Laser Maze und Laser Maze Jr. – erschienen bei ThinkFun
Früher, da gab es ja nicht so viel. Beispielsweise keine Spiele mit Solo-Modus (von Spielen, die ausschließlich für eine Person entwickelt wurden, ganz zu schweigen). Deswegen habe ich damals Mehrpersonen-Spiele alleine gespielt, was den Vorteil hatte, dass ich immer gewann. Als Alternative dazu habe ich aber auch meine Zeit mit Knobeln und Rätseln verbracht. Sehr gerne gesehener Gast auf meinem Tisch war diesbezüglich später RUSH HOUR aus dem Hause ThinkFun. Seitdem bin ich gegenüber solchen Logikspielen aufgeschlossen und probiere gerne neue Varianten aus. Dabei lässt mich übrigens die Frage völlig kalt, ob das nun Spiele im eigentlichen Sinne sind oder nicht. Wichtig ist mir, dass die Rätsel gut sind und die Spiele etwas besonderes bieten. Bei LASER MAZE ist das Besondere offensichtlich.
Da aber nicht nur ältere Kinder und Erwachsene von Lasern fasziniert sind, wird mittlerweile auch schon eine entsprechende Junior-Ausgabe von LASER MAZE angeboten. Ich hatte erst überlegt, diese außen vor zu lassen oder später in einem eigenen Beitrag zu besprechen. Wie man sieht, habe ich mich allerdings dagegen entschieden. Ich werde nun zwar jetzt immer etwas zwischen beiden Ausgaben hin und her springen und mich dabei sprachlich ziemlich verrenken, aber dafür sind alle Infos auf einem Blick beisammen.
Thema... bei RUSH HOUR muss man recht lebensnah (?) ein eingeparktes Auto aus dem Wust an Fahrzeugen befreien. Bei LASER MAZE fehlt die thematische Einkleidung. Wieso soll eine Rakete über Spiegel mit einem Laser abgeschossen werden? Wahrscheinlich bin ich dazu zu fantasielos. Wenn es nicht so teuer wäre, hätte bestimmt eine Star Wars Lizenz geholfen. Denn mit dieser im Rücken hinterfragt man keine Logiklöcher: Star Wars + Laser = will ich haben!
Ausstattung… ist je nach Ausgabe unterschiedlich. LASER MAZE JUNIOR richtet sich an die jüngeren Knobelmeister und hat deswegen auch etwas weniger Material als LASER MAZE an Bord. Allerdings sind auch schon in der Junior-Ausgabe Spiegel sowie ein "Strahlenteiler" enthalten. Auf das "Tor" wurde aber verzichtet und außerdem ist der Laser fest vorgegeben, während er in der "großen" Ausgabe variabel eingesetzt werden kann.


In der Box der Junior-Ausgabe sind mit 40 Aufgabenkarten 20 Aufgaben weniger enthalten als im ursprünglichen Spiel. Die Aufgaben unterscheiden sich dabei natürlich in verschiedene Schwierigkeitsstufen. Die jeweiligen Lösungen der einzelnen Aufgaben sind dann ganz klassisch auf der Rückseite der Karte platziert.
Ablauf… jede Aufgabenkarte zeigt einen Startaufbau sowie die Bauteile, die zusätzlich auf das Raster gestellt werden müssen um den Laserstrahl ins Ziel zu lenken. Anfang ist das nur ein Ziel, später können es aber sogar mehrere sein (weswegen auch mindestens ein "Strahlenteiler" in jeder Box zu finden ist).
Das gefällt mir nicht so gut: Wie oft hat man insbesondere im Zusammenhang mit Laserpointern den Satz gehört: "mit Laser spielt man nicht!" Der verwendete Laser ist sicherlich sehr schwach und auch entsprechend gedämpft, trotzdem sollte vermieden werden, dass damit direkt ins Auge geleuchtet wird. Die Junior-Ausgabe hat schon darauf reagiert, in dem der Laser fest in die Umrandung eingebaut ist. Trotzdem hätte der umlaufende Rand gerne noch ein wenig höher sein können, um sicher zu stellen, dass mit dem Laser kein Schindluder getrieben wird. Entsprechend sollte man mit der normalen Ausgabe auch aufpassen, dass der mobile Laser nicht für andere Sachen benutzt wird. Kinder können da leider manchmal etwas zu neugierig sein. Bei der Junior-Ausgabe fiel noch auf, dass sich der Auslöser für den Laser sehr schwer bedienen lässt. Das hat die negative Folge, dass Kinder diesen dann gerne auf "dauerhaft an" lassen und dabei versuchen die Aufgaben zu lösen – womit dann der Laser wieder recht unkontrolliert durch den Raum geworfen werden kann. In diesem Fall wäre vielleicht ein Druckschalter, wie er im normalen Spiel vorhanden ist, die bessere Alternative gewesen.
Je mehr Elemente ins Spiel gebracht wird, desto stärker können sich minimale Abweichungen auswirken. Ich habe das ein oder andere Mal feststellen müssen, dass trotz richtiger Lösung nicht das finale Licht leuchtete. Das lag daran, dass aufgrund des langen Weges immer ein wenig der ideale Mittelpunkt verlassen wurde und schlussendlich der Laser an einem Rand hängen geblieben ist. Dieses Verhalten verwundert mich allerdings. Denn eigentlich ist das Material sehr robust gestaltet und die Aufbauplatte mit ihrem Raster hat kaum Spiel um die Elemente leicht schief einzubauen. Aber manchmal ist es eben doch passiert. Kinder sind übrigens richtiggehend enttäuscht, wenn sie feststellen, dass der Laserstrahl als solches nicht wirklich sichtbar ist. Das Cover gaukelt da etwas vor, was die Wirklichkeit nicht leisten kann (womit wir wieder bei Star Wars sind).
Alle einzubauenden Elemente finden aufgeräumt ihren Platz in den dafür vorgesehenen Inserts. Allerdings lassen sie sich nur schwer daraus lösen bzw. wieder hinein bringen. Insbesondere jüngere Kinder neigen dann dazu, diese in ihren Augen unnötigen Aufräumarbeiten sein zu lassen und alles wild in die Box zu werfen. Vielleicht wäre das von Anfang an die ehrlichere Art der Aufbewahrung, womit man auch unnötiges Plastik hätte vermeiden können. Und das Material ist auch robust genug, das auszuhalten.


Das gefällt mir gut: Wie so oft bei Spielen von ThinkFun hat auch LASER MAZE einen sehr hohen Aufforderungscharakter! Dabei ist das zu Grunde liegende physikalische Prinzip einfach: Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Aber damit lässt sich viel machen, wie die unterschiedlichen Elemente und Aufgaben zeigen. Besonders gut gefallen mir dabei die "Strahlenteiler", die einerseits den Laserstrahl durchlassen aber auch einen Teil davon um 45° ablenken. Somit können vor allem für Fortgeschrittene richtig knifflige Aufgaben gestellt werden. Denn die Aufgaben mit den hohen Nummern sind definitiv nicht zu unterschätzen (u.a. auch deswegen, weil die Quelle des Laserstrahls variabel ist).
Aber auch die Aufgaben der Junior-Ausgabe haben ihren Reiz. Natürlich sind ältere Kinder recht schnell mit den Aufgaben aus der Junior-Box fertig – aber für diese gibt es schließlich auch die normale Ausgabe. Trotz der recht kurzen Altersspanne hat die Junior-Ausgabe meiner Meinung nach ihre Berechtigung. In deren Gestaltung sind schon viele gute Ideen eingeflossen, um LASER MAZE auch für jüngere Kinder anbieten zu können. So ist bspw. der umlaufende rote Rand eine große Hilfe, weil dort umher irrende Strahlen optisch "gefangen" werden. Man sieht somit im Gegensatz zur normalen Ausgabe, wo der Strahl die Spielfläche verlässt, wenn man die Elemente falsch aufgebaut hat. Damit lässt sich dann auch viel besser die richtige Lösung finden. Aber auch andere kleinen Details haben große Wirkung. In der Junior-Ausgabe werden die Aufgaben unter die Spielplatte geschoben. Somit fällt die normalerweise notwendige Abstraktion weg, die Aufgabenkarte auf die Spielplatte zu transferieren. Auch die Gestaltung der einzelnen Elemente sind mit den runden Spiegeln und den Raketen ans Thema angepasst. Kurzum: das Material lädt zum Spielen ein – und nebenbei wird auch das Gehirn angeregt.
Fazit: Natürlich könnte man nun LASER MAZE dafür loben, wie es spielerisch manche physikalische Zusammenhänge erlebbar werden lässt. Allerdings schwingt mir dann zu sehr dieses "pädagogisch wertvoll" Label mit. Deswegen mache ich das nicht explizit. In erster Linie macht LASER MAZE nämlich Spaß. Das tolle Material unterstützt dabei wunderbar die Aufgaben, so dass meine hohe Meinung von ThinkFun wieder einmal bestätigt wurde.
Ich bedanke mich bei ThinkFun für die Bereitstellung von Rezensionsexemplaren. Ich bin mir sicher, dass durch diese Bereitstellung meine Meinung nicht beeinflusst wurde. Die Besprechung spiegelt meine gemachte Erfahrung wider.













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