Die Legenden von Andor – Das Lied des Königs von Stefanie Schmitt

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Ich habe kurz über­legt, ob ich die­sen Bei­trag auch noch in die Kate­go­rie "Brett­spie­le" ein­ord­nen soll – schließ­lich sind DIE LEGENDEN VON ANDOR ein äußerst belieb­tes Brett­spiel. Und ohne den gro­ßen Erfolg gäbe es sicher­lich auch kein dazu­ge­hö­ri­ges Buch. Ich habe mich aber dage­gen ent­schie­den, denn sonst wür­de man­cher Feed-Leser der Brett­spiel­ecke sicher­lich mit den Augen rol­len. Oder aber noch schlim­mer, sie wür­den den­ken, sie hät­ten mit DAS LIED DES KÖNIGS eine ihnen unbe­kann­te Erwei­te­rung ver­passt. Das will ich die­sen nicht antun.

Doch was gibt es zum Buch fern­ab des Brett­spiels zu sagen? Der Name der Autorin ist im ers­ten Moment etwas nichts­sa­gend (ich war zwei­mal mit einer Ste­fa­nie Schmidt in einer Klas­se). Insi­der wis­sen aber sehr wohl etwas damit anzu­fan­gen, denn schließ­lich ist Ste­fa­nie Schmitt die Frau von Micha­el Men­zel, dem Autor und Illus­tra­tor von DIE LEGENDEN VON ANDOR. Ruft man sich alte Inter­views zum Spiel in Erin­ne­rung, dann weiß man, dass es eine gro­ße gemein­sa­me Fami­li­en­ak­ti­on war – und schein­bar hat Ste­fa­nie Schmitt schon damals die Rah­men­hand­lung maß­geb­lich ent­wi­ckelt.

Das merkt man nun auch dem Roman an. Die­ser ist natür­lich voll gestopft mit Anspie­lun­gen bzw. Quer­re­fe­ren­zen zum Spiel. Somit wer­den die im Spiel ein­ge­führ­ten Figu­ren nun mit mehr Leben gefüllt. Aller­dings hat­te ich vor allem zu Anfang des Romans eher das Gefühl, dass eine Art Num­mern­re­vue auf­ge­führt wur­de. Hier hät­te man sich ruhig noch mehr Zeit las­sen kön­nen. Am Ende wur­de es dann glück­li­cher­wei­se weni­ger auf­fäl­lig. Doch es blieb beim Lesen das Gefühl, dass man sich doch sehr an gewis­sen Hand­lungs­vor­ga­ben abge­ar­bei­tet hat. Viel­leicht wäre es bes­ser gewe­sen, eine Geschich­te aus Andor zu erzäh­len, die in einer ganz ande­ren Zeit spielt.

Sprach­lich ist das Ziel­pu­bli­kum der jun­gen Leser maß­geb­lich. So ist die Spra­che doch eher direkt und recht nüch­tern. Hier hät­te ich auch nichts gegen einen etwas ver­spiel­te­ren, poe­ti­sche­ren Stil gehabt. Nichts­des­to­trotz ist DAS LIED DES KÖNIGS gute Unter­hal­tung – ins­be­son­de­re für Fans des Spiels. Aber die sind wahr­schein­lich ohne­hin in der Taver­ne von Andor zu fin­den und ken­nen schön längst noch viel mehr Geschich­ten aus der Andor­welt.

PS: Wer neu­gie­rig gewor­den ist, der kann auch eine Hör­pro­be machen. Leser ist der immer geni­al lesen­de Johan­nes Steck.

Das Lied des Königs - Cover

Foto: Kos­mos Ver­lag

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