Ersteindruck: Chariot Race

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Chariot Race von Matt Leacock – erschienen bei Pegasus Spiele

Chariot Race - Box

Foto: Pegasus Spiele

Ich bin ein großer Fan von Rennspielen. Am liebsten mit motorisierten Vehikeln (meine Favoriten habe ich in dieser Top-Liste aufgeführt), aber gerne auch mit Fahrrädern (bspw. UM REIFENBREITE), Schnellbooten (POWERBOATS) oder auch Schlittenhunden (SNOW TAILS). Ein römisches Wagenrennen hatte ich bisher noch nicht spielerisch entdecken können, so dass ich schon sehr gespannt war auf das neueste Spiel von Matt Leacock.

Thema… Rom, Kolosseum, Wagenrennen – muss ich mehr schreiben? Natürlich muss ich als Stichwort noch Ben Hur rein rufen, denn wie im legendären Sandalenfilm wird auch hier im Spiel nicht nur einfach ein Rennen auf Zeit gefahren, sondern mit ein paar üblen Tricks kann man den Kontrahenten argen Schaden zufügen.

Chariot Race - Arena

Rennstrecke im Kolosseum

Grafik… ist von Jarek Nocon, den ich bisher noch gar nicht im Gedächtnis verankert hatte. Aber nach kleiner Recherche durfte ich feststellen, dass er doch schon einige gute Spiele toll illustriert hat (K2, THE CAVE, FUNGI…). Auch seine Arbeit bei CHARIOT RACE weiß zu überzeugen. Insbesondere die Schattenspiele auf dem Spielplan haben mir sehr gut gefallen.

Ausstattung… Rennstrecke und Streitwagen sind natürlich gesetzt. Bei den Streitwagen lohnt sich allerdings der ein oder andere Tropfen Kleber, denn es ist nervig, wenn diese beim Versetzen immer auseinander fallen. Zusätzlich sind noch fünf Würfel in der Box, die mehr oder weniger den „Motor“ des Rennens darstellen – bestimmen diese doch über die Möglichkeiten der Spieler. Zu guter Letzt sind auch noch Krähenfüße vorhanden, die die Mitspieler ausbremsen sollen. Leider sind diese Krähenfüße nur schnöde graue Holzklötzchen – da hätte man sich auch etwas ansprechenderes einfallen lassen können. Richtig nervig sind jedoch die Streitwagentafeln. Auf diesen wird der aktuelle Schadensstand, die aktuelle Geschwindigkeit sowie Fortunas Gunst angezeigt. Aber anstatt diese mit schönen durchsichtigen Glassteinen oder zur Not auch Holzklötzchen zu markieren, werden sie mithilfe von Plastik-Büroklammern angezeigt. Gut, der Hintergedanke ist klar. Man will vermeiden, dass hier etwas verrutscht, aber es ist trotzdem eine leidige fuddelige Angelegenheit!

Chariot Race - Streitwagentafel

Am Anfang noch gut dabei: keinen Schaden, viel Fortuna und eine mittlere Geschwindigkeit. Am Ende fährt man oft auf der letzten Rille!

Ablauf… nachdem man am Anfang einer Runde eventuell seinen Streitwagen reparieren konnte und die Startgeschwindigkeit eingestellt hat (die ist nämlich abhängig vom aktuellen Schaden des Wagens), werden die Rennwürfel geworfen. Nach einem ersten Wurf kann man diesen mit beliebig vielen Würfel wiederholen, wenn man nicht zufrieden war. Außerdem kann man sogar noch ein drittes Mal würfeln, wenn man dafür Fortuna-Punkte abgibt. Diese kann man durch Würfel wieder zurück erhalten. Ansonsten regeln die Würfel die gefahrene Geschwindigkeit – sprich: wie viele Felder ich auf dem Kolosseum-Parcours fahren darf. Dabei ist zu beachten, dass man, wenn man die Kurve eng fahren will, nur eine maximale Geschwindigkeit aufweisen darf. Ist man zu schnell in der Kurve, erhält man Schadenspunkte. Diese erhält man auch, wenn man sich durch blockierende Wagen rammt (der daran beteiligte Wagen auch). Neben geschwindigkeitsregulierenden Würfeln gibt es noch Spurwechselwürfel und Angriffswürfel. Mit letzteren kann man entweder benachbarte Streitwagen mittels Speerwurf angreifen (ergibt Schaden) oder man lässt hinter sich Krähenfüße fallen. Fahren nachfolgend Mitspieler über diese erhält man … was wohl? … natürlich auch wieder einen Schaden.

Wie man sieht, gibt es viele Möglichkeiten, Schadenspunkte zu erhalten. All zu viele sollten man nicht anhäufen, denn einerseits wird man mit einem kaputten Wagen immer langsamer und andererseits kann man auch ganz ausscheiden, wenn man zu viel Schaden erlitten hat – der Wagen bricht dann auseinander. Und das ist nicht selten: die Ziel-Ankommensrate ist erstaunlich gering!

Zusätzlich hält das Spiel noch Varianten vor. Neben einer alternativen Rennstrecke, die das Auseinanderbrechen von Streitwagen noch forciert, sind auch unterschiedliche Streitwagenmodifikationen möglich. Ein wesentlich anderes Spielgefühl wird damit aber auch nicht vermittelt.

Chariot Race - Streitwagen

Stau auf der Rennbahn kann zu erhöhtem Unfallgeschehen führen

Die Chance auf einen Zweiteindruck… ist kaum gegeben. Wie schon bei meinem ersten Eindruck beim Pegasus Presse-Event 2016, kam auch bei den folgenden Partien nie eine richtige Rennstimmung auf. Der Startspieler scheint einen großen Vorteil zu haben, jedenfalls war er bei unseren Runden oftmals auch der Gewinner – so fern er es ins Ziel geschafft hat. Um irgendwie mithalten zu können, fahren die Nachzügler extrem „auf Kante“. Fahrtaktische Manöver spielen nur eine untergeordnete Rolle (Windschatten, Material schonen…). Das Material überzeugt auch nicht.

Nein, leider hat mich CHARIOT RACE überhaupt nicht gepackt. Wenn ich ein schönes Familienspiel spielen will, dann baue ich lieber erst einmal als BAUMEISTER DES COLOSSEUM an der Rennstrecke. Und wenn ich ein Rennspiel spielen will, dann gibt es haufenweise bessere Alternativen.

Titel Chariot Race
Autor Matt Leacock
Illustrationen Jarek Nocon
Dauer 20 bis 40 Minuten
Spieleranzahl 2 bis 6 Spieler
Zielgruppe Familienspiel
Verlag Pegasus
Jahr 2016

 

Wichtiger Hinweis: Dies ist ein Ersteindruck nach wenigen gespielten Partien! Sehr subjektiv und durchaus auch abhängig von Tageslaune, Mitspielern und sonstigen Einflüssen. Bei grundsätzlichem Interesse empfehle das Lesen „richtiger“ Rezensionen oder noch besser: ausprobieren!

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  1. Pingback: Ersteindrücke vom Pegasus Presse-Event '16

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