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Die Herren der Zeit von Eva García Sáenz

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Nach­dem ich den ers­ten Band der Rei­he ver­schlun­gen habe, ich aber schon beim zwei­ten Band mit Ermü­dungs­er­schei­nun­gen kämp­fen muss­te, habe ich mir nun mit DIE HERREN DER ZEIT Band 3 der "Kra­ken-Rei­he" von Eva Gar­cía Sáenz zu Gemü­te geführt. Haupt­säch­lich auch des­we­gen, weil es als fina­ler Teil der Tri­lo­gie ange­kün­digt wur­de. Somit war die Autorin frei, die­se Geschich­te mit einem gro­ßen Knall zu been­den. Man weiß ja nie. Denn wer die ers­ten bei­den Bän­de gele­sen hat, weiß, dass die Autorin nicht gera­de zim­per­lich mit ihren Cha­rak­te­ren umgeht. Ich ver­ra­te nun natür­lich nicht, ob es ein gutes oder ungu­tes Ende für Kom­mis­sar Aya­la geben wird.

Unab­hän­gig davon bleibt sich die Rei­he in gewis­ser Wei­se treu. Das fängt beim abgrund­tief häss­li­chen Cover an (was wirk­lich ein Ver­bre­chen am guten Geschmack ist) und endet bei einer Mord-Serie, die wie­der von Kom­mis­sar Aya­la und sei­nem Team auf­ge­löst wer­den soll. Aller­dings weiß das Buch auch zu über­ra­schen. Denn die Geschich­te han­delt u.a. von einem his­to­ri­schen Roman, der die Stadt in Atem hält. Als Ser­vice-Leis­tung für die Lesen­den, wer­den nun gro­ße Tei­le die­ses Romans als eige­ne Kapi­tel in DIE HERREN DER ZEIT auf­ge­führt. Man liest dem­nach ein Buch in einem Buch. Pro­blem dar­an ist, dass sich die­ser his­to­ri­sche Roman dann mehr wir ein Gro­schen­heft liest, da gar nicht die Zeit und der Raum besteht, hier eine ver­nünf­ti­ge Figu­ren­ent­wick­lung vor­an zu trei­ben. Auch die Prot­ago­nis­ten aus dem eigent­li­chen Roman lei­den ein wenig unter der Ver­knap­pung der Zeit, wobei das nicht ganz so auf­fällt, hat­te man doch vor­her schon zwei Bücher lang Zeit, die­se Cha­rak­te­re ken­nen­zu­ler­nen. Ein wei­te­res Pro­blem ist, dass stän­dig in der Erzähl­zeit hin uns her gesprun­gen wird – ohne dass wirk­lich ele­men­ta­re Zusam­men­hän­ge zwi­schen bei­den Geschich­ten bestün­den. Denn die eigent­lich Hand­lung hät­te pro­blem­los auch ohne die­se Abschwei­fun­gen funktioniert.

Kurz­um: es ist gut, dass die Tri­lo­gie nun been­det ist. Ein wenig hat­te man schon nach Band 1 das Gefühl, dass die Luft her­aus ist. Das ist auch über­haupt nicht ver­werf­lich, denn die­ser ers­te Roman war schon rich­tig gut. Wahr­schein­lich war die Autorin so von die­sem Erfolg über­wäl­tigt, dass sie sich noch zu Fort­set­zun­gen hat hin­rei­ßen las­sen, die aber qua­li­ta­tiv nicht mehr mit­hal­ten kön­nen. Dann lie­ber recht­zei­tig eine sol­che Rei­he been­den als eine Fort­set­zung nach der ande­ren zu produzieren.

Die Herren der Zeit - Cover
Foto: FISCHER Scherz

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