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Der Wolkenatlas von David Mitchell

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Über den Roman DER WOLKENATLAS hat­te ich schon viel gehört. Am inten­sivs­ten sicher­lich zu Zei­ten, als die Ver­fil­mung CLOUD ATLAS in die Kinos kam und ent­spre­chend viel dazu in den jewei­li­gen Kul­tur­ab­tei­lun­gen pro­du­ziert wur­den. Aller­dings hat­te ich damals wenig von den Inhal­ten ver­stan­den und im Kino war ich auch nicht. Nur der Titel hat sich fest­ge­setzt. Und als ich neu­lich auf der Suche nach einer neu­en Lek­tü­re war, kam mir die­ser wie­der in den Sinn. Neu­gie­rig wie ich bin, habe ich mir kei­nen gro­ßen Ruck geben müs­sen – und war recht schnell gefangen.

Ich kam nur in Schwie­rig­kei­ten, als ich mei­ner Frau beschrei­ben woll­te, was ich der­zeit lese. Ja, was lese ich da gera­de für einen Roman? Ein his­to­ri­scher Roman? Ein Sci­ence-Fic­tion-Roman? Ein Thril­ler? Ein Brief­ro­man? Ein Tage­buch? Ein Manu­skript für ein Dreh­buch? Die Wahr­heit ist: von allem etwas! Und wor­um geht es? Um nichts und um alles! 

Per­sön­li­che Schick­sa­le beglei­tend, wird aber immer etwas über Macht und Frei­heit erzählt. Und wir kom­men dann ins Nach­den­ken. Wie ste­hen wir dazu? Wie bewer­ten wir die Ver­gan­gen­heit? Und erst recht die Zukunft? Ihr merkt schon, mich beschäf­tigt DER WOLKENATLAS. Hin­zu kommt noch die beson­de­re Struk­tur des Buches. Die ist nicht ganz so ver­rückt wie S. – DAS SCHIFF DES THESEUS. Aber die künst­li­chen Unter­bre­chun­gen der ein­zel­nen Plots und die bogen­haf­te Erzäh­lung erfor­dern schon ein gewis­ses Maß an Konzentration.

Zusätz­lich hat­te ich noch ein wei­te­res Pro­blem. Ich habe mir min­des­tens zehn Text­stel­len mar­kiert, um sie nach­fol­gend zu prä­sen­tie­ren. Am Ende ist es die fol­gen­de gewor­den, weil sie einer­seits eine so schön auf FREDERICK anspielt und ande­rer­seits die eige­ne krea­ti­ve Arbeit einordnet.

Wie vul­gär, die­se Sehn­sucht nach Unsterb­lich­keit, wie eitel, wie falsch. Kom­po­nis­ten betrei­ben nichts wei­ter als Höh­len­ma­le­rei. Wir schrei­ben Musik, weil der Win­ter end­los ist und weil die Wöl­fe und Schnee­stür­me uns sonst um so eher an die Keh­le sprängen.

David Mit­chell – Der Wol­ken­at­las, S. 110 (E‑Book)
Der Wolkenatlas - Cover
Bild: Rowohlt Taschenbuch

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