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Antoine de Saint-Exupéry – Wind, Sand und Sterne

Antoine de Saint-Exupéry – Wind, Sand und Sterne

Antoine de Saint-Exupéry auf dem 50 Francs Schein
Foto: eige­ner Scan

Es sind schon unzäh­li­ge Bücher mit Text­aus­zü­gen aus Antoine de Saint-Exupé­rys Wer­ken erschie­nen. Sein Buch Der Klei­ne Prinz gehört neben der Bibel zu den meist­ver­kauf­ten Büchern auf der Welt. War­um soll also nun auch ich den fran­zö­si­schen Flie­ger­au­tor spre­chen lassen?

Weil es sich lohnt, kann ich nur ant­wor­ten. Aller­dings sol­len die fol­gen­den Zita­te nur Appe­tit­häpp­chen sein – Appe­tit­häpp­chen auf mehr Saint-Exupé­ry! Denn erst im Kon­text ent­fal­ten die­se Text­ver­sät­ze ihre wah­re Grö­ße, erst durch die durch­gän­gi­ge Poe­sie in Saint-Exupé­rys Wor­te schlei­chen sich die­se Wahr­hei­ten in unser Unterbewusstsein.

Wind, Sand und Sterne von Antoine de Saint-Exupéry
Foto: Karl Rauch Verlag

Anbei nun also "Text­häpp­chen" aus sei­nem Werk Wind, Sand und Ster­ne (im Ori­gi­nal: Terre des Hom­mes) wel­ches 1939 erschie­nen ist. In die­sem Buch setzt sich Antoine de Saint-Exupé­ry mit sei­nen Erleb­nis­sen als Pilot und als rei­sen­der Jour­na­list aus­ein­an­der. Über den Inhalt des Busches, per­sön­li­che Hin­ter­grün­de von Saint-Exupé­ry und die Ent­ste­hung des Buches gibt die Web­sei­te derkleineprinz-online.de aus­führ­lich Auskunft.

Es bestehen ver­schie­de­ne Aus­ga­ben des Buches in deut­scher Spra­che – mei­nes Wis­sens erschie­nen alle im Karl Rauch Ver­lag. Inwie­fern es ver­schie­de­ne Über­set­zun­gen gibt, weiß ich nicht. Da mein Fran­zö­si­sche jedoch nur noch rudi­men­tär vor­han­den ist, bin ich auf die Über­set­zun­gen angewiesen.


Wenn man eine Eiche pflanzt, darf man nicht die Hoff­nung hegen, nächs­tens in ihrem Schat­ten zu ruhen.

Die Erde schenkt uns mehr Selbst­er­kennt­nis als alle Bücher, weil sie uns Wider­stand leis­tet. Und nur im Kampf fin­det der Mensch zu sich selber.

Ich pfei­fe auf Todes­ver­ach­tung. Sie ist nur ein Zei­chen geis­ti­ger Armut oder jugend­li­cher Unrei­fe, wenn sie nicht in einer über­nom­me­nen Ver­ant­wor­tung wurzelt.

Voll­kom­men­heit ent­steht offen­sicht­lich nicht dann, wenn man nichts mehr hin­zu­zu­fü­gen hat, son­dern wenn man nichts mehr weg­neh­men kann. Die Maschi­ne in ihrer höchs­ten Voll­endung wird unauffällig.

Aber vor der höchs­ten Stei­ge­rung des Erle­bens wer­den Wor­te schal. Die Spra­che ist der Stei­ge­run­gen nicht in eben dem Maße fähig, wie die Gewalt der Stur­stö­ße wächst. Alles Bemü­hen um Aus­druck bleibt leer und schmeckt unan­ge­nehm nach Übertreibung.

Aber kör­per­li­ches Gesche­hen berührt uns nur, wenn man uns sei­nen geis­ti­gen Hin­ter­grund zu deu­ten vermag.

Man kann es kaum begrei­fen und weiß nicht recht, wie­so der Wan­de­rer Mensch die Gär­ten, die ihm die Natur berei­tet hat, mit sol­cher Unbe­fan­gen­heit bewohnt. Sie sind ja nur für so kur­ze Zeit bewohn­bar, für ein Zeit­al­ter der Erd­ge­schich­te, für einen glück­li­chen Tag.

Woher haben die Men­schen ihren Blick auf die Ewig­keit, wo sie doch vom Zufall auf eine noch war­me Lava gewor­fen sind und schon vom andrin­gen­den Sand und Schnee bedroht wer­den? Ihre Kul­tur ist nur eine dün­ne Ver­gol­dung, die ein Vul­kan­aus­bruch zer­reißt, ein neu­es Meer weg­wäscht, ein Sand­sturm begräbt.

Tant­chens Glau­be war so uner­schüt­ter­lich wie der einer from­men See­le. Sie tat mir leid in ihrem engen Lebens­krei­se, der sie blind und taub machte.

Es gibt Wun­der, von denen man bes­ser schweigt. Man tut sogar bes­ser dar­an, nicht zuviel an sie zu denken.

Nichts, was einem selbst geschieht, ist uner­träg­lich. Ich glau­be nur halb an die Wirk­lich­keit des Leidens.

Man kann die Welt nur nach dem ver­ste­hen, was man erlebt.

Das, wor­auf es im Leben am meis­ten ankommt, kön­nen wir nicht vor­aus­be­rech­nen. Die schöns­te Freu­de erlebt man immer da, wo man sie am wenigs­ten erwar­tet hat.

Für den Men­schen gibt es nur eine Wahr­heit, das ist die, die aus ihm einen Men­schen macht.

Wahr­heit besteht nicht in Bewei­sen, sie besteht im Zurück­füh­ren auf die letz­te Einfachheit.

Was nützt es, Ideo­lo­gien zu erör­tern? Alle las­sen sich bewei­sen, aber alle wider­spre­chen ein­an­der. Welt­an­schau­li­che Aus­spra­chen kön­nen einen am Heil der Mensch­heit ver­zwei­feln las­sen, wo doch alle Men­schen rings­um das glei­che ersehnen.

Zu unse­rer Befrei­ung genügt es, daß man uns dazu ver­hilft, ein Ziel zu erken­nen, das uns mit ande­ren Men­schen verbindet.

Lie­be besteht nicht dar­in, in den ande­ren hin­ein­zu­star­ren, son­dern dar­in, gemein­sam nach vor­ne zu blicken.

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