kritisch gespielt: Brains – Zaubertrank

Brains – Zaubertrank von Reiner Knizia erschienen bei Pegasus Spiele

Brains - Zaubertrank - Box

Foto: Pegasus Spiele

Kurze Frage: wer denkt beim Wort „Zaubertrank“ nicht sofort an Miraculix? Richtig: keiner! Deswegen erschien im letzten Herbst auch bei Pegasus das Spiel ASTERIX & OBELIX – MISSON ZAUBERTRANK (zu dem ich bestimmt auch noch etwas schreiben werde). Dort wird allerdings nicht die Frage geklärt, wie denn nun der berühmte Trank zu brauen ist. Auch bei BRAINS – ZAUBERTRANK wird diese spezielle Antwort nicht gegeben. Dafür kann man aber 50 andere Tränke brauen – wenn man denn die Rezeptur richtig lesen kann.

Thema… ist etwas fragwürdig. Okay, Krötenschleim und Schwefelkristalle kann ich mir schon ganz gut als Zaubertrank-Zutaten vorstellen. Aber warum diese ausgerechnet in ein zweidimensionales Raster anzuordnen sind anstatt in einem bauchigen Kessel zu werfen, dass verstehe ich nicht so ganz. BRAINS – ZAUBERTRANK ist dann eben doch „nur“ ein abstraktes Denk-Rätsel-Spiel.

Brains - Zaubertrank - Plättchen

„Krötenschleim im Angebot, Spinnen und Fliegenpilze…“

Illustrationen… sind von Andreas Resch und schön anzusehen. Die einzelnen Zutaten sind klar und deutlich illustriert und die Aufgaben-Karten kommen als einzelne schön gestaltete Buchseiten daher.

Ausstattung… umfasst 25 dieser Zauberbuchseiten – und aufgrund der doppelseitigen Bedruckung sind somit 50 Aufgaben zu lösen. Die einzelnen Zutaten sind auf sieben Pappplättchen abgebildet und zeigen neben oben genannten Ingredienzen auch noch Spinnen, Blüten und Fliegenpilzen. Zusätzlich enthält die Box natürlich eine kurze Anleitung sowie ein Heft mit den Lösungen bzw. ersten Hinweisen darauf.

Brains - Zaubertrank - Aufgabe1

die erste Aufgabe ist jetzt nicht sooo schwer…

Ablauf… ist also solches simpel. Man muss die einzelnen Zutaten-Plättchen so legen, dass alle Rätselvorgaben erfüllt werden. Diese Vorgaben unterscheiden sich folgendermaßen:

  • in der Spalte/Zeile muss genau die angegebene Anzahl an den gezeigten Zutaten liegen
  • es muss eine bestimmte Anzahl an Zutaten insgesamt in der Spalte/Zeile liegen
  • die Anzahl der Zutaten an sich ist egal, dafür muss aber die Anzahl der unterschiedlichen Sorten mit der Vorgabe übereinstimmen

Die Aufgaben sind entsprechend ihres Schwierigkeitsgrades in fünf Gruppen gestaffelt – und die Herausforderungen ziehen am Ende merklich an.

Brains - Zaubertrank - Lösungen

erste Hinweise und Lösungen – auf dem Deckblatt hätte gerne noch eine Erklärung der Vorgaben-Symbole stattfinden können

Das gefällt mir nicht so gut: Ich kam mit der Symbolsprache der Vorgaben nicht so ganz zurecht. Irgendwie haben sich mir diese Aufgaben-Symbole nicht intuitiv erschlossen. Wenn ich nach längerer Zeit mal wieder ein paar Rätsel machen wollte (der Mensch ist zum Glück vergesslich), dann musste ich dauernd in der Anleitung nachschauen, was denn nun wieder mit den Vorgabe-Symbolen gemeint war. Nach drei-vier Rätseln war man dann wieder in der Sprache drin – um dann aber nach einer längeren Pause wieder nachschauen zu müssen. Ich bin wohl also gegen diese Symbolsprache resistent. Das ging mir bei den anderen Teilen der BRAINS-Reihe nicht so. Ich hätte es jedenfalls praktisch gefunden, wenn diese Symbol-Erklärung schon auf dem Deckblatt der Anleitung oder der Lösungen abgebildet wäre.

Brains - Zaubertrank - Aufgabe42

am Ende zieht die Schwierigkeit an!

Das gefällt mir gut: Im Laufe des Knobelns lernt man die Zutaten-Plättchen immer besser kennen und man erkennt einige Besonderheiten. So sind bspw. nie gleiche Zutaten diagonal zueinander auf den Plättchen angeordnet. Die eindeutige grafische Gestaltung der einzelnen Zutaten unterstützt dabei sehr gut die Knobelei.

Auch die Haptik ist nicht zu unterschätzen – auch wenn es „nur“ Pappplättchen sind. Natürlich könnte man solche Knobeleien auch als digitale App umsetzen (wurde so auch bei BRAINS – JAPANISCHER GARTEN gemacht), aber es macht einfach unwahrscheinlich viel Spaß, die einzelnen Zutaten-Plättchen auf den Zauberbuchseiten zu drehen und hin und her zu schieben.

Zu guter Letzt sind die Rätsel einfach klasse. Die ersten sind wirklich nur zum rein kommen. Aber dann werden immer mehr Plättchen zum Lösen benötigt und entsprechend anspruchsvoller werden die Herausforderungen. Durch die etwas andere Art der Vorgaben, wird auch nicht einfach das Prinzip der anderen BRAINS-Titel kopiert.

Fazit: Nach dem etwas unglücklichen BRAINS – MAKE ME SMILE knüpft BRAINS – ZAUBERTRANK wieder an die starken Titel dieser Rätsel-Spiel-Reihe an. Für mich sind diese kleinen Rätselboxen nämlich ein Quell der Freude. Glücklicherweise bin ich mit dieser Meinung nicht alleine, denn die Boxen verkaufen sich scheinbar recht gut. Logische Konsequenz ist, dass nun im Sommer sogar ein Mehrspieler-Spiel dieser Reihe erscheinen wird (BRAINS FAMILY – BURGEN & DRACHEN). Ich bin gespannt! Bis dahin knobel ich noch alleine – unter anderem an diesen fiesen Zaubertränken.

Titel Brains – Zaubertrank
Autor Reiner Kinzia
Illustrationen Andreas Resch
Dauer 1 – 30 Minuten (dann braucht man eine Pause)
Spieleranzahl 1 Spieler
Zielgruppe Freunde des Denksports
Verlag Pegasus Spiele
Jahr 2017

Ich bedanke mich bei Pegasus für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Ich bin mir sicher, dass durch diese Bereitstellung meine Meinung nicht beeinflusst wurde. Die Besprechung spiegelt meine gemachte Erfahrung wider.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die nachfolgende DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld für die Kommentierung!

*

Ich bin einverstanden!