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OctoDice von Christoph Toussaint – erschienen bei Pegasus Spiele

OctoDice - Box
Foto: Pega­sus Spiele

OCTODICE hät­te man sicher­lich auch als "AQUASPHERE – Das Wür­fel­spiel" ver­mark­ten kön­nen. Jetzt fragt man sich schon ein wenig, war­um man das nicht auch getan hat? Woll­te man die "Ver­wür­fe­lung" von gro­ßen Brett­spie­len nicht wei­ter vor­an­trei­ben? Oder ist etwa AQUASPHERE nicht das tol­le Zug­pferd, wie man sich das vor­her erhofft hat? Oder ist es viel bana­ler? Denn OCTODICE ist sicher­lich ein viel grif­fi­ge­rer Name als "AQUASPHERE – Das Wür­fel­spiel" und die Okto­po­den waren sicher­lich der heim­li­che Star von AQUASPHERE. Zumin­dest bei mir ist Okto­po­de seit AQUASPHERE eines mei­ner Lieb­lings­wor­te bei Gäl­gen­männ­chen.

The­ma... wie schon bei AQUASPHERE sind die Spie­ler wie­der Mit­glie­der einer Tief­see­sta­ti­on. Da aber unglück­li­cher­wei­se die Bots aus­ge­fal­len sind, muss nun selbst Hand ange­legt wer­den – und es muss gewür­felt wer­den! Alles klar? Wenn nicht, auch nicht schlimm. Im End­ef­fekt geht es dar­um, sei­ne Wür­fel geschickt in ver­schie­de­ne Ent­wick­lun­gen zu inves­tie­ren. Das The­ma dazu ist völ­lig auf­ge­setzt, kann aber im Ide­al­fall etwas bes­ser die spie­le­ri­schen Optio­nen erklären.

OctoDice - Labore
etwas arg funk­tio­nell gestal­tet – die Labo­re hel­fen aber unge­mein im wei­te­ren Spielverlauf

Gra­fik... ist von Den­nis Lohau­sen, der auch AQUASPHERE im glei­chen Stil illus­triert hat – um so deut­li­cher wer­den also die Anspie­lun­gen. Hand­werk­lich ist wie­der alles sau­ber gemacht, da gibt es kei­ner­lei Grund zu kla­gen. Aller­dings ist mir alles ein wenig zu nüch­tern gestal­tet. Hier hät­te ich mir etwas mehr Pep gewünscht.

Aus­stat­tung... besteht in einer etwas über­di­men­sio­nier­ten Schach­tel aus drei wei­ßen Wür­feln mit Akti­ons­sym­bo­len und drei schwar­zen Wür­feln mit Far­ben und Zif­fern. Zusätz­lich lie­gen neun Labor­plätt­chen, 16 Mar­kie­rungs­stei­ne (die­se klei­nen Holz­klötz­chen) und ein lei­der nur ein­sei­tig bedruck­ter Wer­tungs­block in der Box. Ent­spre­chen­de Stif­te muss man sich zudem extra in schwe­di­schen Möbel­häu­sern besorgen.

OctoDice - Tableau
Hat man den Wer­tungs­block mal ver­stan­den, dann ist es eine tol­le Spielhilfe

Ablauf... nach­dem die Labor­plätt­chen ent­spre­chend ihrer Stu­fen aus­ge­legt wur­den, beginnt der Start­spie­ler mit dem Wür­feln. Man beginnt mit derer sechs und legt nach dem ers­ten Wurf zwei belie­bi­ge aus. Mit den rest­li­chen vier Wür­feln ver­fährt man genau­so, so dass am Ende noch­mals mit den zwei ver­blei­ben­den Wür­feln gewor­fen wird. Nun wird ein wei­ßer Wür­fel (=Haupt­ak­ti­on) mit einem schwar­zen Wür­fel (= Spe­zi­fi­ka­ti­on der Haupt­ak­ti­on) kom­bi­niert. Meis­tens gene­riert man damit direkt Sieg­punk­te, man kann aber auch sein Labor aus­bau­en, was einem im wei­te­ren Spiel­ver­lauf Vor­tei­le erbringt. Zusätz­lich soll­te man immer auch Okto­po­den wür­feln, die glück­li­cher­wei­se auf bei­den Wür­fel­ar­ten abge­bil­det sind. Hat man am Ende eines Spiel­drit­tels näm­lich nicht genü­gend von die­sen pos­sier­li­chen Tier­chen gefan­gen, erhält man Minuspunkte.

Das gesamt Spiel besteht ledig­lich auch sechs Spiel­zü­ge pro Per­son. Nach zwei sol­cher Spiel­zü­ge erfolgt eine Zwi­schen­wer­tung, wodurch das Spiel in drei Spiel­drit­tel unter­teilt ist. Damit man bei den Mit­spie­lern nicht nur gelang­weilt zuschaut, darf jeder Spie­ler in jedem Spiel­drit­tel zwei­mal die Wür­fel eines Mit­spie­lers für eige­ne Aktio­nen nutzen.

Am Spie­len­de erfolgt neben der obli­ga­to­ri­schen Zwi­schen­wer­tung noch eine Bonus­wer­tung für gefun­de­ne Kris­tal­le und aus­ge­bau­te Labore.

OctoDice - Würfel
Machen sel­ten, was sie sol­len – und hier­mit mei­ne ich nicht die Oktopoden

Die Chan­ce auf einen Zweit­ein­druck... ist nicht über­mä­ßig hoch. Das Spiel funk­tio­niert und macht durch­aus auch Spaß, aber im Zwei­fels­fall wür­de ich eher zu ande­ren Spie­len die­ser Art grei­fen (bspw. NO SIESTA! oder auch IM WANDEL DER ZEITEN – DAS WÜRFELSPIEL – BRONZEZEIT). Ich kann gar nicht so genau sagen, wor­an es liegt. Gefühlt wür­felt man zu sel­ten und die Zwi­schen­wer­tun­gen kom­men zu früh. Die Labo­re sind toll, auch weil deren Boni kumu­la­tiv sind, aber um die eige­ne Stra­te­gie ganz auf die Labo­re zu stüt­zen, müs­sen eben die Wür­fel auch ent­spre­chend fal­len. Etwas sper­rig ist die Sache mit dem Her­aus­le­gen der Wür­feln. Denn es dau­ert eine Wei­le, bis man ver­in­ner­licht hat, dass man zwar paar­wei­se Wür­fel her­aus­legt, die­se dann aber wie­der neu und frei zusam­men­ge­stellt wer­den kön­nen. Der Wer­tungs­block ist eigent­lich toll kon­zi­piert, aber auch hier dau­ert es, bis man des­sen Auf­bau wirk­lich durch­drun­gen hat. Gera­de beim Erklä­ren sorgt er eher für ahnungs­lo­se Gesich­ter. Kurz­um: OCTODICE ist ein soli­des Wür­fel­spiel, dass mich jedoch nicht rich­tig packen konnte.

 

TitelOcto­Di­ce
AutorChris­toph Toussaint
Gra­fikDen­nis Lohausen
Dau­er20 bis 30 Minuten
Spie­ler­an­zahl1 bis 4
Ziel­grup­peFami­li­en­spiel
Ver­lagPega­sus
Jahr2015

 

Wich­ti­ger Hin­weis: Dies ist ein Erst­ein­druck nach weni­gen gespiel­ten Par­tien! Sehr sub­jek­tiv und durch­aus auch abhän­gig von Tages­lau­ne, Mit­spie­lern und sons­ti­gen Ein­flüs­sen. Bei grund­sätz­li­chem Inter­es­se emp­feh­le das Lesen "rich­ti­ger" Rezen­sio­nen oder noch bes­ser: ausprobieren!

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