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kritisch gespielt: Kniffel: Das Duell

Kniffel: Das Duell von Reiner Knizia – erschienen bei Schmidt Spiele

Kniffel Duell - Box
Bild: Schmidt Spiele

2‑Personenspiele sind ein Trend der letz­ten Jah­re. Mal koope­ra­tiv, häu­fi­ger aber ein Gegen­ein­an­der. Mal eher unge­wöhn­li­che Kon­zep­te, häu­fi­ger aber ein tak­ti­sches Tau­zie­hen. So ist es jeden­falls nicht ver­wun­der­lich, dass mit KNIFFEL: DAS DUELL eines der popu­lärs­ten Spie­le der Neu­zeit eben­falls eine Duell­ver­si­on erhält. Dabei wur­de mit Autor Rei­ner Kni­zia ein Klas­si­ker für den Klas­si­ker gewonnen.

The­ma: Gibt es kei­nes, braucht es keines!

Gestal­tung: Kann ich genau­so knapp hal­ten. Die Fio­re GmbH hat mitt­ler­wei­le eben­falls fast schon einen Klas­si­ker-Sta­tus in der Sze­ne. So ver­wun­dert es nicht, dass die Gestal­tung von KNIFFEL: DAS DUELL das macht, was erwar­tet wird: Funk­tio­na­li­tät trifft Klar­heit. Und ein wenig Schnick­schnack darf mit­schim­mern, wenn sich das Glit­zern der Wür­fel auf den Spiel­plan überträgt.

Kniffel Duell - Übersicht
Wür­fel als Wahl der Waffen

Aus­stat­tung: Bei­de Sei­ten erhal­ten einen Satz von fünf gleich­far­bi­gen Glit­zer­wür­feln. Die aus dem Spiel­plan gepöp­pel­ten Ver­tie­fun­gen wer­den als Joker­plätt­chen wie­der­ver­wer­tet. Für jede der elf mög­li­chen Kom­bi­na­tio­nen steht noch eine gol­de­ne Holz­schei­be parat, die anfangs auf die Mit­tel­li­nie des Spiel­plans zwi­schen die ein­zel­nen Aus­buch­tun­gen ver­teilt werden.

Ablauf: Wir knif­feln! Sprich: wir wer­fen unse­re fünf Wür­fel bis zu drei­mal. Nach jedem Wurf kön­nen wir ent­schei­den, wel­che Wür­fel wir behal­ten und wel­che wir lie­ber noch ein­mal wer­fen wol­len. Dabei ver­su­chen wir eine der Kom­bi­na­tio­nen zu erwür­feln, die auf dem Spiel­plan abge­bil­det sind. 

Kniffel Duell - Start
Das Wür­fel­tau­zie­hen kann beginnen!

Gelingt mir eine sol­che Kom­bi­na­ti­on, schie­be ich die ent­spre­chen­de Schei­be in mei­ne Rich­tung. Erst nur auf das pas­sen­de Feld mei­ner Far­be. Liegt dort schon mei­ne Schei­be es gelingt mir spä­ter, die Kom­bi­na­ti­on erneut zu wür­feln, lege ich die Schei­be in die pas­sen­de Ver­tie­fung. Die Schei­be ist somit gesi­chert und darf nicht mehr ver­scho­ben wer­den. Mein Ziel ist es, fünf gesi­cher­te Schei­ben zu besit­zen. Alter­na­tiv reicht es für den Sieg auch aus, drei benach­bar­te gesi­cher­te Schei­ben zu sammeln.

Das gefällt mir nicht so gut: Die Idee, KNIFFEL eine Duell­ver­si­on zu spen­die­ren, ist nicht all­zu inno­va­tiv. Im Jahr 2019 erschien mit KNIFFEL DICE DUELL eine so benann­te Neu­auf­la­ge von YAMSLAM von Thier­ry Denoual. Damals habe ich mich gefragt, war­um eigent­lich die Wür­fel im Titel extra betont wer­den. Denn womit sol­len wir uns bei KNIFFEL duel­lie­ren, wenn nicht mit Wür­feln? Wahr­schein­lich war die­ser Zusatz nötig, um sich von KNIFFEL-DUELL abzu­gren­zen. Die­se Ver­si­on wur­de schon 2001 von Mau­re­en Hiron ent­wi­ckelt. Prä­gen­des Unter­schei­dungs­merk­mal der aktu­el­len Duell­ver­si­on zu den Vor­gän­gern ist somit augen­schein­lich das "DAS" im Namen.

Zuge­ge­be­ner­ma­ßen ist das etwas pole­misch. Denn alle drei Spie­le unter­schei­den sich schon deut­lich in ein­zel­nen Details. Der gemein­sa­me "Motor" ist logi­scher­wei­se das Knif­fel-Prin­zip. Das ist nach­voll­zieh­bar. Denn was erwar­tet wohl die Ziel­grup­pe, wenn KNIFFEL vor­ne drauf­steht? Bei KNIFFEL: DAS DUELL erleb­te ich aber noch ein ganz ande­res Wie­der­ent­de­cken. Denn für mich fühl­te sich das Gesche­hen sehr nach SCHOTTEN TOTTEN an. Die­ser 2‑Per­so­nen-Klas­si­ker erschien schon 1999. Autor ist – wenig über­ra­schend – Rei­ner Kni­zia. Mit einer ande­ren Her­an­ge­hens­wei­se hät­te KNIFFEL: DAS DUELL auch SCHOTTEN TOTTEN: DAS WÜRFELSPIEL hei­ßen können.

Kniffel Duell - Matchball
Match­ball

Das gefällt mir gut: Mag sein, dass die Reak­ti­vie­rung bekann­ter Mecha­nis­men wenig inno­va­tiv wirkt. Wich­ti­ger ist jedoch der dar­aus resul­tie­ren­de Spiel­reiz. Und die­ser weiß zu über­zeu­gen! Statt am Ende eine umfang­rei­che Addi­ti­ons­auf­ga­be lösen zu müs­sen, ist nun auf den ers­ten Blick zu erken­nen, wer kurz vor dem Siegt steht. Der Kniff, dass drei neben­ein­an­der lie­gen­de Wer­tungs­stei­ne den Sieg brin­gen, erzeugt zusätz­lich ange­neh­men Druck! Ich habe gera­de drei 2en gewür­felt, aber wenn ich nicht die 6en angrei­fe, habe ich mög­li­cher­wei­se gleich ver­lo­ren. Trotz­dem könn­te ich es ris­kie­ren, die 2en zu sichern, weil ich dann schon vier Wer­tungs­stei­ne auf mei­ner Sei­te habe und somit die Run­de danach gute Chan­cen auf den Sieg habe.

Natür­lich sind wir vom Zufall abhän­gig – wir reden hier immer noch von Knif­fel. Aber trotz­dem sind die meis­ten Par­tien sehr knapp und das Gesche­hen fühlt sich im bes­ten Sin­ne nach Tau­zie­hen an. Wenn wir tat­säch­lich mal in einer Run­de leer aus­ge­hen, dann haben wir als Ent­schä­di­gung ein Joker­plätt­chen erhal­ten. Und die sind mäch­tig! Denn in einem spä­te­ren Zug darf ich die­se benut­zen, um einen Wür­fel auf einen Wert mei­ner Wahl zu dre­hen. Mit vie­len Jokern habe ich ein beträcht­li­ches Droh­po­ten­zi­al – lie­ge aber dum­mer­wei­se auch schon arg im Hin­ter­tref­fen. Trotz­dem fügen die­se Joker­plätt­chen eine zusätz­li­che Ent­schei­dungs­ebe­ne hin­zu. Zudem ist kein Ver­such eine Nie­te und im Zwei­fel wird eher mal gezockt als gesi­chert – und das ist im Sin­ne des Spiels!

Kniffel Duell - Detail
Erwar­tung erfülllt

Fazit: KNIFFEL: DAS DUELL lie­fert, was erwar­tet wird. Schon seit jeher reizt das Spiel mit den Wahr­schein­lich­kei­ten. Der über­zeu­gen­de Tau­zieh­ef­fekt weckt zudem mehr Emo­tio­nen und Span­nung, zumal auch am Ende kei­ne zähe Addi­ti­ons­auf­ga­be wartet.

TitelKnif­fel: Das Duell
AutorRei­ner Knizia
Gestal­tungFio­re GmbH
Dau­er15 Minu­ten
Per­so­nen­an­zahl2 Per­so­nen
Alter8+
Ziel­grup­pewür­feln­de Familienspielduellanten
Ver­lagSchmidt Spie­le
Jahr2026
Hin­weisVie­len Dank an den Ver­lag für die Bereit­stel­lung
eines Rezen­si­ons­exem­plars!

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