Die Furcht des Weisen – Teil 1 von Patrick Rothfuss

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Ein Pro­blem an Fort­set­zun­gen ist, dass man immer Angst hat, ent­täuscht zu wer­den. War das ers­te Buch schon meis­ter­haft, dann kann es eigent­lich nur schlech­ter wer­den. Wenn ich aber ehr­lich zu mir selbst bin, war das aller­dings nicht wirk­lich der Grund, war­um ich mir so lan­ge Zeit mit dem ers­ten Teil von DIE FURCHT DES WEISEN gelas­sen hat­te. Nach DER NAME DES WINDES war ich mir recht sicher, dass mich die­ses Buch nicht ent­täu­schen wür­de. Denn dafür war der ers­te Teil von Patrick Roth­fuss zu stim­mig und über­zeu­gend, als dass ich Angst hat­te, dass dies nur eine Ein­tags­flie­ge war. Viel­mehr woll­te ich mir aber Zeit damit las­sen, dass ich die­ses Buch auch wirk­lich genie­ßen konn­te. Außer­dem ist da noch das Wis­sen, dass der fina­le Teil der Tri­lo­gie immer noch nicht ver­öf­fent­licht ist. Wenn es doof läuft, begeis­tert mich also der Mit­tel­teil und dann sit­ze ich defi­ni­tiv auf dem Tro­cke­nen (wobei es natür­lich auch ande­re gute Fan­ta­sy zu lesen gibt).

Von die­ser Angst habe ich mich aber frei­ge­macht und mich nun dem Mit­tel­teil gewid­met. Wobei man genau­er sagen muss, dem ers­ten Teil des Mit­tel­teils. Wie erwar­tet, wur­de ich kei­nes­falls ent­täuscht. Schon wie­der fas­zi­niert mich der eige­ne Rhyth­mus, die eige­ne Poe­sie des Buches. Inhalt­lich pas­siert eigent­lich wenig, aber trotz­dem ist kein Wort zu viel. Jede Abschwei­fung ist so lie­be­voll, dass ich sie nicht mis­sen möch­te. Dabei kom­men die­se Abschwei­fun­gen nicht etwas anstren­gend daher, wie es manch­mal bei Ste­phen­son der Fall ist, son­dern sie fügen sich wun­der­bar in das Gesamt­bild ein. Alles ist im Fluss und wir wer­den mit­ge­tra­gen.

Patrick Roth­fuss schafft dabei eine wahr­haft fan­tas­ti­sche Welt mit vie­len Facet­ten. Die Figu­ren sind auch ambi­va­lent genug, um nicht wie bil­li­ge Abzieh­bil­der aus bekann­ten Fan­ta­sy-Roma­nen zu wir­ken. Die Hel­den haben aus­rei­chend Kan­ten und machen auch Feh­ler. Sie sind in ers­ter Linie Men­schen, was durch vie­len klei­nen Nich­tig­kei­ten der Geschich­te deut­lich gemacht wird.

Auf alle Fäl­le wer­de ich nicht den Feh­ler machen, nun wie­der erstein­mal eine Pau­se ein­zu­le­gen. Nein, DIE FURCHT DES WEISEN – Teil 2 liegt schon auf mei­nem Nacht­tisch.

Die Furcht des Weisen 1 - Cover
Foto: Klett-Cot­ta

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