Fazit zur Spiel.digital 2020

Fazit zur SPIEL.digital 2020

SPIEL 19 - Messe bei Nacht
vor­erst sind die Lich­ter nun aus

Mein Fazit von der letz­ten SPIEL habe ich mit neben ste­hen­dem Bild been­det – nicht wis­send, wie lan­ge die­se Lich­ter tat­säch­lich für uns Spie­len­den aus blei­ben müs­sen. Im Vor­feld der SPIEL.digital war ich unsi­cher, wie die­ses Event denn nun wer­den wür­de. Nun bin ich unsi­cher, wie ich das Erleb­te bewer­ten und ein­ord­nen soll. Klar ist, dass ich das nur aus spe­zi­el­len Blink­win­keln machen kann. Ich habe sowohl als Medi­en­schaf­fen­der wie auch als Besu­cher teil­ge­nom­men, mir feh­len aber die Ein­bli­cke, wie Ver­la­ge, Händ­ler und Autoren die SPIEL.digital wahr­ge­nom­men haben. Denn die­se haben sicher­lich ganz ande­re Ansprü­che an die SPIEL, die kein Spie­le­fest ist, son­dern eine Mes­se. Dem­entspre­chend muss man auch immer auf­pas­sen, dass man die SPIEL.digital nicht mit Online-Cons gleich setzt. Doch bevor ich mich im Klein-Klein der SPIEL.digital ver­lie­re, möch­te ich vor­her der Tra­di­ti­on fol­gen und ger­ne wie­der ein paar all­ge­mei­ne Sachen los­wer­den in die­sem Fazit zur SPIEL.digital 2020. Aller­dings ist der Rund­um-Blick weni­ger weit­sich­tig als in den letz­ten Jah­ren. Ärger­li­cher­wei­se habe ich näm­lich nicht das Gefühl, wirk­lich ein all­um­fas­sen­des Bild der Brett­spiel-Land­schaft erhal­ten zu haben.

...und es werden mehr und mehr und mehr

Ich mache mir erst gar nicht die Mühe, die offi­zi­el­le Anzahl der Neu­hei­ten-Lis­te her­aus zu posau­nen. Wirk­lich ernst nimmt die­se sowie­so nie­mand. Aller­dings ist das kei­ne neue Erkennt­nis, denn das ging uns in den letz­ten Jah­ren auch schon so. Haupt­sa­che der offen­sicht­li­che Trend kann ver­kün­det wer­den: es gibt schon wie­der mehr Neu­hei­ten als im vor­he­ri­gen Jahr. Wer einen etwas genaue­ren Blick in die­se Neu­hei­ten-Lis­te wirft, der wun­dert sich all­jähr­lich über die vor­kom­men­den Dopp­lun­gen. Aber es war schon immer so, dass von einem Spiel die deut­sche, eng­li­sche und spa­ni­sche Aus­ga­be jeweils ein­zeln auf­ge­führt wur­den. Die­ses Jahr war eher davon irri­tiert, dass man­che Spie­le als Neu­heit gelis­tet wur­den, die ich schon letz­tes Jahr in Essen beim ent­spre­chen­den Ver­lag gespielt habe. Aber Schwamm drü­ber, denn wie schon gesagt: wen inter­es­siert es im Detail? Das trans­por­tier­te Gefühl der unüber­sicht­li­chen Viel­falt bleibt bestehen. Was aller­dings dann doch auf­fiel: es waren sehr weni­ge Spie­le tat­säch­lich ver­füg­bar. Den Grund dafür haben eini­ge Ver­la­ge recht offen­siv kom­mu­ni­ziert. Einer­seits gab es nach­voll­zieh­ba­re Pro­duk­ti­ons­eng­päs­se in den letz­ten Mona­ten und ande­rer­seits bestand auch nicht der Druck, nun mit allen ver­füg­ba­ren Mit­teln eine bestimm­te Auf­la­ge auf die Mes­se zu schaf­fen. Somit blieb bei vie­len das gebün­del­te Ein­kaufs­er­leb­nis aus – was aber auch dar­an lag, dass es kein Zen­tral­la­ger für alle ver­füg­ba­ren Spie­le gab. So etwas wäre natür­lich aus Käu­fer-Sicht wün­schens­wert, aber nach­voll­zieh­ba­rer­wei­se ist das auch wahn­sin­nig schwer zu orga­ni­sie­ren. Wer also bis­her die SPIEL nutz­te, um recht ein­fach an exo­ti­sche Titel zu gelan­gen, der wur­de nun ent­täuscht. Denn so muss­te man sich mit unzäh­li­gen klei­nen Shops aus­ein­an­der­set­zen und bekam einen Herz­kas­per, als man die Ver­sand­kos­ten erfuhr. Aller­dings schärft das viel­leicht auch den Blick auf den Umstand, wel­chen Auf­wand in der Regel die­se klei­nen Ver­la­ge haben, wenn die­se ihre Spie­le nach Essen bringen.

Wir ermitteln das Trend-Thema

Ich mache mir ja ger­ne den Spaß, bestimm­te Trend-The­men zu suchen. Aber auch in die­sem Fall fehlt mir der visu­el­le Ein­druck der Neu­hei­ten­show, um dafür ein Gefühl ent­wi­ckeln zu kön­nen. Was man aber recht sicher sagen kann: die Ver­la­ge set­zen mitt­ler­wei­le voll auf Kri­mi-Spie­le. Wie auch bei den Escape Spie­len gibt es eigent­lich kaum noch einen eta­blier­ten Ver­lag, der nicht in irgend­ei­ner Art und Wei­se Kri­mi­nal­fäl­le auf­klä­ren lässt. Dabei wer­den erfreu­lich unter­schied­li­che Wege beschrit­ten und mir gefällt die­ses Gen­re zuge­ge­be­ner­ma­ßen selbst ganz gut. Aber vor allem sehe ich im Bekann­ten­kreis, wie anspre­chend sol­che Spie­le wahr­ge­nom­men wer­den. Statt einen Kri­mi ledig­lich als Buch oder Film zu kon­su­mie­ren, darf man nun selbst aktiv werden.

solitäre Multiplayer

Ein ande­rer Trend wird in mei­nen Augen deut­lich, wenn man sich die Per­so­nen­an­zahl auf den Spie­le­schach­teln anschaut. Hat­te man frü­her oft das Gefühl, dass aus einem 3- bis 4‑Per­so­nen-Spiel irgend­wie noch dafür gesorgt wer­den muss­te, dass es auch zu zweit spiel­bar ist, kommt man heut­zu­ta­ge im Bereich der Exper­ten­spie­le und Ken­ner­spie­le wohl nicht mehr um eine Solo-Vari­an­te her­um. Selbst für ANNO 1800, was sehr auf das Nut­zen von frem­den Waren­ket­ten aus­ge­legt ist, soll eine Solo-Vari­an­te ent­wi­ckelt wor­den sein. Das klingt viel­leicht nega­tiv, aller­dings habe ich damit über­haupt kein Pro­blem. War­um auch? Mir wird schließ­lich nichts weg­ge­nom­men. Selbst wenn ich die­ses Ange­bot nicht nut­ze, ent­steht mir dar­aus kein Scha­den. Wobei, der "Scha­den" fin­det sich in der Lee­re des Geld­beu­tels. Denn sind wir mal ehr­lich: so ein Solo-Modus ist die bes­te Recht­fer­ti­gung, doch noch die­ses oder jenes Spiel zu kau­fen. Frü­her gab es den Selbst­schutz, dass sich dafür kei­ne Grup­pe fin­den wird und man des­we­gen auf eine Anschaf­fung ver­zich­ten soll­te. Nun lockt das Ver­spre­chen, dass man das Spiel auch zu Hau­se allei­ne spie­len kann. Die Wahr­schein­lich­keit ist zwar gering, dass dies dann auch wirk­lich gemacht wird, aber kau­fen kann man es sich trotz­dem mal.

digitales Spielen von analogem Kram

Zumal wir wie­der aktu­ell vor ein­schnei­den­den Kon­takt­be­schrän­kun­gen ste­hen. Somit wird erneut ver­mehrt zu Hau­se in ver­trau­ter Umge­bung gespielt. Hat man nicht das Glück, mit Spie­l­e­be­geis­ter­ten unter einem Dach zu leben, dann kön­nen sol­che Solo­va­ri­an­ten eine ech­te Berei­che­rung sein. Oder aber man weicht ins Netz aus. Mitt­ler­wei­le gibt es so vie­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men, dass vie­les mög­lich ist. Gefühlt habe ich schon alle Arten des digi­ta­len Spie­lens aus­pro­biert. Von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­spie­len mit Kol­le­gen bis hin zu Solo-Spie­len auf digi­ta­len Spie­le­ti­schen. Natür­lich ersetzt das nie­mals das woh­li­ge Gefühl, gemein­sam mit net­ten Leu­ten an einem Tisch zu sit­zen. Aber man muss auch kei­ne Angst vor der Ver­ein­sa­mung haben, denn auch das digi­ta­le Spie­len kann Spaß und Freu­de brin­gen. Für mich ist es auch kein Wider­spruch, wenn nun ana­lo­ge Spie­le im digi­ta­len Raum ange­kom­men sind. Frü­her wäre es undenk­bar gewe­sen, mit Freun­den aus Spa­ni­en die aktu­el­le Neu­erschei­nung gemein­sam zu spie­len. Nun geht das, auch wenn dabei viel­leicht der Tritt ans Schie­nen­bein nur ver­bal erfolgt.

digitale Messe von analogem Kram

Spiel-digital - Welt
ein Getüm­mel wie auf der Messe

Womit ich nun den Schwenk zur SPIEL.digital gemacht habe. Die­se stand vor dem Pro­blem, so etwas ur-ana­lo­ges wie eine Mes­se im digi­ta­len Raum anzu­bie­ten. Und natür­lich ist sie kra­chend geschei­tert – wenn man den Feh­ler macht, all das zu erwar­ten, was man einer­seits an der SPIEL toll fin­det und ande­rer­seits bit­te schön aber auch noch ver­bes­sert sehen will. Es war schon inter­es­sant zu hören und zu lesen, was die SPIEL.digital alles leis­ten soll. Ent­spre­chend groß war teil­wei­se die Ent­täu­schung. Ich will damit nicht alles schön reden, was letzt­end­lich zur Ver­fü­gung gestellt wur­de. Aller­dings bit­te ich um Nach­sicht. Vie­le ande­re Ver­an­stal­tun­gen sind kom­plett aus­ge­fal­len oder haben lan­ge Zeit ver­sucht, irgend­wie doch noch in gewohn­ter Form statt zu fin­den. Da fand ich es sehr löb­lich, dass die SPIEL früh­zei­tig ange­kün­digt hat, kom­plett auf ein digi­ta­les Ange­bot umzu­schwen­ken. In der Kür­ze der Zeit wur­de eini­ges geschaf­fen. Nicht alles wur­de recht­zei­tig fer­tig und die ein oder ande­re Sack­gas­se wur­de auch geschaf­fen. Trotz­dem wur­de in den letz­ten Tagen sehr inten­siv über Brett­spie­le gere­det – auch in Medi­en, die nor­ma­ler­wei­se nicht über Brett­spie­le berich­ten. Ohne eine SPIEL.digital wäre das nicht passiert.

die SPIEL.digital als Besucher

Spiel-digital - Themenwelt
The­men­wel­ten, die in die Bedeu­tungs­lo­sig­keit führen

In einem Beep­le-Radio-Inter­view lässt sich Brettago­ge Nico vom CEO der umset­zen­den Soft­ware-Fir­ma cosee recht anschau­lich erklä­ren, was das Ziel der SPIEL.digital war (zumal Patrick selbst inten­siv im Hob­by steckt). Lei­der wur­de nicht alles so erlebt, wie man sich das erhofft hat. Die Auf­tei­lung in The­men­wel­ten ana­log zu Mes­se­hal­len funk­tio­nier­te über­haupt nicht, da man von die­sen Wel­ten nur direkt zum Ver­lag gelei­tet wur­de – und dort das gesam­te Ange­bot prä­sen­tiert bekam. Auf den Ver­lags­sei­ten hät­te unbe­dingt eine Unter­tei­lung gemäß die­ser The­men­wel­ten statt­fin­den müs­sen. Ich hät­te es sogar reiz­voll gefun­den, die­se Wel­ten wie Mes­se-Hal­len anzu­le­gen, aber ich kann schon nach­voll­zie­hen, war­um das nicht gemacht wurde.

Ansons­ten war mir der Mix der ver­schie­de­nen Platt­for­men zu groß. Über die The­men­welt bin ich zur Ver­lags­sei­te gekom­men, um von dort zum Dis­cord-Ser­ver gelei­tet zu wer­den, damit man dann über Table­to­pia gemein­sam ein Spiel star­ten kann. Das ist nicht gera­de benut­zer­freund­lich. Wer nicht tech­ni­ka­fin ist, der fühl­te sich ganz schnell aus­ge­schlos­sen. Man muss sich das vor­stel­len wie ein­zel­ne Räu­me, die immer mit einer geschlos­se­nen Tür ver­bun­den sind, durch die man erst ein­mal trau­en muss, durch zu gehen. Hier hät­te ich mir ein offe­ne­res Sys­tem gewünscht. Oder aber einen Emp­fang, der Neu­lin­ge bei die­sem Weg beglei­tet. Man­che Ver­la­ge haben das ange­bo­ten, ande­re lei­der nicht.

Und hier bin ich beim Haupt­kri­tik­punkt: vie­le Ver­la­ge sind noch nicht in der digi­ta­len Welt ange­kom­men! Erstaun­li­cher­wei­se gilt das nur bedingt für die klei­nen Ver­la­ge, die im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten viel ange­bo­ten haben. Aber so man­cher Bran­chen­rie­se war erschre­ckend schwach ver­tre­ten. Eine SPIEL.digital funk­tio­niert anders als eine ana­lo­ge Mes­se, bei der man ledig­lich Prä­senz zei­gen muss. Viel­leicht herrsch­te bei die­sen Ver­la­gen auch eine gewis­se Unsi­cher­heit, wie man so eine digi­ta­le Mes­se ange­hen muss. Ich hof­fe, sie haben bei den akti­ven Ver­la­gen genau zuge­schaut und wis­sen nun bes­ser, was bei einem nächs­ten Mal bes­ser zu machen ist.

Was erstaun­lich gut funk­tio­niert hat, waren die digi­ta­len Spie­le­ti­sche. Natür­lich muss einem dabei bewusst sein, dass nicht alle Spie­le digi­tal funk­tio­nie­ren. Ein CLOUD AGE bspw. mit den beson­de­ren Kar­ten­hül­len lässt sich nicht so ohne wei­te­res als Digi­tal­ver­si­on umset­zen. Trotz­dem habe ich über­ra­schend vie­le Spie­le online aus­pro­bie­ren kön­nen. Bei die­sen Par­tien kam durch­aus Mes­se-Fee­ling auf, da auch hier unter­schied­lichs­te Natio­nen zusam­men kamen. Dabei muss einem bewusst sein, dass die­ses digi­ta­le For­mat man­che Men­schen "aus­ge­schlos­sen" hat. Aber eine ana­lo­ge Mes­se schließt eben­falls Men­schen aus, die sich z.B. kei­nen Besuch leis­ten kön­nen oder gro­ße Men­schen­men­gen nicht ertragen. 

die SPIEL.digital als Medienschaffender

Beeple Messeradio Banner - klein
täg­lich auf Sendung

Im Nach­gang wur­de die SPIEL.digital oft­mals als Con­tent-Mes­se bezeich­net. Denn vie­le Inhal­te wur­den nicht von den Ver­la­gen, son­dern von Medi­en­schaf­fen­den zur Ver­fü­gung gestellt. Die­ses Sys­tem ist in mei­nen Augen schon kri­tisch zu hin­ter­fra­gen. Dabei geht es mir gar nicht um die feh­len­de Ver­gü­tung die­ser Medi­en­bei­trä­ge. Aber irgend­wie ist es schon unpas­send, wenn Ver­la­ge mit Inhal­ten wer­ben, die sie nicht selbst erstellt haben. Zumal auch nicht alle ver­öf­fent­lich­ten Bei­trä­ge auto­ma­tisch den ent­spre­chen­den Spie­len zuge­ord­net wur­den. Die­se muss­ten näm­lich ein­zeln von den Ver­la­gen frei geschal­tet wer­den. Das ent­spricht aber nicht mei­nem Ver­ständ­nis von offe­nen Infor­ma­tio­nen. So bie­tet das Sys­tem die Gefahr, des unpas­sen­den Rosi­nen Pickens. Zumal bei der SPIEL.digital die inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on äußerst kom­pli­ziert war. Wer glaubt, dass direk­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge zwi­schen den Betei­lig­ten ange­bo­ten wur­de, der täuscht sich. 

Trotz­dem hat mir die SPIEL.digital als Medi­en­schaf­fen­der viel Spaß gemacht – was an der Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb der Comu­ni­ty lag. Unse­re Live-Sen­dun­gen im Beep­le-Radio wur­den doch recht umfang­reich in unse­rem Slack-Chan­nel kom­men­tiert, so dass ein ech­ter Aus­tausch statt­fand. Auch inner­halb unse­res Netz­wer­kes wur­de viel kom­men­tiert, selbst wenn man nicht aktu­ell auf Sen­dung war. So hat­te die SPIEL.digital etwas Ver­bin­den­des, was in ana­lo­ger Form so wahr­schein­lich nicht pas­siert wäre.

Ich bin übri­gens ein wenig ent­täuscht, wie wenig prä­sent der Spiel des Jah­res Ver­ein auf der SPIEL.digital war. Natür­lich waren ein­zel­ne Mit­glie­der bspw. im Live-Stream ein­ge­bun­den, aber ins­ge­samt kam mir von die­ser Sei­te zu wenig. Hier hät­te ich mir schon ger­ne die ein oder ande­ren kri­ti­sche Beglei­tung gewünscht. Oder aber mode­rie­ren­de Ange­bo­te für Neulinge.

ein Blick in die Zukunft

Natür­lich hof­fen wir wohl alle, dass es bald wie­der eine ana­lo­ge Mes­se für unser ana­lo­ges Hob­by geben wird. Aller­dings soll­te auf den gemach­ten Erfah­run­gen auf­ge­baut wer­den. Was inner­halb kur­zer Zeit geschaf­fen wur­de, ist löb­lich gewe­sen. Nicht alles hat funk­tio­niert und manch­mal wur­de der Fokus nicht deut­lich. Soll­te die SPIEL.digital nun ein Spie­le­fest oder eine Ver­kaufs­mes­se sein? Wel­chen Rah­men muss der Ver­an­stal­ter vor­ge­ben, damit die Ver­la­ge die­se Platt­form effek­ti­ver bespie­len? Wie kann ein bes­se­rer Aus­tausch der Besu­cher, Ver­la­ge, Medi­en­schaf­fen­de gelin­gen? Da stel­len sich noch vie­le wei­te­re Fra­gen. Doch zumin­dest wur­de ein Anfang geschaf­fen, auf dem sich nun auf­bau­en las­sen kann. Ich bin gespannt, wie sich die SPIEL wei­ter ent­wi­ckeln wird. Zumin­dest ist kein Still­stand zu erwarten.


PS: Ich ver­wie­se übri­gens ger­ne noch­mals auf mei­ne Son­der­sei­te zu SPIEL.digital 2020. Dort habe ich u.a. schon eini­ge Erstein­drü­cke ver­öf­fent­licht. Mal abwar­ten, wie lan­ge ich dort noch aktiv bin und ab wann ich dann wie­der zum "Nor­mal­be­trieb" umschwenke.

3 Kommentare zu “Fazit zur Spiel.digital 2020

  1. Markus

    Gut zu lesen­der und inter­es­san­ter Arti­kel. Vie­len Dank dafür.

    Die geäu­ßer­te Ver­lags­kri­tik wur­de ja auch schon an ande­rer Stel­le von ande­ren vor­ge­bracht. Die kann ich auch abso­lut nach­voll­zie­hen. Ich weiß nicht, ob sich man­che Ver­la­ge da ein­fach zu viel auf den Merz-Ver­lag als Ver­an­stal­ter ver­las­sen haben. Die Web­sei­te war letzt­end­lich näm­lich "nur" ein Hub. Egal was man tat, ist man schluss­end­lich (und auch rela­tiv schnell) auf einer über­ge­ord­ne­ten Ver­lags­sei­te gelan­det – ohne dass die vor­he­ri­gen Fil­ter irgend­ei­ne Aus­wir­kung hat­ten. Das wür­de ich mir für die Zukunft auch wün­schen, dass die­se Fil­ter sich deut­li­cher widerspiegeln.
    Wovon ich bis­her fast nichts mit­be­kom­men habe: Wie wirk­te die Spiel.digital außer­halb der "Hardcore"-Community? Du beschreibst das Feed­back inner­halb von Slack und des Radi­os. Sicher wur­de dort eini­ges geschrie­ben und dis­ku­tiert. In mei­ner Wahr­neh­mung waren das zwei, drei hand­voll Per­so­nen, die dann selbst noch Teil des Radi­os oder der Vlogs sind. Für mich tat­säch­lich rela­tiv weni­ge, wenn ich über 400 Mit­glie­der im all­ge­mei­nen Chan­nel sehe. Und wie sieht es über hin­ter die­ser Gren­ze aus? Men­schen, die nor­ma­ler­wei­se in Essen gewe­sen wären und nicht so tief in der Sze­ne ste­cken. Haben die das über­haupt mit­be­kom­men? Wur­de da jemand erreicht?
    Den Platt­form­mix fand ich auch sub­op­ti­mal. Ist in mei­ner Sicht jedoch nur schwer und v.a. mit viel Zeit- und Geld­ein­satz anders realisierbar.
    Noch eine Fra­ge hät­te ich. Du schreibst, dass "sehr weni­ge Spie­le tat­säch­lich ver­füg­bar waren". Klingt für mich so, als sei­en maxi­mal 20% der als Neu­hei­ten gelis­te­ten Spie­le da gewe­sen. Den Ein­druck hat­te ich jetzt nicht. Ging es dir dabei spe­zi­ell um die Kleinverlage?

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    1. Tobias Artikelautor

      Hal­lo Mar­kus, vie­len Dank für dei­nen Kommentar!

      Da sind vie­le Fra­gen dabei, die ich kaum beant­wor­ten kann. Ins­be­son­de­re das The­ma "wie wur­de die SPIEL.digital außer­halb der Bla­se wahr­ge­nom­men" fin­de ich span­nend. Ich war immer wie­der über­rascht, wie vie­le Gele­gen­heits­spie­ler auf die ana­lo­ge SPIEL gin­gen. Auch bei uns in Darm­stadt bei "Darm­stadt spielt!" ist der Groß­teil der Besu­cher sicher­lich nicht der akti­ve Hob­by-Spie­ler. Wie konn­te die­se Per­so­nen­grup­pe mit der SPILE.digital abge­holt wer­den? Lei­der kann ich dir dazu nichts sagen. Ver­ein­zel­te Berich­te von Ver­la­gen zei­gen zwar, dass es sol­che Besu­cher auch gab, aber so rich­tig kann ich mir nicht vor­stel­len, dass das eine ech­te Mas­se war. Auf der ande­ren Sei­te war die SPIEL.digital auch The­ma in den Print­me­di­en und sogar im Fern­se­hen (inkl. einem sehr gutem Bei­trag in den Tages­the­men). Damit wur­de also ein sehr brei­tes Ziel­pu­bli­kum ange­spro­chen. Aber haben die­se sich dann zurecht fin­den kön­nen? Ich bezwei­fel das ein wenig. Im End­ef­fekt bekommt man davon als Nut­zer vor dem Bild­schirm nichts mit. Ich weiß nicht, ob ich nun mit fünf ande­ren mir gera­de den Stand von dlp games anse­he oder mit 50, 500 oder gar 5000. Man kann dafür kein Gefühl ent­wi­ckeln. Genau aus die­sem Grund fin­de ich den Gedan­ken einer 3D-Welt, wie sie die Hei­del­bär­ger umge­setz­te haben, so inter­es­sant. Dort hat man dann sol­che Wahr­neh­mun­gen. Auf der ande­ren Sei­te ist so etwas natür­lich auch sehr auf­wän­dig zu ent­wi­ckeln. Aber die Rich­tung gefällt mir.

      Bei den nicht ver­füg­ba­ren Spie­len rede ich tat­säch­lich von den Klein­ver­la­gen, die ich auf der SPIEL haupt­säch­lich im Blick habe. Wobei auch die gro­ßen (bspw. Pega­sus oder Asmo­dee) ihr Pro­gramm ziem­lich gestreckt haben. Dort fällt das aber auf­grund der schie­ren Mas­se nicht so auf. Aller­dings ist das natür­lich auch ein Jam­mern auf hohem Niveau. Und wie gesagt, die Klein­ver­la­ge müs­sen ohne­hin schau­en, wie sie finan­zi­ell über­le­ben. Jetzt teu­er noch für die Mes­se zu pro­du­zie­ren ohne dort die "nor­ma­len" Ver­käu­fe machen zu kön­nen, war für die meis­ten ein zu gro­ßes Risiko.

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      1. Markus

        Ich habe tat­säch­lich zu den Fra­gen gar kei­ne Ant­wor­ten von dir erwartet. 😉
        Das war mehr so ein lau­tes Den­ken von mir. Aber genau die Beden­ken habe ich eben auch. Selbst wenn es der SPIEL gelun­gen ist die Gele­gen­heits­spie­ler auf die Sei­te zu brin­gen (und ich glau­be auch, dass das in der Ver­gan­gen­heit einen nicht unwe­sent­li­chen Teil des Publi­kums aus­ge­macht hat), konn­ten sie sich zurecht­fin­den. Mir geht es da genau­so wie dir. Ich kann es abso­lut nicht ein­schät­zen und es wür­de mich wahn­sin­nig inter­es­sie­ren. Viel­leicht trifft der Merz-Ver­lag ja mal eine Aus­sa­ge dazu.

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