zuletzt gelesen: "Grimms Morde" von Tanja Kinkel
In jugendlichen unbedarften Zeiten haben wir uns gerne Bruce Willis Filme angesehen und dabei Strichlisten über Todesopfer geführt. Hat das jemand mal für alle Märchen der Brüder Grimm gemacht? Aber wer nun glaubt, GRIMMS MORDE wäre eine statistische Abhandlung über die Sterblichkeitsrate in deutschen Märchen, der irrt. Denn GRIMMS MORDE von Tanja Kinkel ist ein historischer Krimi, der zur nachnapoleonischen Zeit in Kassel spielt.
Dort wurde ein Mord nach Motiven eines Märchen aus der Grimm'schen Sammlung durchgeführt, weswegen diese in Verdacht geraten, daran beteiligt gewesen zu sein (warum auch immer). Dann stellt sich heraus, dass dieses Märchen von Annette von Droste-Hülshoff stammt, weswegen es nicht lange dauert, bis diese zusammen mit ihrer Schwester ebenfalls in Kassel auftaucht. Was dann folgt ist allerdings weniger ein spannender Kriminalfall als mehr eine Charakterisierung zweier Geschwisterpaare in der Zeit der frühen 19. Jahrhunderts. Wer also einen Krimi lesen will, der sollte woanders besser fündig werden. Wer allerdings einen Blick in diese Zeit werfen will, der kommt sicherlich auf seine Kosten. Denn der Blick ist schon recht genau und eher langatmig als kurzweilig.
Ich bin mir deshalb unsicher, wie ich GRIMMS MODE bewerten soll. Für mich war es nette Unterhaltung, aber auch nichts, an was ich mich in einem halben Jahr noch erinnern würde. Mir fehlte ein wenig der Fokus auf die ein oder andere Person, an der man sich dann richtig orientieren könnte. Da reicht es mir auch nicht, dass ausgerechnet Annette von Droste-Hülshoff in die Psyche eines Mörders eintaucht und damit mehr oder weniger der Weg zur JUDENBUCHE geebnet werden soll.
PS: Wer übrigens Märchen einmal ganz anders erleben will, dem lege ich den Podcast Ein Wolf liest Märchen ans Herz.









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