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Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O. von Neal Stephenson und Nicole Galland

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D.O.D.O. hat eine gewis­se Ähn­lich­keit zu L.A.M.A. – aller­dings nur des­we­gen, weil es eine tie­ri­sche Abkür­zung ist und in der aktu­el­len Hans im Glück Neu­heit PLANET B ver­ewigt ist. Denn im Gegen­satz zum Lama ist ein Dodo etwas weni­ger flau­schig und das Buch "Der Auf­stieg und Fall des D.O.D.O." auch kein schnel­ler, leicht zugäng­li­cher Qui­ckie. Aber das hät­te mich auch gewun­dert, denn schließ­lich ist Neal Ste­phen­son Teil des Autoren­teams gewe­sen und die­sen mag ich bekannt­lich sehr ger­ne (schließ­lich war er schon oft genug The­ma in die­ser Kate­go­rie). Als Part­ne­rin hat er sich für die­ses Buch mit Nico­le Gal­land ver­eint – bei­de ken­nen sich aus dem Pro­jekt "The Fore­world Saga", wel­ches ich aller­dings noch nicht gele­sen habe. Ich bin eher skep­tisch, ob ein Buch flüs­sig zu lesen ist, wenn es von einem Kol­lek­tiv geschrie­ben wur­de. Aller­dings hat mir das nun gele­se­ne Buch ein wenig die Angst davor genommen.

Denn "Der Auf­stieg und Fall des D.O.D.O." liest sich erstaun­lich flüs­sig. Dabei wur­de ich das Gefühl nicht los, dass Ste­phen­son ein wenig mit ange­zo­ge­ner Hand­brem­se unter­wegs war, was dem Lese­ver­gnü­gen aber nicht gescha­det hat. Denn immer noch reiht sich eine Vol­te an die ande­re. Das wird auch durch den Stil begüns­tigt, weil das Buch eine Art Quel­len­samm­lung ver­schie­de­ner Berich­te ist. Der Groß­teil stammt aus der Feder von der Prot­ago­nis­tin Mel Sto­kes, es fin­den sich aber auch Tran­skrip­tio­nen von Video­se­quen­zen, altes nor­di­sches Lied­gut oder Ein­trä­ge in fir­men­ei­ge­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tools. Somit wird man beim Lesen her­aus­ge­for­dert, aber mei­ner Mei­nung nach nicht über­for­dert. Aller­dings muss man die­ser Art gegen­über auf­ge­schlos­sen sein.

Belohnt wird man dann mit einer Hand­lung, die wohl am ehes­ten in den Bereich Fan­ta­sy ein­zu­ord­nen ist. Denn schließ­lich geht es um Magie und die Grün­de, war­um die­se in der aktu­el­len Zeit nicht mehr exis­tiert. Und es geht um die Ver­su­che, die­se Magie mit­tels Zeit­sprün­gen in die Ver­gan­gen­heit wie­der in der Jetzt-Zeit zugäng­lich zu machen. Außer­dem geht es anfangs auch um die Fra­ge, für was D.O.D.O. eigent­lich die Abkür­zung ist. Die Hand­lung bie­tet somit zahl­rei­che Steil­vor­la­gen für anre­gen­de Gedan­ken­gän­ge über Zeit­rei­sen und Magie – und dabei kommt der Humor und die Action nicht zu kurz. Ich habe das Lesen jeden­falls sehr genossen!

DODO - Cover
Bild: Gold­mann Verlag

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