zuletzt gelesen: AM ABEND DES MORDES von Håkan Nesser
Nach den doch eher enttäuschenden BRÜDER, griff ich mit AM ABEND DES MORDES von Håkan Nesser zu einer sicher geglaubten Bank – und habe damit alles richtig gemacht. Lange ist es her, dass ich ein Buch von Nesser las. Allerdings hatte ich seine Werke in guter Erinnerung und deswegen wollte ich die alte Liebe wieder etwas reanimieren.
AM ABEND DES MORDES ist der fünfte Teil der Reihe um Gunnar Barbarotti. Aufgrund der langen Pause hatte ich zwar kaum noch Erinnerungen an die ersten vier Teile, allerdings wird dieses Vorwissen kaum benötigt, da die private Situation ohnehin direkt am Anfang auf den Kopf gestellt wird: Die Lebensgefährtin von Barbarotti stirbt durch eine plötzliche Hirnblutung und stellt den bisherigen Alltag auf den Kopf. Somit ist auch der Grundtenor des Buches früh gesetzt. Wir erleben die Trauer von Barbarotti eindrucksvoll und ohne große Gefühlsduselei. Da ich mich in einem ähnlichen Alter wie der Inspektor befinde, habe ich sehr oft noch über diese besondere Situation nachdenken müssen.
Wie so oft bei Nesser rückt die eigentliche Krimihandlung etwas in den Hintergrund. Und wieder dürfen wir über Rückblenden die Lebensgeschichte der Protagonisten erleben. Da dabei der richtige Ton getroffen wird und die Charakterisierungen überzeugen, war das Lesen ein Genuss. Der nächste Fall von Barbarotti wird sicherlich demnächst folgen.
"Wir trauern nicht um die Toten, dachte sie, sondern um uns selbst.
Håkan Nesser – Am Abend des Mordes, S. 83 (E‑Book)
Nicht um den Tod. Um das Leben."









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