Das Spielmannslied von Susanne Pavlovic

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Irgendwie traue ich mich immer noch nicht an die Fortsetzung von DER NAME DES WINDES heran. Wohl aus Angst, noch begeisterter von diesem Werk zu sein – und sich dann umso mehr zu ärgern, dass die Geschichte immer noch nicht abgeschlossen ist. Also lese ich einfach weitere andere Fantasy-Bücher, wie nun bspw. DAS SPIELMANNSLIED von Susanne Pavlovic. Wobei ich mir gar nicht so sicher bin, ob ich das als Fantasy bezeichnen sollte. DAS SPIELMANNSLIED könnte man genauso gut auch als historischen Mittelalter-Roman bezeichnen. Denn wie schon im BAUDELINO von Umberto Eco erfahren: Spielmänner können schließlich alles behaupten. Denn wer weiß, ob die ganze Geschichte mit Zwergen, Zauberern, Greifen usw. nicht einfach alles nur erfunden ist?

Susanne Pavlovic lässt diese Frage gekonnt über den Leser schweben. Geschickt konstruiert lässt sie nämlich den Spielmann Wolfram von Kürenberg von sich selbst erzählen. Und wer weiß, wie genau der es mit der Wahrheit nimmt. Allerdings gibt es ein paar Anzeichen, dass er durchaus diesen Anspruch zu haben scheint. Denn dankenswerterweise erzählt er keine übertriebene Heldengeschichte, sondern Erlebnisse von „normalen“ Menschen, die sich auch einmal selbst überschätzen und schlichtweg auch Fehler machen. Charmanterweise sind die Rollen auch nicht all zu klassisch verteilt. So wird der Spielmann bspw. von einer kampfeslustigen Küchenmagd begleitet, die gerne eine große Kriegerin wäre – und am Ende auch von einem Huhn.

DAS SPIELMANNSLIED ist somit eine sympathische Geschichte mit vielen überraschenden Einfällen. Vielleicht nicht der ganz große Wurf, aber durchaus originell und unterhaltsam. Das Buch macht somit auf jeden Fälle Lust auf mehr Geschichten von Wolfram von Kürenberg und seinen Gefährten. Außerdem zeigt es bestens, dass auch Frauen Fantasy schreiben können – eine Sache, die hoffentlich niemand ernsthaft bezweifelt.

Das Spielmannslied - Cover

Foto: Amrun Verlag

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