Empfehlung: Wasserkraft

Wasserkraft von Tommaso Battista und Simone Luciani – erschienen bei Feuerland Spiele

Wasserkraft - Box small
Foto: Feu­er­land Spiele

Lie­be Schü­le­rin­nen und Schü­ler, mit fol­gen­dem Ver­such sollt ihr ein Gefühl für Was­ser­kraft ent­wi­ckeln. Lasst euch nicht von der anfäng­li­chen Kom­ple­xi­tät erschre­cken und habt Spaß dar­an, Phy­sik spie­le­risch zu erleben. 

Ärgert euch aber auch nicht all zu sehr, wenn eure Plä­ne nicht ganz auf­ge­hen. Denn mit WASSERKRAFT lernt ihr eben­falls, wie man mit Kon­kur­renz umge­hen muss, um die eige­nen Zie­le best­mög­lich zu erreichen.

Versuchsziele – das soll gezeigt werden: 

  • Wie nutzt man beweg­te Topo­gra­phie im Gebir­ge um Strom zu erzeugen?
  • Wozu wer­den Stau­däm­me, Rohr­wer­ke und Tur­bi­nen­häu­ser benötigt?
  • Wie kann man Kon­kur­ren­ten das Was­ser abgraben?

Versuchsaufbau – das wird benötigt: 

Versuchsablauf – so müsst ihr vorgehen:

  • Alle Ver­suchs­teil­neh­mer star­ten mit unter­schied­li­chen Vor­aus­set­zun­gen: län­der­spe­zi­fi­sche Tableaus und ein­zig­ar­ti­ge Inge­nieu­re, die mit ihren ein­zig­ar­ti­gen Fähig­kei­ten zur Sei­te ste­hen. Die­se Kom­bi­na­ti­on gilt es zu ana­ly­sie­ren und opti­mal zu nutzen.
  • In klas­si­scher Worker-Pla­ce­ment Manier wer­den Aktio­nen frei geschal­tet. Dabei las­sen sich die meis­ten Aktio­nen mehr­fach nut­zen – aller­dings ist der Ein­satz für die Nach­züg­ler dann teurer.
  • Für das Bau­en wird ein Res­sour­cen­rad benutzt, dass bei nach­fol­gen­den Bau­ak­tio­nen (oder über bestimm­te Akti­ons­fel­der) wei­ter gedreht wird. Wer­den dadurch die Res­sour­cen wie­der frei, kann man sie erneut benutzen.
  • Wäh­rend der 5 Run­den wird nicht nur gebaut, son­dern vor allem auch Ener­gie pro­du­ziert. Dafür wird das gestau­te Was­ser durch Rohr­wer­ke in Tur­bi­nen­häu­ser gelei­tet – und dabei darf man sogar frem­de Rohr­wer­ke nut­zen. Doof für die Kon­kur­renz, wenn sie eben­falls die­sen Plan hat­te und nun aber kein Was­ser mehr vorfindet.
  • Durch die­se Ener­gie­ge­win­nung las­sen sich en pas­sant Auf­trä­ge erfül­len und dadurch Boni gene­rie­ren. Nichts ist ärger­li­cher, als Ener­gie zu gewin­nen und dabei kei­nen Auf­trag zu erfüllen.
  • Am Ende jeder Run­de gibt es noch wech­seln­de Boni für erfüll­te Zwi­schen­zie­le sowie ein vari­ie­ren­des Endziel.
  • Für das Ein­stiegs­spiel bestehen etwas schlan­ke­re Regeln, da ein Spiel-Ele­ment außen vor bleibt. Trotz­dem ist auch schon das Ein­stiegs­spiel kom­plex und als Exper­ten­spiel anzusehen.

beispielhafte Situationen:

darauf ist zu achten:

  • WASSERKRAFT ist kein koope­ra­ti­ves Spiel! Ganz im Gegen­teil, es ist eher ein Hau­en und Ste­chen um opti­ma­le Bau­plät­ze und lukra­ti­ve Aufträge.
  • Pla­nung ist alles! Die Infor­ma­tio­nen lie­gen alle offen, Zufalls­ele­men­te sind kaum vor­han­den. Wer hier ver­sagt, muss es sich selbst zuschreiben.
  • Es gibt kei­nen Auf­hol­me­cha­nis­mus. Hin­ten lie­gen soll­te man nur, wenn der lang­fris­ti­ge Plan das vorsieht.
  • WASSERKRAFT lässt sich mit eini­gem Auf­wand mit­tels Auto­ma auch solo spie­len. Doch geht das kei­nes­falls leicht von der Hand und bedarf eini­ger Übung.
  per­sön­li­che Anmerkung:

Für mich ist WASSERKRAFT ein ech­tes High­light! Aller­dings bin ich auch ein wenig the­ma­tisch vor­be­las­tet, da ich selbst Inge­nieur bin und ich mich wäh­rend des Stu­di­ums auch ein wenig mit Stau­damm­bau aus­ein­an­der set­zen muss­te. Aller­dings muss man ganz klar anmer­ken, dass das The­ma nicht wirk­lich strin­gent umge­setzt ist. Wenn ich Arbei­ter an den Bau schi­cke, dann ist das Bau­werk gewöhn­lich noch nicht sofort ein­satz­fä­hig. Aber das sind nur Details, die mich nicht wirk­lich stören.

Viel­mehr begeis­tert mich die hohe Inter­ak­ti­on in WASSERKRAFT. Ledig­lich im 2‑Per­so­nen-Spiel kann man sich noch etwas aus dem Weg gehen. Aber spä­tes­tens mit der 3. Per­son beginnt der Kampf um die bes­ten Plät­ze und Aktio­nen. Dabei muss man anfangs auch mal Lehr­geld bezah­len. Da hat man sich eine schön Kom­bi­na­ti­on auf­ge­baut und merkt dann, dass auf­grund eines ande­ren Stau­damms gar kein Was­ser mehr bei einem ankommt. WASSERKRAFT ist defi­ni­tiv kein har­mo­ni­sches Spiel und somit mitt­ler­wei­le etwas unge­woh­nes. Denn die­ses kon­fron­ta­ti­ve Ele­ment ist in den letz­ten Jah­ren etwas aus der Mode gekom­men – schließ­lich muss man schon ein Typ für sol­che Spie­le sein. Des­we­gen gilt: ruhig mal die ima­gi­nä­ren Ellen­bo­gen ein­set­zen, dann aber bit­te schön nicht her­um jam­mern, wenn man selbst getrof­fen wird.

Ziem­lich begeis­tert bin ich auch von der gra­fi­schen Gestal­tung von Anto­nio De Luca. Ja, die ist recht düs­ter. Aber es wer­den neue Pfa­de began­gen und die Gestal­tung ist in sich stim­mig. Zusätz­lich gefällt mir die Lie­be zum Detail, was man bei­spiels­wei­se an den gestal­te­ten Rück­sei­ten der ver­schie­de­nen Plä­ne erkennt.

Kri­tik muss man ein wenig am Mate­ri­al üben. Die indi­vi­du­el­len Holz­tei­le sind klas­se. Die Res­sour­cen­mar­ker sind zwar sehr klein, aber das ist noch nach­voll­zieh­bar, da die­se auch in die Akti­ons­rä­der pas­sen müs­sen. Etwas unglück­lich bin ich aber mit dem nicht ganz sau­ber ver­ar­bei­te­tem Spiel­plan und der Qua­li­tät der Papp­tei­le als solches.

Ins­ge­samt ist WASSERKRAFT bestimmt kein Spiel für den gro­ßen Mas­sen­markt. Aber Lieb­ha­ber von Exper­ten­spie­le soll­ten unbe­dingt einen Blick dar­auf wer­fen – vor allem dann, wenn sie ger­ne auch mal ein wenig kra­wal­lig spie­len wollen.

Bilder von einzelnen Komponenten:

Postscriptum:

Auf­merk­sa­me Betrach­ter der Fotos wer­den erkannt haben, dass ich nicht die deut­sche Aus­ga­be besit­ze. Ich habe das Spiel als BARRAGE über Crowd­fun­ding unter­stützt – was eine ganz eige­ne Geschich­te ist. Aber aus die­sem Grund habe ich auch die gezeig­ten Metall­mün­zen im Ein­satz, die in der Retail-Ver­si­on ledig­lich aus Pap­pe sind.

Titel Was­ser­kraft
Autor Tom­ma­so Bat­tis­ta und Simo­ne Luciani
Illus­tra­tio­nen Anto­nio De Luca
Dau­er 90 bis 120 Minuten
Spie­le­ran­zahl 1 bis 4 Spieler
Ziel­grup­pe inter­ak­ti­ve Exper­ten­spie­ler
Ver­lag Feu­er­land Spiele
Jahr 2020

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