Clever hoch drei von Wolfgang Warsch – erschienen bei Schmidt Spiele
Erst GANZ SCHÖN CLEVER, dann DOPPELT SO CLEVER und nun CLEVER HOCH DREI? Wie soll das nur weitergehen? Geht es bald etwa in die 4. Dimension?
Thema... bleibt der Reihe treu: es ist keines vorhanden. Oder sagen wir mal so: selbst im 3. Teil habe ich noch nicht verstanden, was es mit diesen Füchsen auf sich hat.
Gestaltung… ist erneut aus der Feder (bzw. wohl eher aus dem Computer) von Leon Schiffer. Natürlich wird dem bisherigen Stil der Reihe treu geblieben, schließlich ist der schon ganz schön clever gewesen.
Ausstattung… auch wenn ich mich wiederhole: diesbezüglich hat sich eigentlich nichts geändert. Ein Block, vier nervige kleine Filzstifte, sechs klassische W6-Würfel und natürlich auch das Silbertablett aus Pappe. Die Änderungen sind, dass nun mit braun und mint zwei neue Würfelfarben im Spiel sind und damit sich auch die Anforderungen auf dem Block geändert haben. Puristen werden übrigens anmerken, dass der blaue Würfel nun etwas dunkler ist als bisher.
Ablauf… hat sich – Überraschung – wiederum nicht geändert. Nach und nach legt man drei Würfel aus und nutzt diese jeweils sofort. Nicht genutzte Würfel kommen auf das Silbertablett und stehen am Ende eines Zuges den Mitspielenden zur Verfügung.
Aber natürlich gibt es leichte Änderungen im Detail, was auch über die neuen Würfelfarben aufgezeigt wird. Bei den braunen Würfelwerten versucht man immer direkt nebeneinander liegende Felder anzukreuzen, um die dazwischen liegenden Boni frei zu schalten. Dabei kann man mit Lücken von links nach rechts springen – aber dieses Springen ist eine Einbahnstraße! Mit den mintfarbenen Würfel kann man über die pure Masse Boni erlangen. Dabei gibt es noch einen Trick: ich darf den Zahlenwert so oft ankreuzen, wie dieser schon als Würfelwert bei mir ausliegt. Nehme ich bspw. in der dritten Runde den mintfarbenen Würfel mit der 3 und ich habe vorher schon eine gelbe und eine blaue 3 aktiviert, dann darf ich nun im Mint-Bereich dreimal die 3 ankreuzen.
Es haben sich auch die Einsetzbereiche der schon bekannten Farben geändert sowie die Anordnungen der Boni und Füchse, so dass ganz neue Denkweisen notwendig werden. Außerdem gibt es nun noch eine neue Bonusaktion, mit der man die Würfelwert eines Würfel bestimmen kann (statt die braune 2 zu nutzen kann ich daraus bspw. eine 4 machen). Natürlich gibt es auch wieder eine Solo-Variante, die insbesondere beim digitalen Spielen Sucht-Potenzial erzeugt.
Das gefällt mir nicht so gut: Schon bei DOPPELT SO CLEVER habe ich die Frage aufgeworfen, warum für das Herzstück, dem Block mit den neuen Funktionen, nochmals unbedingt eine vollständige Box aufgelegt werden muss. Ich kann diese Frage aus Verbrauchersicht immer noch nicht befriedigend beantworten. Meiner Meinung nach hätte man auch mit den bestehenden Würfelfarben die nun integrierten Veränderungen ermöglichen können. Eine Transferleistung ist auch für Erfahrene ohnehin vonnöten und ob ich nun für die Funktion einen braunen oder grünen Würfel benutze, das macht keinen entscheidenden Unterschied. In meinen Augen hätte somit ein Zusatzblock, wie man es von den CHALLENGES kennt, ausgereicht. Aus Verlagssicht lässt sich so eine Box bestimmt besser vermarkten, aber ich sehe darin trotzdem einen unnötigen Ressourcenverbrauch.
Das gefällt mir gut: Nach unzähligen Solopartien war bei GANZ SCHÖN CLEVER irgendwann die Luft raus. DOPPELT SO CLEVER empfand ich als deutlich schlechter, so dass dies vergleichsweise wenig gespielt wurde. Die CHALLENGES waren nett, haben aber auch nicht wirklich das Feuer wieder angefacht. Dementsprechend skeptisch war ich bei CLEVER HOCH DREI. Braucht es wirklich einen weiteren Teil der Reihe? Eins vorweg: "brauchen" sowieso nicht, denn diesen Begriff finde ich bei Brettspielen aus Prinzip unpassend. Auf einer einsamen Insel würde mir ein Rommé-Blatt reichen, alles weitere ist schöner Luxus. Aber ich schweife ab, zurück zu dieser Reihe. Weiterhin halte ich GANZ SCHÖN CLEVER für den besten Einstieg in den Bereich der gehobenen Roll-and-Write-Spiele. Die vielen Kettenzüge und Boni üben einen riesigen Reiz aus, den optimalen Weg zum Highscore zu erkunden. Dementsprechend neugierig geht man auch an CLEVER HOCH DREI ran. Es ist spannend, die ganzen Verbindungen der einzelnen Bereiche zu entdecken. Langsam tastet man sich vor und erkennt, in welche Farben man wie stark investieren sollte und wie die optimale Reihenfolge ist. Dieses Erkunden und Entdecken der Wege macht den großen Reiz von CLEVER HOCH DREI aus. Hat man sich dann "eingegroovt", ist es nicht wesentlich anders als GANZ SCHÖN CLEVER und "nur" eine Variante des bekannten Prinzips. Auch aus diesem Grund hätte mir eine Veröffentlichung als zusätzlicher Block ausgereicht.
Allerdings hat mir CLEVER HOCH DREI im Vergleich zu den anderen Zusatz-Blöcken bisher am besten gefallen. Die einzelnen Aktionen sind nicht so verkopft wie bei DOPPELT SO CLEVER und vor allem die rosa Leiste bietet viele schöne Dilemma-Angebote. Mit dem braunen und dem mintfarbenen Würfel kann man schön zocken und der gelbe Würfel ist etwas interaktiver geworden, was auch das Mehrpersonenspiel interessant macht.
Trotzdem mag ich CLEVER HOCH DREI als Solo-Spiel am liebsten. Dann kann ich in Ruhe knobeln und muss mit meinem Spieltempo nicht auf andere Rücksicht nehmen. Denn im Spiel zu viert kann es schon zu einiger Downtime kommen, bis man selbst wieder aktiv wird und nicht nur abstaubt.
Fazit: Neue Aufgaben, neues Glück! CLEVER HOCH DREI basiert auf altbekannten Mechanismen, die nun leicht abgewandelt sind und somit neu herausfordern. Die Veteranen freuen sich somit über neues Futter und jagen wieder Füchse!
| Titel | Clever hoch drei |
|---|---|
| Autor | Wolfgang Warsch |
| Illustrationen | Leon Schiffer |
| Dauer | 30 bis 60 Minuten |
| Personenanzahl | 1 bis 4 Personen |
| Zielgruppe | würfelnde Kennerspielrunden |
| Verlag | Schmidt Spiele |
| Jahr | 2020 |
| Hinweis | für die Besprechung wurde vom Verlag ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt |
Da ich mir schon bei meinem Beitrag über GANZ SCHÖN CLEVER den Spaß gemacht habe, am Ende einen Link auf eine bekannte Hip-Hop-Kombo zu setzen, kann ich dieses Mal auch nicht widerstehen.... :














Kommentar hinzufügen