Bohnanza 20 Jahre von Uwe Rosenberg erschienen bei Amigo

Es gibt den berühmten Spruch: "an den Kindern sieht man wie die Zeit vergeht". Das stimmt! Allerdings trifft das bei mir (auch aufgrund des noch nicht all zu ausgeprägten Alters meiner Kinder) noch viel eher auf Spiele zu. Aktuelles Beispiel ist die nun vorliegende 20 JAHRE Edition von BOHNANZA. Soll es nun schon wirklich 20 Jahre her sein, dass man erstmals um Saubohnen und Feuerbohnen gefeilscht hat? Scheinbar schon – und mittlerweile mache ich es auch mit meinen Kindern. Ja, ja, die Zeit vergeht...
Thema... Bohnen! Blaue Bohnen, Feuerbohnen, Saubohnen, Brechbohnen und und und. Alle wollen gehegt und gepflegt werden, damit man für eine entsprechende Anzahl richtig schön Schotter machen kann. Neu dabei: die Springbohne! Die hat – wie es sich für einen runden Geburtstag gehört – Geschenke für alle Spieler dabei.

Grafik... ist natürlich von Björn Pertoft – von wem sonst? Jede Bohne ist eine Weiterentwicklung seiner Illustrationen von vor 20 Jahren. War die Augenbohne damals noch mitten im Boxkampf, so darf sie nun stolz einen Pokal in die Höhe halten. Und die ewige Hackerei der Gartenbohne hat nun auch endlich Erfolg!
Ausstattung... natürlich Karten, Karten, Karten. Zusätzlich – wie man es schon von der Neubearbeitung kennt – ist nun ein kleines Tableau mit zwei bzw. drei Bohnenfeldern im Spiel. Na ja, und die Springbohne eben. Diese soll alternativ zur Gartenbohne ins Spiel gebracht werden und ist demnach auch nur sechsmal im Kartenstapel zu finden. Und weil wir den 20. Geburtstag feiern und nicht den 10., liegt auch nicht nur eine neu gestaltete Startspielerkarte bei, sondern gleich zwei! Mega! 😉

Ablauf... muss ich nicht wirklich erklären, oder? Neu war mir nur, dass es mittlerweile kein drittes Bohnenfeld mehr zu kaufen gibt. Bei drei Mitspielern beginnen sowieso schon alle mit drei Bohnenfeldern, bei vier oder fünf Mitspieler sind diese dauerhaft auf zwei beschränkt. Allerdings ist das keine explizite Neuerung der 20 JAHRE Edition, sondern schon länger Bestandteil der aktuellen Regeln. Da ich aber noch die Karten (und auch Regeln) von vor 20 Jahren benutze, war das für mich schon neu.

Erklären sollte man natürlich noch die Springbohne, die alternativ für die Gartenbohne ins Spiel gebracht wird. Bei erfolgreicher Bohnenernte werden die geernteten Karten auf den Ablagestapel gelegt. Dann zieht der Ernte-Spieler Karten vom Nachziehstapel – und zwar eine mehr, als Mitspieler teilnehmen. Von diesen gezogenen Karten darf man eine behalten, die entweder sofort angebaut oder auf den Ablagestapel gelegt wird. Die restlichen Karten werden dann im Uhrzeigersinn an die Mitspieler weitergegeben, die wiederum eine Karte aussuchen (und anbauen oder abwerfen). Am Ende bleibt dann eine Karte übrig, die der Ernte-Spieler mit der Talerseite nach oben auf seinen Talerstapel legt. Man erhält also sicher einen Taler und vielleicht noch eine passende Karte. Aber auch die Mitspieler werden beschenkt – wenn sie denn wollen.
Ansonsten bleibt alles wie immer. Man muss seine erste Handkarte anbauen und darf die zweite ebenfalls auf ein Bohnefeld ablegen. Dann werden zwei Karten aufgedeckt und recht frei darüber verhandelt – was die Kernphase des Spiels ist. Die Verhandlungsmasse muss dann angebaut werden und der Zug endet, indem man drei Karten nachzieht. Weiterhin gilt natürlich, dass die Reihenfolge der Handkarten nicht verändert werden darf auch die Bohnenschutzregel bleibt bestehen (die sorgt dafür, dass man keine einzelne Bohnenkarten von Feldern abernten darf, wenn auf den anderen Feldern mehr als eine Bohnenkarte liegt).

Das gefällt mir nicht so gut: Wahrscheinlich bin ich einfach zu konservativ, aber mir fehlen beim Spielen der 20 JAHRE EDITION die alten Grafiken. Die neuen sind mal ganz nett zum Anschauen, aber ich bevorzuge einfach das Gewohnte. Ist natürlich nicht wirklich ein Kritikpunkt, aber BOHNANZA ist nun einmal nicht ohne Grund ein moderner Klassiker und ein Top-Listen-Spiel von Uwe Rosenberg.
Das gefällt mir gut: Die Springbohne ist toll! Einerseits wird hier noch einmal die Interaktion gestärkt (nicht, dass das wirklich nötig gewesen wäre), andererseits finde ich es gut, dass alle sechs Springbohnen-Karten im Spiel verbleiben. Anders als die Gartenbohne, die im zweiten oder gar dritten Durchlauf selten noch vernünftig zu spielen ist, bleibt die Option der Sprinbohne dauerhaft attraktiv. Doch, die bleibt im Spiel. Und dabei setze ich mich gerne über die Regel hinweg und spiele nicht entweder oder, sondern mit Springbohne und Gartenbohne.

Fazit: Auch nach 20 Jahren ist BOHNANZA noch ein Spiel sondergleichen. Insbesondere in kommunikationsfreudigen Runden kann der ganze Spielreiz ausgespielt werden. Dabei ist es immer wieder schön zu beobachten, dass man mit Großzügigkeit meistens erfolgreicher ist, als wenn man destruktiv spielt. Schon alleine aus diesem Grund wird es von mir auch gerne mit Kindern gespielt. Die Neuauflage verändert das Grundspiel nur durch eine weitere Bohne – die sehr gut den Charakter des Spiels trifft.
| Titel | Bohnanza 20 Jahre |
| Autor | Uwe Rosenberg |
| Illustrationen | Björn Pertoft |
| Dauer | 30 bis 45 Minuten |
| Spieleranzahl | 3 bis 5 Spieler (ohne Erweiterung) |
| Zielgruppe | verhandlungssichere Familienspieler |
| Verlag | Amigo |
| Jahr | 2017 |








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