Sagrada Erweiterung von Adrian Adamescu und Daryl Andrews – erschienen bei Pegasus Spiele
In meinem Beitrag zu SAGRADA stellte ich die Behauptung auf, dass rote Würfel leichter sind als andersfarbige. Scheinbar haben sich die roten Würfel nun aber den allgemeinen Konventionen gebeugt und heimlich im Kraftraum an Masse zugelegt. Denn in der mir nun vorliegenden SAGRADA ERWEITERUNG waren von allen Würfeln die vorgegebene Anzahl vorhanden.
Thema... weiterhin wetteifern wir als Glasermeister darum, die schönsten Fenster in der Sagrada Familia herzustellen. Nun ist aber der Bewerberpool größer geworden, da nun bis zu sechs Glasermeister an diesem Wettbewerb teilnehmen können. Damit dieser Wettkampf nicht langweilig wird, sind nun auch neue Herausforderungen im Spiel – ebenso wie neue Werkzeuge und Geheimaufträge.
Illustrationen… sind wieder von Peter Wocken und reihen sich nahtlos in das überragende Grafikdesign des Grundspiels ein.
Ausstattung… ist erfreulicherweise so kompakt, dass das Material problemlos in die Box des Grundspiels passt. Auffälligste Neuheiten sind dabei sicherlich die Fensterrosetten und die Würfelkiste. Aber natürlich sind für die zusätzlichen Spieler auch eigene Ablagen, Glassteine und weitere Würfel vorhanden. Abgerundet wird das Paket durch zwei neue Werkzeugkarten sowie neue Geheimaufträge und Baupläne.
Ablauf… folgt den bekannten Regeln des Grundspiels. Diese ändern sich erst dann ein wenig, wenn man mit den Fensterrosetten spielen will. Macht man das, dann erhalten die Mitspieler schon zu Spielbeginn zehn Würfel – je zwei in den fünf vorhandenen Farben. Diese würfelt man anschließend und verteilt die Würfel auf die Rosette. Statt im Spiel pro Runde zwei Würfel aus der Auswahl zu nehmen, begnügt man sich nun mit nur einem Würfel. Allerdings darf man nun einen zweiten Würfel von der eigenen Rosette nehmen.
Das gefällt mir nicht so gut: Bisher hatte ich nicht das unbedingte Bedürfnis, SAGRADA mit mehr als 4 Personen zu spielen. Wie sich zeigte, war dieses fehlende Bedürfnis gerechtfertigt. Denn mit 6 Mitspielern dauert mir eine Partie zu lange. Insbesondere am Ende muss sich jeder Zeit nehmen, die Würfel vernünftig in die eigene Ablage zu puzzeln. Der Spieler, der die Runde begonnen hat, kann aus der vollen Auswahl schöpfen und wird entsprechend hin und her tüffteln. Die Mitspieler warten dann auf dessen Auswahl – denn erfahrungsgemäß bleibt nie der Würfel in der Auswahl, den man sich selbst am meisten wünscht. Dadurch entstehen zwangsläufig Pausen, die mir bei mehr als 4 Spielern zu lange dauern.
Das gefällt mir gut: es passiert selten, dass eine Erweiterung so harmonisch Schwachstellen des Grundspiels heilt, wie bei dieser. Das fängt ganz simpel mit den neuen Geheimaufträgen an. Bisher hatte man entweder Glück oder Pech, wenn die Würfel der Geheimauftragsfarbe viele hohe bzw. niedrige Werte anzeigten. Die neuen Geheimaufträge funktionieren glücklicherweise anders. Denn anstatt wie bisher eine Farbe bedienen zu müssen, werden nun bestimmte Muster vorgegeben. Diese Muster zeigen an, von welchen Würfeln am Ende die Augenwerte zum Endergebnis addiert werden. Das funktioniert gut und ist wesentlich fairer als die bisherige Regel.
Noch besser gefällt mir aber der optionale Einsatz der Fensterrosette. Denn diese gibt den Spielern Würfel vor, mit denen man im weiteren Verlauf fest rechnen kann. So kennt man nun schon zu Anfang der Partie die Hälfte aller einzubauenden Würfel und kann dementsprechend viel besser planen. Trotzdem bleibt der Glücksfaktor durch die zufällige Auswahl in jeder Runde erhalten. Dadurch, dass man nur noch einen Würfel zur Auswahl hat, wird sogar das Spiel im Idealfall schneller. Allerdings darf man nicht den Fehler machen und denken, dass nun alles einfacher wird. Denn immer noch muss manch ungewollter Würfel aus der Mitte irgendwie in das eigene Muster integriert werden.
Auch die Auffangschale für die Würfel finde ich praktisch. Natürlich ist sie im eigentlichen Sinn unnötig und kann schlimmstenfalls sogar die Sicht auf die Würfel behindern. Auf der anderen Seite kann man somit aber wunderbar die einzelnen Würfel weitergeben und jeder weiß, wer gerade an der Reihe ist.
Fazit: Eigentlich bin ich kein all zu großer Fan von Erweiterungen. Oftmals bringen sie nur unnötigen Ballast in ein Spiel, welches vorher (vielleicht auch aufgrund seiner Schlankheit) erfolgreich war. Die SAGRADA ERWEITERUNG fällt glücklicherweise nicht in dieses Schema. In der kleinen Box sind doch einige simple Elemente, die das Spielerlebnis deutlich verbessern. Mehr muss in Zukunft aber nicht sein, denn nun empfinde ich SAGRADA als absolut rund.
| Titel | Sagrada Erweiterung |
| Autor | Adrian Adamescu und Daryl Andrews |
| Illustrationen | Peter Wocken |
| Dauer | 30 bis 45 Minuten |
| Spieleranzahl | 1 bis 6 Spieler |
| Zielgruppe | puzzleaffine Gelegenheitsspieler |
| Verlag | Pegasus |
| Jahr | 2019 |
Ich bedanke mich bei Pegasus für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Ich bin mir sicher, dass durch diese Bereitstellung meine Meinung nicht beeinflusst wurde. Die Besprechung spiegelt meine gemachte Erfahrung wider.















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