Top-Liste – Spiele mit geheimer Rollenauswahl

Top5 Rollenauswahl

Beim Schrei­ben über DIE GÄRTEN VON VERSAILLES habe ich mir ein paar Gedan­ken zum Aus­wahl­me­cha­nis­mus gemacht. Die­se Gedan­ken schweif­ten dann ein wenig ab und lan­de­ten schluss­end­lich bei die­ser Top-Lis­te zu Spie­len mit gehei­mer Rol­len­aus­wahl.

Wer sich unter die­sem Titel nichts vor­stel­len kann, eine kur­ze Erläu­te­rung, was ich damit mei­ne. Es gibt eini­ge Spie­le, bei denen gleich­zei­tig etwas ver­deckt aus­ge­wählt wird und erst wenn alle Mit­spie­ler die­ses gemacht haben, wird die Aus­wahl öffent­lich gemacht. Die bekann­tes­ten Ver­tre­ter davon sind sicher­lich 6 NIMMT! oder auch 7 WONDERS. Das Spek­trum die­ses Mecha­nis­mus ist recht weit und es gibt ganz vie­le Varia­tio­nen davon. Ich fin­de ihn am inter­es­san­tes umge­setzt, wenn damit nicht nur Wer­te, son­dern auch direk­te Aktio­nen ver­bun­den sind – meist umge­setzt als Per­so­nen- bzw. Rol­len­aus­wahl.

Des­we­gen habe ich mich bei der nach­fol­gen­den Lis­te auch sehr schwer getan, eine Rei­hen­fol­ge zu bil­den – ich fin­de alle dort auf­ge­führ­ten Spie­le äußerst gelun­gen und spie­lens­wert. Trotz­dem hier nun mei­ne Rang­fol­ge:

  1. DIE GLASSTRASSE von Uwe Rosen­berg (erschie­nen bei Feu­er­land Spie­le)
  2. BROOM SERVICE von Andre­as Peli­kan und Alex­an­der Pfis­ter (erschie­nen bei alea Spie­le)
  3. OHNE FURCHT UND ADEL von Bru­no Fai­dut­ti (erschie­nen im Hans im Glück Ver­lag)
  4. ROLL FOR THE GALAXY von Wei-Hwa Huang und Tom Leh­mann (erschie­nen bei Pega­sus Spie­le)
  5. RAPTOR von Bru­no Cat­ha­la und Bru­no Fai­dut­ti (erschie­nen bei Pega­sus Spie­le)
Glassstraße - Box
Foto: Feu­er­land Spie­le

DIE GLASSTRASSE hat lei­der einen etwas zwei­fel­haf­ten Ruf in der Sze­ne, denn ich fin­de es groß­ar­tig. Einer­seits wegen des hoch inter­es­san­ten Pro­duk­ti­ons­ra­des, ande­rer­seits wegen des Kar­ten­me­cha­nis­mus mit der ver­deck­ten Rol­len­aus­wahl. Die­ser wur­de übri­gens schon gute zehn Jah­re davor von Rosen­berg in sei­nem KOS­MOS-Zwei­per­so­nen­spiel WIR SIND SCHWANGER benutzt. Eini­ge Mit­spie­ler stört es, dass die­ser ver­meint­lich zufäl­li­ge Kar­ten­me­cha­nis­mus in einem Auf­bau­spiel benutzt wird, so dass die stra­te­gi­sche Pla­nung dar­un­ter lei­det. Es stimmt schon, dass nicht immer alle Plä­ne auf­ge­hen – aber genau dar­in liegt mei­ner Mei­nung nach der Reiz. Man muss sich auf wenig siche­res beschrän­ken und dann so in Optio­nen pla­nen, dass man viel­leicht von den Mit­spie­lern pro­fi­tie­ren kann. Dabei muss man sich davon lösen, dass einem alle Akti­ons­mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung ste­hen und lie­ber die zwei­te Mög­lich­keit als net­ten Bonus anse­hen. Trotz­dem kann man sicher sei­ne not­wen­di­gen Aktio­nen durch­füh­ren – man erlebt also kei­ne abso­lut nega­ti­ven Über­ra­schun­gen. Toll auch, wie gut das Spiel zu zweit funk­tio­niert (und selbst die Solo-Vari­an­te ist gut).

 

Broom Service - Cover
Foto: alea spie­le

BROOM SERVICE ist die gemein­sa­me Wei­ter­ent­wick­lung von WIE VERHEXT! von Andre­as Peli­kan und gewann in mei­nen Augen damals recht über­ra­schend 2015 den Titel Ken­ner­spiel-des-Jah­res. Im Gegen­satz zu DIE GLASSTRASSE wird hier die Rol­len­aus­wahl in eine Art Stich­spiel über­tra­gen – hier kom­bi­niert mit einer Art Rei­se­spiel. War man beim dama­li­gen WIE VERHEXT! manch­mal schnell frus­triert, hat man bei BROOM SERVICE nun mehr Mög­lich­kei­ten und kann auch bes­ser Sicher­heits­zü­ge machen. Trotz­dem blei­ben die Emo­tio­nen erhal­ten, wenn manch muti­ger Spie­ler von den nach­fol­gen­den Mit­spie­ler ein­ge­bremst wird.

 

Ohne Furcht und Adel - Box
Foto: Hans im Glück Ver­lag

OHNE FURCHT UND ADEL wur­de frü­her bei uns in der Jugend­grup­pe rauf und run­ter gespielt (so sehen mitt­ler­wei­le auch die Kar­ten aus). Viel­leicht bin ich des­halb auch so ein gro­ßer Fan des Spiels. Hät­te ich es aus­schließ­lich in klei­nen Run­den gespielt, dann wäre mir der spe­zi­el­le Reiz wohl ver­bor­gen geblie­ben. Im Unter­schied zu DIE GLASSTRASSE oder BROOM SERVICE haben die Mit­spie­ler nicht die vol­le Aus­wahl zur Ver­fü­gung. Ganz im Gegen­teil, denn die anfäng­li­che Rol­len­aus­wahl wird von Spie­ler zu Spie­ler klei­ner. Ande­rer­seits wer­den dadurch aber auch wie­der Deduk­ti­ons­mög­lich­kei­ten eröff­net, da man schon erah­nen kann, was der Mit­spie­ler vor bzw. nach einem genom­men haben kann. Für mich ist das immer gro­ßes Kino, wenn der Meuch­ler oder Dieb zuschlägt. Und sei­nen Reiz hat das Spiel über die Jah­re nicht ver­lo­ren – wur­de es doch ganz aktu­ell als CITADELS wie­der ver­öf­fent­licht.

 

Cover Roll for the Galaxy
Foto: Pega­sus Spie­le­ver­lag

ROLL FOR THE GALAXY (oder auch RACE FOR THE GALAXY) gehört natür­lich auch zu die­ser Grup­pe von Spie­len und löst bei mir einen immensen Spiel­reiz aus. War­um es nicht auf das Trepp­chen geschafft hat? Gute Fra­ge. Wahr­schein­lich, weil für mich die Rol­len­aus­wahl nicht so sehr im Zen­trum steht wie in den ande­ren Spie­len. Oder weil auch "nur" fünf ver­schie­de­ne Rol­len / Pha­sen zur Ver­fü­gung ste­hen. Ist aber auch egal: ROLL FOR THE GALAXY ist ein super Spiel und ich spie­le es jeder­zeit ger­ne mit. Und natür­lich krib­belt es beim Auf­de­cken und ich fra­ge mich, ob ich mei­ne Mit­spie­ler rich­tig ein­ge­schätzt habe. Wobei beim Wür­fel­spiel die erschwe­ren­de Tat­sa­che hin­zu kommt, dass dann der Mit­spie­ler auch noch die rich­ti­gen Wür­fel­sei­ten erwür­felt haben muss. So kann es ger­ne mal ganz anders kom­men, als gedacht.

 

Raptor - Box
Foto: Pega­sus Spie­le

RAPTOR ist ein Gemein­schafts­werk von Bru­no Cat­ha­la und Bru­no Fai­dut­ti – und irgend­wie habe ich das Gefühl, dass von letz­te­rem das Ele­ment mit der Rol­len­aus­wahl vor­ge­schla­gen wür­de (das ist natür­lich völ­lig spe­ku­la­tiv von mir). Im Gegen­satz zu den ande­ren Spie­len die­ser Top-Lis­te hat man aller­dings nur eine beschränk­te Rol­len­aus­wahl zur Ver­fü­gung – was aber der Span­nung kei­nen Abbruch tut. So kann näm­lich auch böse geblufft wer­den. Auf alle Fäl­le wer­den Emo­tio­nen geweckt!

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