Speed-Dating: Minnys vom Nürnberger-Spielkarten-Verlag

Speed-Dating: Minnys vom Nürnberger-Spielkarten-Verlag von Moritz Dressler

NSV - Minnys - Cover
Foto: Nürn­ber­ger-Spiel­kar­ten-Ver­lag

Der Nürn­ber­ger-Spiel­kar­ten-Ver­lag (NSV) hat in mei­nen Augen mit der QWIXX-Rei­he Stan­dards gesetzt – unter ande­rem auch bei der Box. Denn vor­her waren in sol­chen Boxen meist nur Kar­ten­spie­le unter­ge­bracht und sel­ten wei­te­res Mate­ri­al (wer dar­in übri­gens Ähn­lich­kei­ten zu den Boxen von AMIGO sieht, der soll­te sich mal den Lebens­lauf von Rein­hard Stau­pe anse­hen, der maß­geb­lich für das Pro­gramm von NSV ver­ant­wort­lich ist). Sicher­lich sieht das NSV ähn­lich und hat des­we­gen die­ser Pro­dukt­li­nie den grif­fi­gen Namen "Mid­dys" gege­ben. Aller­dings kön­nen sich dar­un­ter wahr­schein­lich nur Ein­ge­weih­te etwas vor­stel­len, zumal die Mid­dys mit der Zeit auch ange­wach­sen sind. Ganz anders sieht das mit der neu­es­ten Pro­dukt­li­nie von NSV aus: denn die Min­nys wer­den sicher­lich von allen Leu­ten auch als sol­che erkannt. Und neben einem hoch­ak­tu­el­len Titel (HAMSTERN) sind auch die ande­ren drei Titel leicht zu mer­ken (HONEYMOON, VOLLE WEIDE und WOLLE).

NSV - Minnys - Übersicht
Foto: Nürn­ber­ger-Spiel­kar­ten-Ver­lag

Dabei gehen die Min­nys neue, gemein­sa­me Wege. Sie gehö­ren nicht nur alle der Gat­tung der Roll-and-Wri­te-Spie­le an, son­dern sie kom­men auch immer zusam­men in einem Dis­play daher. Das klappt des­we­gen, weil den ein­zel­nen Spie­le selbst nur das nötigs­te Mate­ri­al mit­ge­ge­ben wur­de: ein Stift (mit Radier­gum­mi!), ein Wür­fel und ein Spiel­block. Das alles ist sehr hand­lich in einer inno­va­ti­ven und nach eige­ner Aus­sa­ge umwelt­freund­li­chen Ver­pa­ckung ver­staut, da auf eine Plas­tik­fo­lie ver­zich­tet wer­den kann. Lei­der fehlt auf der Ver­pa­ckung der Hin­weis, wie man die­se am bes­ten öff­net, damit man die­se auch lang­fris­tig noch als Auf­be­wah­rung nut­zen kann. Wobei auch bei fach­ge­rech­ter Öff­nung bleibt immer eine Sei­te offen, was natür­lich den Nach­teil hat, dass Stift und Wür­fel hin­aus­fal­len wer­den. Auf­grund der Grö­ße die­ser Mate­ria­li­en ist das durch­aus ein Pro­blem, weil man sich dann meist dumm und dus­se­lig danach in der Tasche sucht. Dabei bie­tet sich das Mit­neh­men die­ser klei­nen Spie­le abso­lut an. Mein Tipp des­we­gen: mit einer etwas grö­ße­ren Büro­klam­mer hat man die­ses Pro­blem gelöst. Viel­leicht fin­det eine sol­che in Zukunft auch noch in die Tüte...

Wolle - verschlossen
Lösun­gen müs­sen nicht kom­pli­ziert sein

Ansons­ten habe ich den Haupt­zweck der Min­ny schon genannt: man kann sie pro­blem­los über­all­hin mit­neh­men. Soll­ten irgend­wann mal wie­der Restau­rants öff­nen und die Kin­der war­ten wie­der hung­rig auf die Bestel­lung, dann hat man hof­fent­lich mit den Min­nys ein per­fek­tes Über­brü­ckungs­spiel dabei. So ein Min­ny passt aber auch in jedes Hand­ge­päck für Wan­de­rung, Fahr­rad­tour oder ÖPNV-Anrei­se. Oder wenn man zum Abend­essen noch fünf Minu­ten Zeit hat und was klei­nes und schnel­les spie­len will, dann her mit einem Min­ny. Die­sen Zweck erfül­len die Min­nys ziem­lich per­fekt und mit einer ange­neh­men Band­brei­te.

Alle vier Spie­le sind von Moritz Dress­ler ent­wi­ckelt und von Chris­ti­an Oppe­rer lie­be­voll illus­triert. Sie haben unter­ein­an­der natür­lich gro­ße Ähn­lich­kei­ten, denn bei glei­chem Mate­ri­al lau­tet das Spiel­prin­zip auch stets: 1. Wür­feln, 2. Kreu­zen und 3. Punk­ten! Trotz­dem sind die ein­zel­nen Spie­le eigen­stän­dig und wei­sen durch­aus unter­schied­li­che Cha­rak­te­re auf.

Allen Spie­len gemein ist, dass sie schnell ver­stan­den und zügig gespielt sind. Dabei darf man selbst­re­dend kei­ne kom­ple­xen Wun­der­wer­ke erwar­ten. Aber trotz mini­ma­lem Regel­auf­wand füh­len sich die Spie­le glück­li­cher­wei­se nicht banal an, da man immer klei­ne Ent­schei­dun­gen tref­fen muss. Zusätz­lich haben alle Spie­le vor­bild­li­cher­wei­se auf der jewei­li­gen Rück­sei­te einen unter­schied­lich gestal­te­ten Spiel­plan, so dass sich tat­säch­lich auch inner­halb des Spiel­chens eine Vari­anz ent­wi­ckelt. Uns haben alle vier Spie­le Spaß gemacht. Wenn ich aller­dings gezwun­gen wäre, eine Rei­hen­fol­ge zu benen­nen, dann wür­de ich mich für fol­gen­de ent­schei­den...

VOLLE WEIDE

Da ich in direk­ter Nähe zu einem gro­ßen Streu­obst­wie­sen­ge­biet nebst ansäs­si­ger Schaf­her­de lebe, kommt es immer mal wie­der vor, dass ich mor­gens von blö­ken­den Scha­fen geweckt wer­de. Ich mag das Geräusch – und die ver­ur­sa­chen­den Tie­re natür­lich auch! So kann ich mich der Auf­ga­be von VOLLE WEIDE mit Genuss wid­men. Denn dar­in muss man dafür sor­gen, dass so vie­le Scha­fe wie mög­lich ein­ge­zäunt wer­den. Net­ter Gag dabei: das schwar­ze Schaf ist mehr wert als die wei­ßen!

Volle Weide
Weid­manns­heil!

Hamstern

Auch wenn aktu­ell Früh­ling ist, soll­te man immer schon den Win­ter im Blick haben. Für die­sen müs­sen genü­gend Vor­rä­te in der eige­nen Höh­le gesam­melt wer­den. Der Wür­fel­wurf gibt dabei vor, wie vie­le zusam­men­hän­gen­de Fel­der man in einer Kam­mer ankreu­zen muss. Ist der Wür­fel­wert jedoch zu hoch, muss man eine angren­zen­de Kam­mer begin­nen. Wie man sich den­ken kann, gibt es jedoch am Ende nur für voll­stän­di­ge Kam­mern Punk­te und eben­falls für ange­kreuz­te Eicheln und Pil­ze.

Hamstern
neu­er alter Volks­sport: Hams­tern!

HONEYMOON

Die­ses Mal darf man den Titel wört­lich neh­men – auch wenn ich nichts gegen erneu­te Flit­ter­wo­chen hät­te. Aber bei HONEYMOON betreibt man auf dem Mond ein Berg­werk, um dort Süßig­kei­ten abzu­bau­en. Denn natür­lich ist der Mond nicht aus Käse, son­dern ein ein­zi­ges gro­ßes Zucker­stück­chen. Das wis­sen doch alle Ben­ja­min Blüm­chen Hörer der frü­hen Stun­de. Mit­hil­fe der Wür­fel gräbt man nun ein Stol­len nach dem ande­ren, um an die gelieb­ten Kari­es­ver­ur­sa­cher zu gelan­gen. Dabei muss man auf­pas­sen, dass kei­ne Kreu­ze an benach­bar­te angren­zen. Klar, denn ansons­ten fällt so ein Stol­len auch zusam­men.

Honeymoon
Honey­moon on the moon?

WOLLE

In WOLLE geht es wider Erwar­ten nicht schon wie­der um Scha­fe. Nein, die­ses Mal müs­sen wir mit­hil­fe eines Woll­fa­dens unse­re gelieb­te Kat­ze zu Gegen­stän­den durch die unor­dent­li­che Woh­nung locken. Doch Vor­sicht: da lie­gen auch wert­vol­le Por­zel­lant­as­sen auf dem Boden. Die zeich­nen die Mit­spie­len­den vor­her ein, so dass man sich an die Mons­ter aus DER KARTOGRAPH erin­nert fühlt. Mons­ter ... Por­zel­lant­as­sen ... ist doch alles das Glei­che!

Wolle
Wol­le Kat­ze?

Ich bedan­ke mich beim Nürn­ber­ger-Spiel­kar­ten-Ver­lag für die Bereit­stel­lung von Rezen­si­ons­ex­em­pla­ren. Ich bin mir sicher, dass durch die­se Bereit­stel­lung mei­ne Mei­nung nicht beein­flusst wur­de. Die Bespre­chung spie­gelt mei­ne gemach­te Erfah­rung wider.

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