen wird – wohl eher nicht (ken­nen doch manch jün­ge­re Men­schen gar kei­ne ande­re Per­son als Bun­des­kanz­ler). Trotz­dem möch­te ich ein wenig an die­ser Tra­di­ti­on fest­hal­ten. Ich habe mich für Othel­lo entschieden.

Wir leben in Zei­ten, in denen mei­ner Mei­nung nach viel zu schnell auf Gerüch­te und Fake News reagiert wird – vor allem, wenn die­se zum eige­nen Welt­bild zu pas­sen schei­nen. Jago lässt grü­ßen. Dabei muss man auf­pas­sen, dass man nicht zu schnell die­sen schnel­len Ver­lo­ckun­gen nach­gibt. Es gilt, sei­nen Geist zu schär­fen – aber auch sei­nem ursprüng­li­chen Gefühl treu zu bleiben.

Othel­lo:

Wenn der Bestohl­ne nicht ver­mißt den Raub, sagt ihr´s ihm nicht, so ist er nicht bestohlen.

Nein, mein Herz ist zu Stein gewor­den; ich schla­ge dar­an, und die Hand schmerzt mich.

Des­do­mo­na:

Ich bin nicht fröh­lich, doch ver­hüll ich gern den innern Zustand durch erborg­ten Schein.

Cas­sio:

O du unsicht­ba­rer Geist des Weins, wenn du noch kei­nen Namen hast, an dem man dich kennt: so hei­ße Teufel!

Jago:

Denn ich bin nichts, wenn ich nicht läs­tern darf.

In uns sel­ber liegt´s, ob wir so sind oder anders. Unser Kör­per ist ein Gar­ten und unser Wil­le der Gärtner.

Gut Gewis­sen heißt dort nicht: unter­laß! nein: halt geheim!

Dies ist die Nacht, die mich ver­nich­tet oder glück­lich macht.

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