Der nasse Fisch von Volker Kutscher

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Nach DAS BUCH IN DEM DIE WELT VERSCHWAND nun also ein wei­te­rer his­to­ri­scher Kri­mi – ich nähe­re mich aber dem Hier und Jetzt. Denn DER NASSE FISCH spielt in Ber­lin im Jah­re 1929 (um genau­er zu sein bzw. um Wiki­pe­dia zu glau­ben: im Blut­mai). Wie mir hin­ter­her klar wur­de, ist es auch die Vor­la­ge des Seri­en-Pro­jekt Baby­lon Ber­lin, wel­ches ein gro­ßes Medi­en­echo ver­ur­sach­te

Mich inter­es­sier­te natür­lich das Set­ting – von den wil­den 20er hat man ja immer wie­der gehört. Ein wenig schre­cke mich noch ab, dass es als deut­scher Hard­boild-Kri­mi bewor­ben wur­de. Und in gewis­ser Wei­se ist das gar nicht ein­mal falsch – was dann aber auch mein größ­ter Kri­tik­punkt ist. Ich emp­fin­de das Gebah­ren des Kom­mis­sars als unrea­lis­tisch. Wäre Gere­on Rath ein ein­sa­mer Pri­vat­de­tek­tiv, dann könn­te ich mir schon sei­ne diver­se Allein­gän­ge vor­stel­len. Aber als lei­ten­der Ermitt­ler inner­halb der Preu­ßi­schen Poli­zei ist mir das alles viel zu wild. So wird mehr auf Effekt­ha­sche­rei gesetzt denn auf nach­voll­zieh­ba­rer Hand­lun­gen.

Trotz­dem lässt sich DER NASSE FISCH natür­lich gut lesen. Die man­nig­fal­ti­gen Aus­füh­run­gen über Stra­ßen­zü­ge viel­leicht ein­mal aus­ge­las­sen, ist das Buch doch recht kurz­wei­lig und gibt natür­lich einen inter­es­san­ten Ein­blick in die­se Zeit. Dabei habe ich auch das Gefühl, dass recht gut die his­to­ri­schen Zusam­men­hän­ge recher­chiert wur­den. Der Rah­men stimmt also auf alle Fäl­le, nur die Haupt­fi­gur fühlt sich etwas deplat­ziert an.

Der nasse Fisch - Cover

Foto: KiWi Ver­lag

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