
Diese Top-Liste markiert ein kleines Jubiläum. Denn dies ist der 1000. Beitrag auf diesem Blog – ein Zahl, die mir vor ein paar Jahren nicht möglich erschien und auch nicht wirklich als ein Ziel definiert war. Ich habe damals einfach mal angefangen und bin nun selbst ein wenig überrascht, wie viel in der Zwischenzeit so zusammen kam. Zum 1000ten also mal wieder eine Top-Liste. Auch wenn das Format in manchen Kreisen wenig geschätzt wird, macht es mir persönlich viel Spaß. Und da der Blog ein Spaß-Projekt ist, kümmere ich mich nicht um irgendwelche Stimmen von außen, sondern folge meiner eigenen Agenda. Diese sieht nun also vor, dass ich mich um Spiele mit einer Verbindung nach Schottland kümmere. Ich selbst war dort leider erst ein Mal, habe aber so schöne Erinnerungen daran, dass ich dort unbedingt wieder hin möchte. Doch bis es so weit ist, wird es wohl noch dauern, weil auch noch ganz andere Ziele auf der Liste stehen, die ich auch noch erkunden will. Zumindest kann ich mich ein wenig mit folgenden Schottland-Spielen dorthin versetzen...
- CLANS OF CALEDONIA von Juma Al-JouJou (erschienen bei Karma Games)
- ISLE OF SKYE von Alexander Pfister (erschienen bei Lockout Spiele)
- HADRIAN'S WALL von Bobby Hill (erschienen bei Garphill Games)
- GLEN MORE von Matthias Cramer (erschienen bei alea)
- SCHOTTEN-TOTTEN von Reiner Knizia (aktuell erschienen bei iello)
Das Cover von CLANS OF CALEDONIA zeigt wohl alle Klischess, die in unseren Köpfen entstehen, wenn wir an Schottland denken. Wer allerdings schon mal vor Ort war, dem fehlen auf dem Cover die Midges. Aber diese Beißmücken braucht es in dem Spiel nicht – man kann sich auch ohne diese gut genug gegenseitig ärgern.
Denn bei CLANS OF CALEDONIA muss man immer auch die lieben Mitspielenden beachten. Wer breitet sich wo aus? Welche Aufträge muss ich mir unbedingt sofort sichern? Wie wird sich der Markt entwickeln? Wie stehen meine Chancen bei der Gebietswertung? Dabei wird CLANS OF CALEDONIA berechtigterweise gerne und oft mit TERRA MYSTICA verglichen – allerdings gibt es auch schlechtere Vorbilder. Und wenn auch gewisse Verwandtschaften durchschimmern (so auch bspw. zu NAVEGADOR), bleibt CLANS OF CALEDONIA ein eigenständiges Spiel, bei dem alle Elemente gut zueinander passen. Doch nicht nur spielerisch weiß es mich zu überzeugen, auch die Gestaltung und das Material sind eine Wonne – und das sage ich nicht nur wegen der tollen kleinen Whiskyfässer. So soll es auch vorkommen, dass ich hin und wieder im Sommer mit meinem Clan MacKenzie T‑Shirt herumlaufe...
ISLE OF SKYE ist zwar ebenfalls wie CLANS OF CALEDONIA von Klemens Franz gestaltet und weist neben Whiskeyfässern auch noch Schiffe und Brochs auf. Trotzdem lassen sich beider Spiele kaum miteinander vergleichen. Bei ISLE OF SYKE hat es auch wesentlich länger gedauert, bis mich das Spiel gepackt hat. Anfangs habe ich es zwar ganz gerne mitgespielt, aber mir fehlte so ein wenig der besondere Reiz. Dieser hat sich erst mit der Zeit entwickelt, so dass ich nun das Komplettpaket zu Hause im Regal stehen habe. Jetzt stellt sich nur die Frage: Gilt dieser langsam anwachsende Reiz schon als Analogie zum reifenden Whisky?
Mit HADRIANS' WALL hat es sogar ein recht aktuelles Spiel auf diese Liste geschafft. Vor kurzem ist das Spiel als HADRIANSWALL auch im Schwerkraft Verlag erschienen, aber ich besitze schon länger die englischsprachige Ausgabe. Somit habe ich schon einige Partien auf dem Buckel – und bin immer noch sehr angetan von dem Spiel. Das liegt vielleicht aber auch daran, weil ich nun einmal ein großer Fan von Roll-and-Write-Spielen bin. Allerdings besitzt HADRIANS' WALL gar keine Würfel, sondern nur Karten (womit es eben ein Flip-and-Write-Spiel ist). Außerdem ist es definitiv ein Schwergewicht, was nicht nur wortwörtlich am vielen Material liegt, sondern auch sinnbildlich an den vielen kleinteiligen Regeln. Dafür ist es aber auch sehr variabel zu spielen und man kann sich auf verschiedene Bereiche konzentrieren. Zugegebenermaßen ist HADRIANS' WALL dabei eher interaktionsarm und alle Mitspielenden bosseln größtenteils alleine vor sich hin. Trotzdem (oder vielleicht deswegen) befriedigt das Spielsystem meine Optimier-Gelüste.
Wenn man sich das Cover so ansieht, ordnet man es zugegebenermaßen nicht unbedingt zu Schottland. Allerdings passt das schon, denn der Hadrianswall war Bestandteil des Limes und sollte die wilden Pikten von der römischen Zivilisation fernhalten. Interessanterweise nimmt er damit recht gut die spätere Abgrenzung zwischen Schottland und England vorweg.
GLEN MORE wäre bestimmt bei vielen anderen auf Platz 1 einer Schottland-Liste gelandet. Denn vor allem durch die kürzliche Neuauflage als GLEN MORE II: CHRONICLES bei Funtails ist es wieder deutlich mehr in den Fokus der Spielerschaft gerückt. Bei mir war es zwar auch schon mal in der Top-Liste zu Rondell-Spielen vertreten, für das Schottland-Treppchen hat es aber nicht ganz gereicht.
Früher war ich der Meinung, lediglich die nicht ganz perfekte Produktion der alea-Auflage ist daran schuld, dass GLEN MORE nicht ganz weit oben in meiner Gunst liegt. Mittlerweile habe ich aber fest gestellt, dass mir auch so manche Kleinigkeiten nicht ganz gefällt. So empfinde ich z.B. manche Plättchen als besonders stark, wodurch das Spielgeschehen sehr vorhersehbar wird. Diese Bedenken sind bei den neuen Inhalten der CHRONICLES sicherlich nicht mehr gegeben, allerdings ist die Neuauflage in meinen Augen überproduziert und es stören mich wieder andere Dinge. Trotzdem muss GLEN MORE in meinen Augen auf dieser Liste auftauchen, weil es so wunderbar mit schottischen Elementen spielt – und vor allem die Burgen- und Landschaftsplättchen auch eine Augenweide sind.
SCHOTTEN-TOTTEN ist sicherlich das leichtgewichtigste Spiel dieser Liste. Und auch das mit dem austauchbarsten Thema. Denn ob ich nun Poker-Kombinationen als schottisches Clanmitglied im Kampf um Grenzsteine auslege oder ein ganz anderes Thema bedienen würde, ist eigentlich egal. Aber als thematisches Element sind nun einmal die raufenden Schotten gewählt worden – und deswegen passt das Spiel auch gut in diese Liste. Denn nicht nur der Titel ist so schön eingängig, auch das Kartenduell ist schnell erklärt und gespielt, so dass es für mich schon den Klassiker-Status besitzt.
Interessanterweise hat übrigens auch SCHOTTEN-TOTTEN vor kurzem eine Weiterentwicklung spendiert bekommen. SCHOTTEN TOTTEN 2 wird dort zu einem asymetrischen Tower-Defense-Spiel, was sich schon deutlich anders spielt als das ursprüngliche SCHOTTEN-TOTTEN. Ich habe aber weiterhin am liebsten meine ganz alte Ausgabe im Einsatz.
Welche weiteren Schottland-Spiele müssen noch ehrenhaft erwähnt werden? Auf meiner möchte-ich-gerne-mal-spielen-Liste steht LORDS OF SCOTLAND ganz weit oben, weil es so toll aussieht. Aber leider kam ich noch nicht dazu. Auch HAMMER OF THE SCOTS kenne ich noch nicht. Was ist kenne, aber nicht als gut befunden habe, ist LOCH NESS und HIGHLAND CLANS (bzw. MAC ROBBER). Dann ist da auch noch das 2‑Personen-Spiel GLASGOW zu nennen, was mich aber nicht wirklich überzeugt hat und auch wenig Lokal-Kolorit zu bieten hat. Dann nenne ich lieber noch zum Abschluss HAGGIS, was zumindest durch die Optik ansatzweise mit Schottland verbunden werden kann.













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